NRW-Talsperren füllen sich nur langsam

NRW-Talsperren füllen sich nur langsam

  • Nasser Herbst freut Talsperrenbetreiber
  • Talsperren bislang eher unterdurchschnittlich gefüllt
  • Trinkwasserversorgung und Hochwasserschutz

Der bislang nasse Herbst erfreut die Talsperrenbetreiber in NRW: Die im trockenen Sommer vergleichsweise leergelaufenen Reservoirs können sich erholen. Doch mehr Regen sei wünschenswert, heißt es insbesondere in den Einzugsgebieten von Ruhr und Wupper.

Wassermangel trotz Regen

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 23.10.2019 05:56 Min. Verfügbar bis 22.10.2024 WDR 5

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Die dortigen Talsperren sind bislang eher unterdurchschnittlich gefüllt, sagten die Wasserversorger am Samstag (26.10.2019). Bei den meisten Eifel-Talsperren sieht es dagegen besser aus. Nur die Wehebachtalsperre habe noch Rückstände aufzuholen.

30 Millionen Kubikmeter Wasser fehlen

In den Talsperren des Ruhrverbandes fehlen insgesamt etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasser im Vergleich zu sonst um diese Jahreszeit. "Über Wochen hinweg mussten unsere Talsperren unten das Zehn- bis Fünfzehnfache von dem abgeben, was oben hineinfloss", schilderte Britta Balt, Sprecherin des Ruhrverbandes.

Auch wenn die vergangenen Wochen nun Regen gebracht haben: Die Füllstände sind noch weiter zurückgegangen. So groß war das Defizit im gesamten Netz und in der Vegetation. Allein der Ruhrverband betreibt acht Talsperren. 4,6 Millionen Menschen beziehen ihr Wasser aus der Ruhr.

Trockene Böden saugen Wasser auf

Dass sich die Reservoirs trotz Schmuddelwetters noch nicht wieder gefüllt haben, liegt nach Angaben der Sprecherin des Wupperverbandes, Susanne Fischer, auch an den trockenen Böden, die das Wasser zunächst aufsaugen, bevor es die Bäche, Flüsse und Talsperren erreichen kann.

Im Bergischen hätten die Talsperren zwar den trockenen Sommer überstanden ohne auf historische Tiefstände hinabzusinken. "Wir konnten lange vom regenreichen Frühjahr profitieren", sagte Fischer.

Wichtige Wasserspeicher

Die Talsperren sind wichtiger Wasserspeicher. Sie sollen gewährleisten, dass die Flüsse auch zu regenarmen Zeiten ausreichend Wasser führen. Je nach Standort speisen sie Trinkwasserversorger oder die Industrie.

Andere gewährleisten in regenreichen Zeiten auch Hochwasserschutz. Die Betreiber sind gesetzlich verpflichtet, durch Schließen und Öffnen der Stauanlagen dafür zu sorgen, dass auch zu trockenen Zeiten stets eine ausreichende Menge Wasser durch die Flüsse fließt.

Stand: 26.10.2019, 11:04

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