SUV-Verkauf steigt noch weiter - trotz Klimadiskussion

Ein SUV fährt über einen Zebrastreifen.

SUV-Verkauf steigt noch weiter - trotz Klimadiskussion

Von Nina Magoley

  • SUV - Hassthema und Verlockung zugleich
  • Umsatz steigt stetig, trotz Umweltkritik
  • Studie der Uni Duisburg

Mehr als eine Million SUVs ("Sport Utility Vehicle") wurden 2019 bis November in Deutschland verkauft. Jeder dritte neue Pkw war ein solches Großfahrzeug. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen hervor.

SUV seien in Deutschland eine "Volksbewegung " geworden, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR und Leiter der Studie. Fast alle großen Autohersteller hätten mittlerweile eine SUV-Variante im Programm, mehr als 120 Modelle seien am Markt. Um satte 15 Prozent wuchs das Segment seit 2010 jedes Jahr. Und obwohl die soziale Akzeptanz spürbar sinke, werde der Umsatz auch im kommenden Jahr kaum weniger werden, prophezeit der Wissenschaftler. 1,14 Millionen SUV-Neuzulassungen seien im Jahr 2020 zu erwarten: "Der Höhenflug geht weiter."

Was ist überhaupt ein SUV?

Beim SUV ist die Bodenfreiheit größer als bei Limousinen, er hat das Aussehen eines Geländewagens. Davon gibt es kleine Modelle - etwa den Opel Mokka, den VW Tiguan oder Ford Kuga, deren Verbrauchen "nur unwesentlich" höher sei als bei den Großraumlimousinen - aber eben auch die umstrittenen hohen Fahrzeuge mit wesentlich höherem Spritverbrauch als normale Pkw.

Wieso ist der Umsatz beim SUV trotz Klimadiskussion ungebrochen, und wer sind die Käufer?

Die Kritik richte sich hauptsächlich gegen die "High-End SUV", die besonders großen und schweren Fahrzeuge, sagt Dudenhöffer. Das seien aber nur gut acht Prozent der verkauften Modelle.

Es seien im Durchschnitt ältere Menschen. Ihnen komme der SUV entgegen, weil er sportlich aussehe, außerdem können man besser einsteigen und habe eine bessere Straßenübersicht.

SUV-Boom: Klimaschutz kommt keinen Schritt voran

WDR 5 Morgenecho - Interview 28.11.2019 05:07 Min. Verfügbar bis 27.11.2020 WDR 5

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Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der Verkauf von SUV den Markt für Elektroautos beflügeln werde. Wie das?

Ab 2020 dürfen Neuwagen in der EU nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer erzeugen - das entspreche 3,6 Liter Treibstoffverbrauch. Bisher lag die Grenze bei 130 Gramm. Hersteller, die große SUVs mit hohem CO2 Ausstoß verkaufen, müssten dafür entsprechend viele kleine Fahrzeuge, die weit unter 95 Gramm CO2 liegen, auf die Straße bringen, so Dudenhöffer.

Ab 2022 würden außerdem die Strafzahlungen bei Nichteinhalten dieser Vorgaben noch empfindlich steigen. "Ein großer SUV, der viel CO2 produziert, hilft, schnell viele Elektroautos auf die Straße zu bringen", so seine These. Autohersteller hätten bereits in den Verkaufsvorgaben für die Händler festgelegt, dass dieser Ausgleich umgesetzt werden muss.

Stand: 28.12.2019, 16:23

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