Bundespräsident Steinmeier im Brennpunkt Marxloh

Bundespräsident Steinmeier im Brennpunkt Marxloh

  • Steinmeier am Dienstag (13.03.2018) in Duisburg-Marxloh
  • Bundespräsident: "Herausforderungen sind riesengroß"
  • Staatsoberhaupt sah sich "Schrottimmobilien" an

Zweieinhalb Jahre nach Bundeskanzlerin Merkel kam am Dienstag (13.03.2018) Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Duisburger Problembezirk Marxloh.

Steinmeier: "Unendlich viel bewältigt"

Steinmeier würdigte den Einsatz vieler Bürger für den von starker Zuwanderung geprägten Stadtteil: "Natürlich sind die Herausforderungen riesengroß", sagte er. Aber man sehe auch, "wie unendlich viel schon bewältigt worden ist, wie sehr die Menschen sich bemühen, diesen Herausforderungen auch gerecht zu werden."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht Duisburg-Marxloh

WDR 2 | 13.03.2018 | 03:05 Min.

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Steinmeier nannte als Beispiel private Bemühungen, Zuwanderer in das Viertel einzubinden: "Und wir sehen das auch in einer städtischen Politik, die sich gerade um diesen Stadtteil sehr bemüht."

Der Bundespräsident sah sich auch heruntergekommene Häuser in Marxloh an, in der laut Stadt häufig Armutszuwanderer aus Südosteuropa lebten. Seit 2014 seien mehr als zwei Dutzend solcher "Schrottimmobilien" stillgelegt worden.

Probleme treffen Kommunen hart

Steinmeier betonte, dass Probleme in aller Härte auf der kommunalen Ebene aufschlügen. Deshalb komme es immer wieder auf die Unterstützung der Kommunen durch Land und Bund an.

Steinmeier besuchte auch eine Grundschule, an der 95 Prozent der Kinder ausländische Wurzeln haben. Er zeigte sich beeindruckt von der Arbeit des Schulteams.

Mancher Bewohner sah den Besuch skeptisch: "Ich glaube nicht daran, dass sich viel ändert", sagt eine 56-Jährige. Sie kritisierte, dass die Straße vor der Schule extra für den Besuch gereinigt wurde. Das sei nicht "das wirkliche Leben".

Bundespräsident Steinmeier: Dienstreise ins Heimatland

Frank-Walter Steinmeier hat seinen Antrittsbesuch in seinem Heimatland NRW nachgeholt. Der Bundespräsident ist im Kreis Lippe aufgewachsen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (3.v.r) besucht den Döner-Grill in Altena, in dem im vergangenen November Bürgermeister Andreas Hollstein mit einem Messer angegriffen worden war.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (3.v.r) hat am Dienstag (13.03.2018) seinen zweitägigen Antrittsbesuch in NRW am Abend bei einem Bürgerempfang in Arnsberg beendet. Zuvor in Altena besuchte er am Nachmittag mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (am Tisch links) jenen Döner-Grill, in dem im vergangenen November Bürgermeister Andreas Hollstein mit einem Messer angegriffen worden war.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (3.v.r) hat am Dienstag (13.03.2018) seinen zweitägigen Antrittsbesuch in NRW am Abend bei einem Bürgerempfang in Arnsberg beendet. Zuvor in Altena besuchte er am Nachmittag mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (am Tisch links) jenen Döner-Grill, in dem im vergangenen November Bürgermeister Andreas Hollstein mit einem Messer angegriffen worden war.

In der Begegnungsstätte "Burg Holtzbrinck" in Altena traf sich Steinmeier mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern, die bei Sprachproblemen und Behördengängen helfen.

In Dortmund informierte sich Steinmeier (l.) am Mittag gemeinsam mit NRW-Innenminister Herbert Reul (r., CDU) über die Arbeit von jungen Polizisten und Polizistinnen in Problembereichen wie der Nordstadt oder bei Fußballspielen.

In Duisburg besuchte das Staatsoberhaupt am Dienstagvormittag eine Grundschule im Stadtteil Marxloh, in dem mehrheitlich Ausländer leben.

In einem Gespräch mit Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link informierte er sich anschließend über die besonderen Probleme in dem Stadtteil - unter anderem über den Umgang der Stadt mit Schrottimmobilien.

Bei einem Rundgang im Stadtteil Marxloh informierten sich Bundespräsident Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender (3.v.l.) auch über die Tätigkeit der Task-Force "Problemimmobilien".

Später am Vormittag besuchte er noch ein für den Stadtteil typisches Brautmodengeschäft. Im weiteren Tagesverlauf will der Bundespräsident im sauerländischen Altena mit Flüchtlingsfamilien und Ehrenamtlichen sprechen. Das zweitägige Programm endet am Dienstagabend mit einem Bürgerempfang in Arnsberg.

Begonnen hatte Steinmeier seinen Antrittbesuch am Montag (12.03.2018). Er wurde zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender vor der Staatskanzlei in Düsseldorf von Ministerpräsident Armin Laschet (l., CDU) begrüßt.

Auf dem roten Teppich wartete auch Ehefrau Susanne Laschet (l.) auf die Gäste.

Vor dem Bundespräsidenten lag ein straffes Programm.

Neben politischen Gesprächen und repräsentativen Terminen gab es auch einige zeremonielle Pflichten.

Zum Beispiel ein Eintrag im Gästebuch der Landesregierung.

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) übergab ihm eine Skulptur in Form eines Radschlägers, dem Düsseldorfer Wahrzeichen.

Am Montag besuchten Steinmeier und seine Frau außerdem die RWTH Aachen, wo ihnen unter anderem Professor Günther Schuh das Elektroauto e.GO Life vorstellte. Der Produktionsforscher erläuterte, wie das Unternehmen e.GO Mobile AG das Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft auf dem RWTH Aachen Campus nutzt.

Stand: 13.03.2018, 15:53

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