NRW-Einzelhandel: Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

Menschen beim Einkaufen

NRW-Einzelhandel: Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

  • Kein Angebot von Arbeitgebern in erster Runde
  • Verdi fordert Aufschlag von 6,5 Prozent
  • Arbeitgebervertreter sieht wenig Spielraum

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Einzelhandels ist am Donnerstag (18.04.2019) ohne Ergebnis vertagt worden. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor. Doch könne dies bei der zweiten Runde am 9. Juni in Düsseldorf geschehen, stellte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands NRW, Peter Achten, in Aussicht.

Verdi fordert für die 492.000 sozialversicherungspflichtig und 203.000 geringfügig Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens aber 163 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro pro Monat erhöht werden.

Achten sieht wenig Spielraum

Die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, Silke Zimmer, betonte: "Dem Einzelhandel geht es gut. Selbst der Arbeitgeberverband spricht davon, dass man 2019 im zehnten Jahr in Folge die Umsätze steigern wird. Es ist an der Zeit, dass die Beschäftigten an der guten Entwicklung der Branche beteiligt werden."

Arbeitgebervertreter Achten wies diese Darstellung der wirtschaftlichen Lage der Branche zurück. Umsatzzuwächse gäbe es im Einzelhandel vor allem im Onlinegeschäft. Klassische Händler in den Innenstädten hätten dagegen zum Teil massive Probleme. Der Verteilungsspielraum sei deshalb "eher eng". Abgelehnt wurde von den Arbeitgebern auch die Verdi-Forderung, die Tarifverträge für "allgemeinverbindlich" erklären zu lassen, so dass sie für alle Unternehmen und Beschäftigten der Branche gelten.

Stand: 18.04.2019, 17:41

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