Kanzlerin lobt NRW-Talentschulen

Kanzlerin lobt NRW-Talentschulen

  • Angela Merkel würdigt NRW-Modell
  • Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolgen
  • Mehr Kinder mit Migrationshintergrund an Gymnasien

"Ich finde dieses Programm des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen beispielhaft", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag (19.10.2019) in ihrer wöchentlichen Videobotschaft über die NRW-Talentschulen. Die CDU-Politikerin machte deutlich, dass die Chancengerechtigkeit in Deutschland aus ihrer Sicht weiterhin unzureichend ist und verbessert werden muss.

"Leider gibt es immer noch einen sehr starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolgen", so Merkel. "Wir sehen das insbesondere bei Schülerinnen und Schülern, die aus sozial schwierigen Regionen kommen."

Mehr Lehrer an sozialen Brennpunkten

Zu Beginn des Schuljahrs 2019/2020 sind in NRW zunächst 35 Talentschulen an den Start gegangen. Insgesamt sollen es mal 60 Schulen werden. Der Versuch dauert bis zum Schuljahr 2025/2026. Talentschulen sollen vor allem an sozialen Brennpunkten eine besondere Förderung ermöglichen. Sie unterscheiden sich von anderen Schulen durch eine bessere personelle und materielle Ausstattung. Dazu gehören unter anderem mehr Lehrer, Sozialarbeiter und Computer.

Genau das kritisiert der Landesverband der Lehrergewerkschaft GEW. Diese Schulen bekämen nun bessere Bedingungen und vieles von dem, was die GEW NRW für alle Schulen fordere. Die GEW befürchtet, dass angesichts des ohnehin gravierenden Lehrermangels zusätzliche Stellen für Talentschulen an anderer Stelle abgezogen würden. Zudem seien 35 Schulen von insgesamt rund 5.800 in NRW "eindeutig zu wenig".

Merkel: Erste Erfolge bei Chancengleichheit

Mit ihrem "Vorzeigeprojekt" vermeide die Landesregierung die "notwendige sofortige Unterstützung von allen Schulen in schwierigen Lagen", hatte die GEW NRW schon beim Start kritisiert. Es sei außerdem ein Irrglaube, dass sich mit einigen wenigen Talentschulen der "Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg" auflösen lasse.

Laut Kanzlerin Merkel wurden auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem bereits Erfolge erzielt. So habe sich die Lesekompetenz von Schülern mit Migrationshintergrund in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. Und immer mehr Kinder mit einem Migrationshintergrund besuchten ein Gymnasium.

Stand: 20.10.2019, 12:58

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