Hohe Strafen fürs Taubenfüttern

Eine Hand füttert Tauben

Hohe Strafen fürs Taubenfüttern

Von Claudia Wiggenbröker

  • Taubenfüttern kann teuer werden
  • Fütterung auch kein Vorteil für Tiere
  • Bestand muss reguliert werden

Die einen hassen sie, die anderen füttern sie: Tauben erregen vielerorts die Gemüter. Gerade für viele Städte wird die Vermehrung der Tiere aber zum Problem: Taubenkot verunreinigt Fassaden, Krankheiten übertragen sich schnell, von ausgelegtem Futter werden auch Ratten angezogen.

Auch die Stadt Rostock kämpft mit einer hohen Taubenpopulation - und denkt daran, das Füttern der Tiere mit bis zu 5.000 Euro Strafe zu ahnden, wie die Stadt am Freitag (26.04.2019) dem WDR bestätigte. Zuvor hatte die Ostsee-Zeitung darüber berichtet.

Taubenfüttern kann teuer werden

In Nordrhein-Westfalen kann es in vielen Städten ebenfalls teuer werden, die Vögel zu füttern: Köln verlangt 35 bis 1.000 Euro für das "Auslegen oder Anbieten von Futter für verwilderte Haustauben oder Wildtauben". Auch in Duisburg und Dortmund werden bis zu 1.000 Euro Buße erhoben.

Die Stadt Dortmund betont zudem, dass Fütterungsverzicht "die weitaus beste Methode sei, das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen und den Tauben zu einem artgerechten Leben zu verhelfen."

In Bochum wird es indes nicht ganz so teuer: Hier kostet das Füttern von verwilderten Tauben 45 Euro. In Paderborn fallen nur 25 Euro an. Auch in Wuppertal ist das Taubenfüttern verboten, ebenso in Münster.

Hier erklärt die Stadt Münster: "Unseren Stadttauben geht es schlecht, weil sie gefüttert werden." Die große Nahrungsmenge ermögliche zu vielen Tauben ein Überleben, weshalb sich die unter schlechtesten hygienischen Bedingungen in wenigen geeigneten Brutplätzen zusammenrotten würden.

Füttern keine Hilfe für Tiere

Auch der Naturschutzbund NABU rät davon ab, Tauben zu füttern: "Stress nimmt zu, Krankheiten und Parasiten treten häufiger auf, die Jungensterblichkeit steigt bis auf 90 Prozent im ersten Lebensjahr."

Viele Regulierungsmaßnahmen wie der Abschuss oder das Einfangen der Tiere sind laut den Tierschützern aber nicht efffektiv. Helfen könnten stattdessen "eigens eingerichtete und betreute Taubenschläge, mit deren Hilfe die Stadttauben gezielt angesiedelt und bestandsreguliert" werden könnten.

Laut dem Eigentümerverbund Haus & Grund Rheinland kann das Füttern von Tauben auf dem Balkon sogar zur fristlosen Kündigung einer Mietwohnung führen. Grundlage ist ein Urteil des Amtsgerichts Bonn. Hier hatten sich Mieter aus einem Mehrfamilienhaus darüber beschwert, dass eine Nachbarin Dutzende Wildtauben auf ihrem Balkon fütterte. Nach mehrmaliger Ermahnung kündigte der Vermieter ihr fristlos - und bekam recht.

Stand: 26.04.2019, 12:20

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Gisela 28.04.2019, 07:42 Uhr

    Hier wohnt auch eine Tauben-Fütterin und es sind über 20 Tauben auf der Wiese wenn Futter ausgestreut ist -- auch steht eine Schüssel mit Wasser bereit. Bis vor kurzem fand ich das gut aber seit Ratten über meinen Balkon gelaufen sind und sich jede Menge Rattenlöcher ums Haus befinden sehe ich das anders. Es wurde Rattengift von einer Firma in die Löcher gegeben aber wenn die Tauben weiterhin so gut gefüttert werden haben die Ratten keinen Grund nicht das zu futtern was die Tauben liegen lassen und so vermehren sie sich weiter. Mehrere kleine Ratten hab ich schon früh morgens über die Wiese huschen gesehen. Ich bin gegen das Füttern der Tauben damit das Problem mit den Ratten hier auf jeden Fall aufhört.

  • 4 Helmut 27.04.2019, 18:27 Uhr

    Irgendwas zwischen 20 und 50 Euro geht in Ordnung, sonst geht die Verhältnismäßigkeit weg; wie bei Gefängnis wegen Schwarzfahren. Man kann noch ein wenig zulegen bei mehrfachen Vorsatz, unzumutbare Belästigung von Nachbarn wäre auch noch ein Thema für sich aber nicht übertreiben.

  • 3 Renate 27.04.2019, 12:16 Uhr

    Ich habe den Artikel zufällig gefunden und mir sträuben sich alle Haare. So viele Falschaussagen in einem so kleinen Text. Sehr bedauerlich, das Städte, Gemeinden und Hausbesitzer in mehr als 60 Jahren tierquälerischer und unwirksamer Taubenvergrämung nichts gelernt haben. Dabei machen es Städte wie Augsburg seit langem vor, wie es richtig geht. Wenn dann noch der ständige Nachschub an Tauben durch den sogenannten Brieftaubensport gestoppt werden würde, hätten wir dieses Problem gar nicht mehr.

  • 2 Martha Kasper 27.04.2019, 08:54 Uhr

    Unsinn! Tauben brüten selbst noch wenn sie selber kaum noch etwas wiegen und hob m verhungern sind. Es ist ihr Instinkt zu brüten! Fütterungsverbote haben nur zur Folge, dass Tauben sich von Abfall ernähren müssen und somit krank werden! Diese Krankheiten sind allerdings "Taubenkrankheiten"! Keine ansteckenden auf Menschen! Auch nicht auf andere Tiere übertragbar.

  • 1 Sabine 26.04.2019, 15:58 Uhr

    Anstatt mit Strafen daher zu kommen, sollte man Menschen lieber aufklären z.B. mit Plakaten. Es fehlt einfach das Wissen. Diese hohe Summen sind doch Quatsch. Die Menschen wissen nicht einmal, dass Brot kein Vogelfutter ist! Aufklärung statt Strafen!

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