Gefahr für Hunde durch Staupe-Fälle in NRW

Kranker Hund mit Tuch zum kühlen des Kopfes

Gefahr für Hunde durch Staupe-Fälle in NRW

Von Claudia Wiggenbröker

  • Mehrere Staupe-Fälle bei Füchsen
  • Hunde können sich beim Spaziergang anstecken
  • Tierhaltern wird Impfung empfohlen

In NRW sind zu Anfang dieses Jahres mehrere Fälle von Staupe bekannt geworden. So teilte der Kreis Mettmann mit, dass in Ratingen und Haan drei tote Füchse mit Staupe gefunden wurden.

Im Februar war ein infizierter Fuchs in Essen aufgetaucht, im Januar hatte es einen Fall in Heiligenhaus gegeben. Ebenso war das Virus im Kreis Viersen aufgetreten. In Mülheim gibt es drei bestätigte Fälle von Staupe bei Füchsen. Das hat die Stadt mitgeteilt. Weitere Tiere werden demnach noch untersucht, die Stadt geht von bis zu acht infizierten Füchsen aus.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Impfschutz dringend empfohlen

Die Erkrankung verläuft häufig nicht nur bei Füchsen, sondern auch bei infizierten Hunden tödlich. Das Veterinäramt des Kreises Mettmann fordert Hundebesitzer daher auf, ihre Tiere impfen zu lassen. "Wenn sich ein ungeschützter Hund infiziert hat, gibt es keine wirksamen Behandlungsmethoden", heißt es in einer Mitteilung von Montag (18.03.2019).

Auch die Ständige Impfkomission Veterinär des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit empfiehlt, dass Hunde gegen Staupe geschützt werden sollten.

"Virus tritt immer wieder auf"

"Es ist wichtig, dass Hunde geimpft werden", unterstreicht auch Michael Petrak von der Forschungsstelle für Jagdkunde des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV).

Von einer Zunahme an Staupe-Fällen in NRW könne man allerdings nicht sprechen. "Aber das Virus tritt immer wieder auf." Bevor es den Impfschutz gegeben habe, wäre Staupe die häufigste Todesursache bei Hunden gewesen, so Petrak am Dienstag (19.03.2019) gegenüber dem WDR.

Vielfältige Symptome

Die Übertragung von Staupe erfolgt durch Speichel, Kot, Urin sowie Nasen- und Augensekret. Hunde können sich also schon beim Waldspaziergang mit dem tödlichen Virus anstecken. Symptome können unter anderem starker Durchfall und Erbrechen sowie Husten und Atemnot sein.

Neben dem Fuchs infizieren sich auch andere Wildtiere wie Marder, Wölfe, Wiesel oder Waschbären. Staupe-Symptome ähneln denen der Tollwut, erkrankte Tiere verhalten sich häufig auffällig: Sie verlieren ihre Scheu, wirken schläfrig und orientierungslos oder aggressiv.

Für Katzen ist das Virus nicht gefährlich. Auch für Menschen hat Staupe keine bekannten negativen Auswirkungen.

Das Staupe-Virus war jahrelang nahezu ausgerottet, mittlerweile treten aber wieder Fälle in Deutschland auf. Das hat mehrere Gründe: Zum einen werden infizierte Tiere aus dem Ausland eingeführt, zum anderen wird eine Impfmüdigkeit bei Tierhaltern diskutiert.

Stand: 19.03.2019, 11:15

Aktuelle TV-Sendungen