Talsperren leeren sich

Seitenarm des Biggesees fast trocken

Talsperren leeren sich

  • Talsperren weniger als halb voll
  • Weniger Wasser wird abgegeben
  • Betreten verboten - Lebensgefahr!

Die Talsperren des Ruhrverbandes waren am Sonntag (04.11.2018) im Durchschnitt zu nur noch 47 Prozent gefüllt. Die Möhnetalsperre hat nur noch 37 Prozent, der Hennesee 35 Prozent der möglichen Wassermenge. Die Stauseen geben zurzeit 8,3 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Ruhr ab, wie der Verband mitteilte. Der Zufluss beträgt dagegen lediglich 1,6 Kubikmeter.

Ruhrverband, Wasserversorger und Umweltministerium beraten inzwischen wöchentlich, wie die Wasserversorgung sichergestellt werden kann. Wenn der Füllstand auf 15 bis 25 Prozent gesunken ist, dürfen die Talsperren kein Wasser mehr abgeben. Und dann könnten die Wasserwerke entlang der Ruhr kein Trinkwasser mehr gewinnen.

Warnung vor Leichtsinn

Der Ruhrverband hatte bereits Mitte Oktober vor dem Betreten der trocken gefallenen Bereiche gewarnt und von "lebensgefährlichem Leichtsinn" gesprochen: Der Untergrund sei nicht überall tragfähig. "Es besteht die Gefahr, einzusinken und sich nicht mehr selbst befreien zu können", hieß es in einer Mitteilung.

Spaziergänger in der beinahe leeren Biggetalsperre

"Lebensgefährlicher Leichtsinn": Spaziergänger an der Bigge

Ruhr wäre ohne Wasser der Talsperren fast trocken

Über das Talsperrensystem der Ruhr werden mehr als 4,6 Millionen Menschen im Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgt. "Ohne das zusätzliche Wasser aus den Talsperren wäre die Ruhr in Villigst bei Schwerte bereits seit Juli 2018 von wenigen Unterbrechungen abgesehen durchgängig trockengefallen", hatte ein Verbandssprecher zuletzt mehrfach erklärt.

Entlastung für die Talsperren

Das NRW-Umweltministerium hat auf den Wassermangel reagiert: Der Ruhrverband darf jetzt deutlich weniger Wasser abgeben als vorgeschrieben - vor allem aus der Henne- und der Möhnetalsperre. Das soll den noch vorhandenen Wasservorrat in den Seen möglichst lange strecken. Um Ruhr und Lenne überhaupt noch mit Wasser zu versorgen, werden vor allem die Talsperren von Bigge, Fürwigge und Verse herangezogen.

Stand: 06.11.2018, 19:57

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