Tag gegen Homophobie: Was sich für Homosexuelle verbessert hat - und was nicht

Tag gegen Homophobie: Was sich für Homosexuelle verbessert hat - und was nicht

Von Claudia Wiggenbröker

In den vergangenen Jahren hat sich viel für Homo- und Transsexuelle getan. Doch Anfeindungen sind immer noch ein großes Problem. Am Montag war Tag gegen Trans- und Homophobie.

31 Jahre ist es her, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschlossen hat, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Um an diesen Moment zu erinnern, wird seit 2004 der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie begangen.

Doch wie steht es um die Akzeptanz von schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) in Deutschland?

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Es hat sich viel verbessert

Heute ist gleichgeschlechtliche Liebe in 69 Ländern dieser Welt illegal. In Deutschland wurde der umstrittene Paragraph, der Homosexualität unter Strafe stellte, im Frühjahr 1994 abgeschafft. Das ist noch nicht lange her. Dennoch hat sich seitdem viel getan.

Besonders die Einführung der Ehe für alle im Jahr 2017 sei ein wichtiges, gesellschaftliches Signal gewesen, meint WDR-Journalist Timm Giesbers. Er beschäftigt sich in seiner Arbeit schwerpunktmäßig mit der Situation von Homo- und Transsexuellen in Deutschland. Die habe sich in den vergangenen Jahren extrem verbessert. "Unsere Gesellschaft wird offener", so Giesbers. In weiten Teilen sei es kein riesiges Drama mehr, sich zu outen.

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Homo- und Transsexualität: "Gewaltdelikte stark angestiegen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 17.05.2021 05:41 Min. Verfügbar bis 17.05.2022 WDR 5


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Homophobie ist aber nach wie vor ein großes Problem

Dennoch ist nach wie vor viel zu tun: Immer noch werden in Deutschland 30 Prozent der Homosexuellen im Arbeitsleben diskriminiert. Unter den Trans-Menschen sind es sogar mehr als 40 Prozent. Das ergab eine gemeinsame Umfrage der Universität Bielefeld und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die vergangenen Herbst veröffentlicht wurde.

Auch in der Schule sieht es nicht besser aus. Die Initiative "Schule der Vielfalt", die 2008 in NRW gegründet wurde, setzt sich für mehr Aufklärung ein. Denn bislang gibt es "ein Klima an den meisten Schulen, das von Unwissen, Ängsten, Vorurteilen und feindlichen Haltungen gegenüber Homosexualität geprägt ist", heißt es vonseiten der Initiative.

Was kann man gegen Homophobie tun?

Ein Problem ist die Verwendung von homophoben Worten. Studien haben ermittelt: Wenn Gruppenbezeichnungen wie "schwul" als Schimpfwort verwendet werden, führt das zu negativeren Einstellungen.

WDR-Journalist Giesbers fordert, dass an Schulen hier mehr Sensibilisierung erfolgen müsste. Beispielsweise sollten Lehrer es nicht tolerieren, wenn Schüler homophobe Wörter auf dem Pausenhof verwenden.

Stand: 17.05.2021, 20:15

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