NRW-Verkehrsminister will Auto-Poser härter bestrafen

NRW-Verkehrsminister will Auto-Poser härter bestrafen

  • NRW unterstützt Initiative gegen Auto-Poser
  • Motorheulen und Reifendurchdrehen sollen teurer werden
  • Bußgelder von mehreren hundert Euro angedacht

Wenn am Donnerstag (04.04.2019) die Frühjahrskonferenz der Verkehrsminister der Länder in Saarbrücken startet, will NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) einen Vorstoß Baden-Württembergs unterstützen. Das Land hat einen Antrag eingereicht, nachdem sogenannte Auto-Poser härter bestraft werden sollen.

Es geht unter anderem um das Anfahren mit durchdrehenden Reifen und das Aufheulenlassen des Motors. Bislang werden solche Vergehen lediglich mit Verwarnungsgeldern in Höhe von zehn oder 20 Euro sanktioniert. Wüsts Stuttgarter Amtskollege Winfried Hermann (Grüne) würde die Strafen gerne drastisch erhöhen.

Höhere Strafen auch für Handy am Steuer

Hendrik Wüst

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst von der CDU

Unter anderem sind mehrere hundert Euro im Gespräch für "unnützes Hin- und Herfahren sowie für unnötige Lärm- und Abgasemissionen", wie der zuständige Ministerialdirektor des baden-württembergischen Verkehrsministeriums der Saarbrücker Zeitung erklärte. Es gehe um die "notorischen Nerver", die durch - eigentlich vermeidbares - Hin- und Herfahren andere stören, unterstreicht auch Wüst am Donnerstagmorgen auf WDR2. "Wir reden von denen, die mit getunten Auspuffanlagen extra Krach machen."

Wüst hat aber nicht nur die Tuning-Szene im Fokus. Ihm geht es auch um anderes gefährliches Verhalten im Straßenverkehr wie das Benutzen des Handys am Steuer, betrunken Autofahren und Tempoüberschreitungen.

Verkehrsminister gegen "Autoposer" WDR aktuell 04.04.2019 01:16 Min. Verfügbar bis 04.04.2020 WDR

Zahl der Unfälle in NRW gestiegen

Tatsächlich stieg die Zahl der Verkehrsunfälle und -toten in NRW im vergangenen Jahr wieder an. Neben zu hoher Geschwindigkeiten und zu wenig Abstand ist immer häufiger das Handy die Ursache für die Unfälle. Bislang kostet das zwischen 100 und 200 Euro und kann bis zu einem Monat Fahrverbot nach sich ziehen.

Bei dem Vorstoß der Verkehrsminister gehe es in erster Linie um die sicherheitsrelevanten Themen, sagte Wüst dem WDR. Dazu gehörten auch Vorfälle, wie die Hochzeitsgesellschaft, die Ende März für Hochzeitsfotos die A3 bei Ratingen mit ihren Lususkarossen blockierte.

Auch die Zahl der illegalen Autorennen in NRW ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um mehr als 40 Prozent gestiegen, obwohl diese mittlerweile als Straftat geahndet werden können. Haftstrafen bis zu fünf Jahren können laut StVO dafür verhängt werden.

Ganz so rigoros will Wüst die Sanktionierung von Auto-Posern nicht verschärfen. Gemeinsam mit den anderen Verkehrsministern der Länder will er eine Länderarbeitsgruppe einsetzen, die gefährliches Verhalten im Straßenverkehr systematisch identifizieren und härtere Strafen vorschlagen soll. Dadurch soll ein neuer Bußgeldkatalog entstehen.

Stand: 04.04.2019, 06:00

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