Stimmen zu Hanau: "Ich kenne den Schmerz"

Stimmen zu Hanau: "Ich kenne den Schmerz"

  • Stimmen nach dem Anschlag von Hanau
  • Innenminister Reul: "Entgrenzung in Gesellschaft"
  • Terrorismusexperte Mascolo: "Nicht das erste Mal"

Nach dem offenbar rassistischen Anschlag im hessischen Hanau, bei dem zehn Menschen und der Attentäter ums Leben kamen, rufen Politiker dazu auf, die Gefahr von Rechts nicht zu verharmlosen. Mevlüde Genc, die beim Brandanschlag in Solingen 1993 mehrere Familienmitglieder verlor, spricht sich für gegenseitigen Respekt aus. Terrorismus-Experte Georg Mascolo sieht Schwierigkeiten, mögliche Täter finden.

"Ich kenne das Gefühl, aufgrund von Rassismus meine Kinder verloren zu haben, sehr gut. Ich kenne den Schmerz aus nächster Nähe. Gott möge uns allen Geduld geben. Lasst uns zueinander gut sein. Lasst uns gegenseitig respektieren und lieben. Dieses Land ist unser Land. Unsere Kinder werden für immer hier leben."
Mevlüde Genc, Mutter/Großmutter/Tante der Brandanschlagsopfer von Solingen

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"Für mich ist die größte Gefahr, dass es so ein schleichendes Gift gibt, eine Entgrenzung in der Gesellschaft. Dass man Sachen sagen darf, kein Widerspruch passiert, dass man zustimmt und dass dann Sachen, die total unsinnig sind, plötzlich zu Wahrheiten werden." Herbert Reul (CDU), NRW-Innenminister

Rechte Gewalt: "Man muss zumindest widersprechen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 21.02.2020 06:22 Min. Verfügbar bis 20.02.2021 WDR 5

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"Nehmen wir eigentlich wirklich ernst als Gesellschaft, was da am rechten Rand passiert? Ich habe den Eindruck, dass gerade in den Sicherheitsbehörden viel zu lange über Einzeltäter geredet wurde. Es wurde verharmlost, dass es vielleicht diese rechten Strukturen gibt. Das muss klar in den Fokus rücken." Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

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"Zu lange ist die Gefahr durch den wachsenden Rechtsextremismus verharmlost und vernachlässigt worden. Polizei und Justiz scheinen zudem häufig auf dem rechten Auge eine Sehschwäche zu haben. Das rächt sich jetzt. Für alle betroffenen Menschen ist dies eine besonders bittere Erkenntnis."
Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

"Das, was wir in Hanau erlebt haben, ist jetzt nicht zum ersten Mal aufgetreten. Dass wir es mit Menschen zu tun haben, die früher kaum oder gar nicht in einer terroristischen Szene aufgefallen sind. Leute, die sich in weiten Teilen im Internet radikalisieren." Georg Mascolo, ARD-Terrorismusexperte Georg Mascolo.

Stand: 21.02.2020, 16:49

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