Taxifahren wird in NRW teurer

Blick über ein fahrendes Taxi

Taxifahren wird in NRW teurer

Von Nina Magoley

  • Taxifahren wird teurer
  • Viele Städte erhöhen die Tarife
  • Fahrer verdienen oft nur den Mindestlohn

Wer in Köln ins Taxi steigt, zahlt seit Januar mehr als bisher. Um rund sechs Prozent ist der Preis gestiegen. In fast zwanzig Orten und Kreisen NRWs werden die Taxitarife in den kommenden Wochen angehoben - oder sie sind schon gestiegen.

Grund sei die Anhebung des Mindestlohns für die Branche auf 9,19 Euro, sagt Holger Goldberg, Vorsitzender der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein. Festgelegt werden die Taxipreise durch die zuständigen Verkehrsbehörden der einzelnen Kommunen.

Taxifahren in NRW wird teurer

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 24.01.2019 03:42 Min. WDR 5 Von Nina Magoley

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Komplizierte Tarife

Das Gebührensystem ist kompliziert: Zum Grundpreis wird der Kilometerpreis addiert, der zwischen Kurzstrecke und Langstrecke unterscheidet, außerdem wird die Wartezeit berechnet.

Von Stadt zu Stadt unterscheiden sich diese Preise teils erheblich. Während man in Bonn mit einem Grundpreis von 2,70 Euro startet, zeigt das Taxameter in Bielefeld gleich zu Fahrtbeginn 6,10 Euro an. Eine Fünf-Kilometer-Fahrt kostet in Düsseldorf durchschnittlich 15,50 Euro, in Kleve dagegen nur 11,80 Euro.

Mindestlohn für Taxifahrer

Kölner Taxifahrer Jürgen Heimann in seinem Taxi

Kölner Taxifahrer Jürgen Heimann

Für Jürgen Heimann, der sein Taxi seit 25 Jahren durch Köln steuert, bringt die Preiserhöhung relativ wenig. Rund 60 Stunden pro Woche ist er unterwegs, um Miete und Lebensunterhalt zahlen zu können. Künftig könne er monatlich mit rund 50 Euro mehr auf dem Konto rechnen, sagt Heimann.

Die Erhöhung der Taxitarife sei immer eine knappe Abwägung, sagt Goldberg von der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein: "Wir dürfen die Kunden nicht vergraulen." Andererseits zahlten die meisten Taxiunternehmen ohnehin nur den Mindestlohn, hinzu kämen Abgaben für Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft.

Dabei floriert die Branche: Nach Angaben des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands sind die Umsätze der Taxiunternehmen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. 5,1 Milliarden Euro waren es 2017 bundesweit. Das liege unter anderem daran, dass es immer mehr Veranstaltungen wie zum Beispiel Messen gebe, aber auch immer mehr ältere Menschen, die mit dem Taxi fahren, sagt Verbandsvorsitzender Michael Müller.

Konkurrenz von Uber

Eine gewisse Gefahr sehen Taxiunternehmen zunehmend durch den US-amerikanischen Transportunternehmer Uber. Zwar hatte der Bundesgerichtshof im Dezember entschieden, dass der Luxus-Fahrdienst "Uber Black" in Deutschland nicht zulässig sei. Die normalen Uber-Fahrer sind aber weiter unterwegs – zu deutlich günstigeren Preisen als die gelben Taxis. Die Verbände sehen die Politik in der Pflicht, einzugreifen.

Uber - Unzulässige Taxi-Konkurrenz?

WDR 5 Morgenecho - Interview 13.12.2018 04:29 Min. WDR 5

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Stand: 24.01.2019, 06:00

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