Reinigungskräfte fordern höhere Löhne wegen Corona

Reinigungskräfte fordern höhere Löhne wegen Corona

Obwohl ihre Arbeitsbelastung in der Corona-Krise gestiegen ist, verdienen Reinigungskräfte oft nur den Mindestlohn von 10,80 Euro pro Stunde. In Tarifverhandlungen zeichnet sich keine Besserung ab.

Die dritte Runde der Tarifverhandlung für die bundesweit rund 700.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk blieb am Dienstag in Köln ohne Ergebnis, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilte.

In vielen Firmen wurden die Arbeitszeiten erhöht, um zusätzliche Aufgaben wie die Desinfektionsreinigung zu bewältigen. Kurzarbeit spiele nur vereinzelt, etwa bei der Flughafen- und Industrie-Reinigung, eine Rolle, sagte IG BAU-Verhandlungsführerin Ulrike Laux. Dabei verdienen viele Beschäftigte meist nur den Branchenmindestlohn von 10,80 Euro pro Stunde.

Arbeitgeber bieten 20 Cent mehr pro Stunde

Die IG BAU will diese Beschäftigten aus dem Niedriglohnsektor herausführen - und fordert 1,20 Euro pro Stunde mehr für alle Lohngruppen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt lediglich ein Plus von 20 Cent geboten.

"Dieses Angebot ist völlig unzureichend und ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten", sagte Laux: "Mit steigenden Infektionszahlen setzen sich gerade Reinigungskräfte einer erhöhten Ansteckungsgefahr aus. Für ihren Einsatz erwarten sie Wertschätzung."

Gewerkschaft und Arbeitgeber verständigten sich auf eine vierte Verhandlungsrunde am 3. November in Köln.

Stand: 20.10.2020, 18:17

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