Aachen hebt ab: Neue Startbahn am Flugplatz Merzbrück fertig

Symbolisch schneiden Männer, darunter Minister Hendrik Wüst, ein Band durch, um die neue Startbahn zu eröffnen

Aachen hebt ab: Neue Startbahn am Flugplatz Merzbrück fertig

NRW-Verkehrsminister Wüst (CDU) durchschnitt symbolisch das Band – statt 500 Metern steht jetzt fast doppelt so viel zur Verfügung für Starts und Landungen. Das reicht für einen sicheren Hobby- und Schulbetrieb nach den EU-Normen – und für einmotorige Geschäftsmaschinen. Nicht aber für Jets.

Außerdem verläuft die neue Piste in eine etwas andere Richtung -  dadurch vermindert sich, so ein Gutachten, der Lärm für die meisten der umliegenden Gemeinden.

Forschung und Luftfahrtgewerbe

Dennoch stehe die neue Piste für den Start in eine vielversprechende Zukunft, so Minister Wüst. Das Land trug mehr als die Hälfte der etwa sieben Millionen Euro Baukosten, weil durch die Startbahn weitere Projekte folgen. In Merzbrück soll ein Flugtaxi mit Hybridantrieb entwickelt und möglicherweise gebaut werden, das leise und umweltfreundlich Städte verbindet.

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und die Fachhochschule Aachen wollen in Merzbrück forschen, die FH plant einen eigenen Hangar und Hörsäle. Und ein 80 Hektar großes Gewerbegebiet entsteht – für High-Tech-Betriebe mit Nähe zur Luftfahrt. All das mit Autobahn- und Bahnanschluss.

18 Jahre Planung  

Bis zur Fertigstellung dauerte es allerdings 18 Jahre. Die Pläne gehen auf das Jahr 2002 zurück. Die Investition wollten die Platzherren – darunter die heutige Städteregion Aachen und die Städte Eschweiler und Würselen – nicht alleine tragen.

Die damalige rot-grüne Landesregierung zeigte wenig Interesse am Luftverkehr. Zudem bremsten Klagen von Anwohnern die Planung. Und auch jetzt ist das Werk noch nicht ganz vollbracht: Bis Mitte des Monats sind nur 500 Meter der neuen Startbahn nutzbar, weil am westlichen Ende noch an der Autobahnabfahrt Broichweiden gebaut wird.

Stand: 05.09.2020, 15:38

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