Finanzhilfe für Studierende: "Ich musste mir für alles Geld leihen"

Studentin mit Büchern und Euros

Finanzhilfe für Studierende: "Ich musste mir für alles Geld leihen"

  • Finanzhilfen für Studierende startet
  • 500 Euro pro Monat
  • Hilfen zunächst für die Monate Juni, Juli und August

"Ich musste mir Geld leihen, um meine Miete zu bezahlen", erzählt Nawid Nabisada. "Manchmal kommen auch Briefe von Inkassounternehmen." Nawid studiert an der TU Dortmund und Corona hat ihn hart getroffen, wie viele andere Studenten auch. Seit Dienstag dürfte sich ihre Situation verbessert haben, denn seitdem können Studierende, die durch die Corona-Pandemie in akute finanzielle Not geraten sind, Zuschüsse beim Bund beantragen.

Maximal 500 Euro pro Monat können beantragt werden, es kommt aber auf den Kontostand an. Wer zum Beispiel noch 200 Euro auf dem Konto hat, bekommt nur 300 Euro. Die Hilfe wird für die Monate Juni, Juli und August gewährt. Das Geld soll von den Studierendenwerken vor Ort ausgezahlt werden, möglichst noch diesen Monat.

Hier gehts zum Antragsformular:

Internetanschluss gekündigt, um Geld zu sparen

Nawid Nabisada, Student an der TH Dortmund

Nawid Nabisada hatte als Barkeeper gearbeitet und von dem Geld, was er damit verdient hat, kam er gerade so über die Runden. Als die Corona-Beschränkungen kamen, verlor er seinen Job in der Bar und er musste sich Geld leihen - für die Miete, die Krankenversicherung, eigentlich für alles.

Einen Internetanschluss hat Nawid Nabisada im Moment auch nicht, den hat er vor drei Monaten auch gekündigt: "Ich konnte mich entscheiden, ob der Anschluss verlängert oder gekündigt werden soll. Da hab ich erst mal gekündigt, um Geld zu sparen."

Nawid Nabisada findet es eigentlich gut, dass Studenten in finanzieller Not endlich auch Hilfe bekommen. Einen KfW-Studienkredit mit 0 Prozent Zinsen gibt es zwar seit Mai, der muss aber zurückgezahlt werden. Die Überbrückungshilfe soll es erst mal für drei Monate geben, bis August. Für Nawid reicht das leider nicht. "Von 500 Euro kann ich gerade so meine Miete zahlen, meine Versicherung und vielleicht noch den Strom. Aber leben kann ich davon nicht."

"Die 500 Euro werden nicht reichen"

Nawid sucht seit Wochen nach einem neuen Job, der ist aber gerade schwer zu finden: "Die Bar, in der ich als Barkeeper gearbeitet habe, ist pleite, dahin kann ich nicht zurück. Und auch sonst wird ja gerade wenig gesucht, es werden ja eher Stellen abgebaut." Für ihn ist noch nicht klar, wie es mit dem Studium weitergehen soll. "Wenn ich nicht bald einen neuen Job finde, weiß ich nicht, ob ich weiter studieren kann. Es kommen ja immer neue Kosten dazu. Ich will mir nicht für alles Geld leihen müssen." Und er ist auch ehrlich: "Mit den 500 Euro Überbrückungshilfe kann ich leider auch nicht weiterstudieren."

Stand: 16.06.2020, 14:24

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