Städte-Vergleich: Das kosten Wohnungen für Studierende

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Städte-Vergleich: Das kosten Wohnungen für Studierende

Von Rainer Striewski und Katrin Sturm

  • Abfrage zur Wohnsituation unter Studierendenwerken in NRW
  • Wuppertal im Schnitt am günstigsten, Bonn und Paderborn am teuersten
  • In Bochum gibt's prozentual am meisten Wohnplätze für Studenten

Wer nicht am Wohnort studiert, ist auf eine bezahlbare Unterkunft in Uni-Nähe angewiesen. Doch die ist in NRW nicht so einfach zu finden: "Wir haben über 10.000 Bewerbungen allein in Köln für 3.000 Wohnungen", erklärt Jörg Schmitz, Geschäftsführer des Kölner Studierendenwerkes. Mit insgesamt fast 90.000 Studierenden zählt Köln zu den größeren und damit begehrteren Uni-Standorten. Dennoch sind hier die Einstiegsmieten immer noch erstaunlich günstig, wie eine aktuelle Umfrage unter Studierendenwerken zeigt. Demnach gibt es in der Domstadt Unterkünfte im Wohnheim schon für 145 Euro warm pro Monat.

Wohnkosten für Studierende in NRW

Die Durchschnittsmiete für einen Platz in einem Wohnheim liegt in Köln nach Angaben des Studierendenwerks bei 262 Euro warm - und ist damit vergleichbar mit den Mieten bei allen zwölf abgefragten Studierendenwerken. Am günstigsten ist die Durchschnittsmiete demnach mit 230 Euro in Wuppertal, am teuersten mit 295 Euro in Bonn und Paderborn.

Richtig teuer kann's übrigens in Münster werden: Dort liegt die maximale Warmmiete nach Angaben des Studierendenwerkes bei 2.022,10 Euro pro Monat, allerdings für eine Sechs-Zimmer-Wohnung.

Zu wenig Wohnraum für zu viele Studenten

Alle Studierendenwerke in NRW bieten insgesamt 38.882 Wohnplätze an - und damit immer noch deutlich weniger, als benötigt werden. "Bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist vielerorts Mangelware", kritisiert Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW). So wäre die Zahl der staatlich geförderten Studienplätze seit 2007 zwar um 48 Prozent gestiegen, die Zahl der staatlich geförderten Wohnheimplätze aber nur um acht Prozent.

"Wir vermissen immer noch bitter einen Bund-Länder-Hochschulsozialpakt zum Ausbau der sozialen Infrastruktur um die Hochschulen, insbesondere zum Neubau und Erhalt der Wohnheim-Kapazitäten der Studenten- und Studierendenwerke", so Achim Meyer auf der Heyde. Derzeit befinden sich bei den Studierendenwerken NRW 1.094 Wohnplätze im Bau und weitere 974 in Planung.

NRW liegt bundesweit im Mittelfeld

Zählt man zu den Wohnplätzen der Studierendenwerke noch den öffentlich geförderten Wohnraum in privater Trägerschaft (z.B. Privatzimmerförderung), so standen im Jahr 2018 insgesamt 50.381 Unterkünfte für Studierende in NRW zur Verfügung. Rein rechnerisch ergab sich damit bei einer Studierendenzahl von 614.022 eine Unterbringungsquote in NRW von 8,21 Prozent.

Doch dieser (im Bundesvergleich im Mittelfeld liegende) Wert wird nicht überall in NRW erreicht. Unter den zwölf abgefragten Studierendenwerken schneidet Wuppertal mit 4,66 Prozent am schlechtesten ab. Die beste Quote erreicht Bochum. Dort kann 8,69 Prozent der Studierenden ein Wohnplatz angeboten werden.

Marode Studentenwohnheime in NRW

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 25.09.2019 02:59 Min. Verfügbar bis 23.09.2020 WDR 5 Von Claudia Kracht

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Stand: 07.10.2019, 06:00

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