Besuch in Erftstadt: Steinmeier ruft zur Solidarität auf, #Laschetlacht

Besuch in Erftstadt: Steinmeier ruft zur Solidarität auf, #Laschetlacht

Bundespräsident Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Laschet haben sich ein Bild von der Lage in Erftstadt gemacht. Während Steinmeier an die vielen Schicksale der Menschen erinnerte, löste Laschet einen Sturm der Kritik aus.

Als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) vor die Kameras treten, ist ihnen ihre Betroffenheit anzusehen. Gemeinsam haben sich am Samstag in Erftstadt ein Bild über das Ausmaß des verheerenden Unwetters verschafft.

So schlimm die Lage dort wie auch in anderen Flutkatastrophen-Gebieten auch ist, es gibt etwas Tröstliches: "In der Not steht unser Land zusammen", sagte Steinmeier. Er dankte den unzähligen Helfenden für ihren unermüdlichen Einsatz.

Dank für den Einsatz der Helfenden

Viele hätten "bis zur Erschöpfung und jenseits davon gearbeitet", sagte der Bundespräsident. Diese Solidarität und Hilfsbereitschaft dürfen nun keine Eintagsfliegen bleiben. Beides müsse anhalten, wenn die mediale Aufmerksamkeit abebbe und nicht mehr jeden Tag über die Flutkatastrophe berichtet werde. "Denn vielen Menschen ist nichts geblieben, als ihre Hoffnung", so Steinmeier. "Und diese Hoffnung dürfen wir ihnen nicht nehmen."

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) spricht bei seinem Besuch in Erftstadt

Laschet, der auch Kanzlerkandidat der Union ist, betonte erneut, dass das Land schnell und unbürokratisch Hilfe anbieten wolle. Dabei sei es aber wichtig, dass Land und Bund zusammenarbeiten. Auch Laschet dankte den Helfenden für ihr Engagement. Viele hätten "alles stehen und liegen gelassen, um zu helfen". Dies habe ihn stark beeindruckt.

Trotzdem hagelte es kurz nach dem Auftritt, der auch auf WDR.de live gestreamt wurde, heftige Kritik im Netz. Denn wer ab Minute 2:28 genau hinschaut während Steinmeier mit den Journalisten spricht, kann im Hintergrund den Ministerpräsidenten von NRW erkennen, wie er mit einigen Mitarbeitern feixt und lacht. Viele halten das für unpassend in dieser Situation.

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"Das Verhalten unseres Ministerpräsidenten ist inakzeptabel und unverzeihlich", schrieb ein User auf Twitter, der laut eigener Aussage in Erftstadt aufgewachsen ist. Noch am Nachmittag trendete auf Twitter der Hashtag #Laschetlacht, unter dem viele User ihrem Ärger Luft machten und Laschet verhöhnten.

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"Weil jetzt so ein Tag ist, lässt man sich doch das Lachen nicht verbieten..." schreibt eine Userin und bezog sich damit auf die Aussage, die Laschet zwei Tage zuvor in der Aktuellen Stunde machte, als Moderatorin Susanne Wieseler ihn fragte, ob er seine Klimapolitik ändere.

Am Abend entschuldigte sich Laschet auf Twitter für sein Verhalten. Er bedauere "den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist", so der Ministerpräsident. "Dies war unpassend und es tut mir leid."

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Niederschmetternde Bilder aus Erftstadt

Die Lage in Erftstadt ist auch alles andere als zum Lachen: Unfassbare Wassermassen fluteten in den vergangenen Tagen durch Ortsteile, unterspülten Häuser und rissen sie weg. Riesige Löcher klafften in der Erde. Darin lagen Autowracks neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation. Halbe Häuser stehen in der Gegend herum, der Rest ist weg.

Aus noch stehenden Häusern drangen Hilferufe. Die Bundeswehr rückte mit Transportpanzern an, um bei der Rettung von Eingeschlossenen zu helfen.

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

Drei Rinder stehen bis zum Bauch in Wasser, ein Mann versucht, sie in Sicherheit zu bringen.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

Merkel kommt am Sonntag

Für Sonntag ist ein Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in von dem Unwetter stark betroffenen Regionen angekündigt.

Stand: 17.07.2021, 19:41

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