70 Straftaten gegen Flüchtlinge in NRW

Springerstiefel (Symbolbild)

70 Straftaten gegen Flüchtlinge in NRW

  • Zahl der Delikte gegen Flüchtlinge in NRW gestiegen
  • Täter aus dem rechtsextremen Spektrum
  • Bundesweit 609 Straftaten

Die Zahl der gegen Flüchtlinge und Asylbewerber gerichteten Straftaten ist in NRW in den ersten sechs Monaten von 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Im ersten Halbjahr 2019 hat die NRW-Polizei 70 entsprechende Delikte registriert, wie aus einer am Donnerstag (05.09.2019) bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Partei "Die Linke" hervorgeht.

Im ersten Halbjahr 2018 hatte es laut einer Antwort der Landesregierung auf eine Grünen-Anfrage im vergangenen August 37 Delikte gegen Flüchtlinge und Asylbewerber in NRW gegeben, darunter sieben Gewaltdelikte.

Auch Helfer waren Ziel von Attacken

In den ersten sechs Monaten von 2019 zählte die Polizei 14 Angriffe auf Flüchtlingsheime - zumeist Sachbeschädigungen oder das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

50 Mal wurden Asylbewerber außerhalb ihrer Unterkunft angegriffen oder beleidigt. In sechs Fällen waren ehrenamtliche Helfer oder Hilfsorganisationen, die sich für die Belange von Flüchtlingen einsetzen, Ziel von Attacken. Bundesweit wurden im ersten Halbjahr von 2019 insgesamt 609 Straftaten gegen Flüchtlinge registriert.

Alle sind in der Verantwortung

Das Bundesinnenministerium hält in seiner Antwort fest: "Alle in unserer Gesellschaft und auch die Politik tragen die gemeinsame Verantwortung, sich gegen ein stilles Einverständnis oder auch bloß stilles Hinnehmen solcher Anschläge durch eine Minderheit in unserer Gesellschaft deutlich zu positionieren."

Stand: 05.09.2019, 18:26

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