5G-Frequenzen: Telekom verklagt Netzagentur

5G-Antenne

5G-Frequenzen: Telekom verklagt Netzagentur

  • Frequenzen für schnelles Internet werden im Frühjahr 2019 versteigert
  • Widerstand gegen Auflagen der Bundesnetzagentur
  • Netzbetreiber befürchtet Nachteile gegenüber der Konkurrenz
  • Betriebsrat sieht tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Der neue Mobilfunkstandard heißt 5G. Damit sollen mehr Menschen schneller und gleichzeitig im Internet surfen. Doch um das super schnelle Internet gibt es Ärger.

Jetzt hat die Deutsche Telekom die Bundesnetzagentur verklagt. Das bestätigte eine Sprecherin des Kölner Verwaltungsgerichts am Mittwoch (02.01.2019). Die Klage des Konzerns mit Sitz in Bonn ging zeitgleich mit Klagen von Telefonica, Vodafone und sechs regionalen Anbietern ein, sagte die Gerichtssprecherin gegenüber dem WDR.

Für eine Stellungnahme war die Telekom am Mittwoch nicht zu erreichen. Doch mit der Klage scheint sich der Netzbetreiber unter anderem gegen die Vorgaben der Bundesnetzagentur bei der Vergabe von Frequenzen wehren zu wollen. Man hielte die Auflagen für "unrealistisch", wird ein Konzernsprecher in einer Tageszeitung zitiert.

Viele Auflagen, hohe Investitionen

Das Logo der Deutschen Telekom

Soll Auflagen erfüllen: Die Deutsche Telekom

Es geht um die Frequenzen für den Mobilfunkstandard 5G, die im Frühjahr 2019 versteigert werden sollen. Auch Netzbetreiber Telekom könnte diese ersteigern, müsste dafür aber bestimmte Bedingungen erfüllen.

Die Kernforderungen: Bis Ende 2022 müssen mindestens 98 Prozent der Haushalte mit einer Internetgeschwindigkeit von 100 Megabyte pro Sekunde versorgt werden. Dazu müssen alle Autobahnen und Bundesstraßen und wichtigsten Schienenwege mit schnellem Internet ausgestattet werden. Bis Ende 2024 müssen unter anderem die Seehäfen und viele Wasserstraßen dazu kommen. Das zwingt die Netzanbieter zu hohen Investitionen. Allein die Anzahl der Funkmasten verdoppelt sich.

Bundesnetzagentur erhöht Auflagen bei 5G-Auktion

WDR 5 Profit - aktuell 16.11.2018 02:28 Min. WDR 5

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Es gibt allerdings keine Vorgabe, dass 5G flächendeckend angeboten werden muss. Kritiker finden die Auflagen deshalb sogar zu lasch.

Außerdem müssten die Netzbetreiber auch die Konkurrenz teilhaben lassen. Die Politik fordert diese lokale Roamingpflicht. Für Handynutzer heißt das: Wenn das Gerät im eigenen Netz keinen Empfang hat, wechselt es automatisch ins Netz eines anderen Anbieters.

Betriebsrat: "Wer baut, verliert"

Laut Telekom profitieren dabei diejenigen, die sich in die Netze ihrer Wettbewerber einmieten. Der Bau von Funkmasten auf dem Land werde noch unattraktiver als bisher, argumentiert Telekom-Betriebsratschef Josef Bednarski. Ein Netzbetreiber müsste seine Konkurrenten auf die Antennen lassen, er könnte gegenüber dem Kunden also nicht mehr als alleiniger Anbieter eines guten Netzes in einer Region punkten, argumentiert so Bednarski. "Die Devise wäre dann "Wer baut, verliert."

Betriebsrat: Jobs gefährdet

Lokale Roaming-Pflichten in Deutschland würden nach Ansicht des Betriebsrats tausende Arbeitsplätze gefährden. Es würden Investitionen entwertet und "Ausgaben in die Infrastruktur und somit auch ins Personal müssten abgesenkt werden", so Bednarski.

Stand: 02.01.2019, 13:42

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