Erstes Ferienwochenende: Wieder Warteschlangen und gestrichene Flüge

Stand: 26.06.2022, 17:12 Uhr

Zu Beginn der Sommerferien in NRW ist weiterhin Geduld an den Flughäfen gefragt. Auch heute gab es teilweise wieder lange Warteschlangen und Flugausfälle.

Als erstes der 16 Bundesländer in Deutschland ist NRW am Freitag in die Sommerferien gestartet. Für das gesamte Wochenende rechnet der Flughafen Köln/Bonn mit 115.000 Fluggästen und der Düsseldorfer Airport mit über 200.000 Reisenden.

Puffer für die Flugreise einplanen

Die Gewerkschaft Verdi und die Betreibergesellschaften warnten bereits seit Tagen vor Schlangen am Wochenende. Die Flughäfen empfehlen, mehrere Stunden vor Abflug vor Ort zu sein und möglichst schon am Vortag einzuchecken.

Wegen Personalnot rechnet die Lufthansa abseits der Urlaubszeit erst im kommenden Jahr wieder mit einer Normalisierung des Flugbetriebs. "Eine kurzfristige Verbesserung jetzt im Sommer werden wir realistisch leider kaum erreichen können", sagte Vorstandsmitglied Detlef Kayser der "Welt". Aktuell helfe es nur, die Zahl der Flüge zu reduzieren. Das sei kein deutsches Problem allein, sondern gelte für die ganze Welt.

Aushilfe von der Feuerwehr in Düsseldorf

Rund 150 Meter lange Schlange vor der Sicherheitskontrolle am Düsseldorfer Flughafen

Weiterhin lange Schlangen am Airport Düsseldorf

Am Düsseldorfer Flughafen fielen Sonntag erneut mehr als ein Dutzend Eurowings-Flüge aus. Insgesamt blieb die Lage an den Check-in-Schaltern jedoch relativ entspannt.Am Vortag zeigte sich noch ein anderes Bild: Manche Reisende mussten bis zu fünf Stunden warten.

Ein Feuerwehrauto steht an der Ladefläche für das Gepäck

Die Feuerwehr hilft beim Kofferchaos

Und ausgerechnet zum Ferienbeginn zeigte sich auch noch die Gepäckförderanlage des größten Flughafens des Landes von ihrer anfälligen Seite. Nach einer Störung am Freitag kam es am Samstag erneut zu einer Störung in einem Teil der Anlage. Als Unterstützung rückte die Feuerwehr an und half beim Ein- und Ausladen der Gepäckstücke.

Lange Wartezeit in Köln

Für die Sicherheitskontrolle am Köln/Bonner Airport war bei den Passagieren weiter viel Geduld gefragt. Hunderte Fluggäste mussten am Sonntag bis zu anderthalb Stunden Wartezeit hinter sich bringen, um überhaupt in den Bereich der Sicherheitsabfertigung zu kommen. Rund ein Dutzend Flüge wurden auch hier gestrichen.

Zu Wochenbeginn wird ein ähnliche Situation erwartet - am Montag starten rund 40.000 Reisende von Köln-Bonn aus.

Warteschlangen, um in den Bereich der Sicherheitsabfertigung zu gelangen am Kölner Flughafen.

Erneut hohes Passagieraufkommen am Flughafen Köln/Bonn

Laut einem Flughafensprecher kämpft man weiterhin mit krankheitsbedingten Personalausfällen "im dreistelligen Bereich". Das sei nicht kompensierbar.

Bereits seit Wochen gibt es an deutschen Flughäfen Probleme wegen Personalmangels. Zuletzt hatte die Lufhansa angekündigt, weitere 2.200 Flüge streichen zu müssen. Laut Branchenverband DRV werden Reiseveranstalterhebaheba aber alles dafür tun, dass gebuchte Sommertrips trotzdem stattfinden.

Große Staus blieben am Samstag aus

Eine große Reisewelle auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen blieb am Samstag aus. "Dafür, dass es der Start der Sommerferien ist, ist es ungewöhnlich ruhig auf den Autobahnen", sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei.

Der ADAC hatte vorab analysiert, dass das Auto im Vergleich zu den vergangenen beiden Corona-Jahren für die Anreise etwas an Bedeutung verliere, weil viele Menschen nach der coronabedingten Zwangspause wieder in den Urlaub fliegen würden. Zudem würden nicht alle gleich in den ersten Wochen wegfahren. Der Reiseverkehr verteile sich eher über die gesamten Sommerferien.

Viel los bei der Bahn

Dafür war es in der Bahn recht voll: Im Nahverkehr kam es am Freitagnachmittag zu mehreren Zugausfällen wegen kurzfristigen Personalausfalls, wie die Infoseite zuginfo.nrw berichtete. Vor dem ersten Ferienwochenende hatten die Eisenbahnverkehrsunternehmen bereits darauf hingewiesen, dass es bis einschließlich Sonntag auf den Regionalbahn- und Regionalexpresslinien in NRW zu zu einer außergewöhnlich hohen Auslastung kommen kann. "Es sind hohe Verspätungen möglich", hieß es.

Letzter Schultag: So ist NRW in die Sommerferien gestartet

Zum Ferienstart in NRW war einiges los: Die Warteschlangen am Flughafen waren lang, die auf den Autobahnen auch. Wie sieht die Situation für das restliche erste Ferienwochenende aus?

 Ein Schüler der Klasse 5b der Gesamtschule Münster Mitte erhält sein Zeugnis aus den Händen der Lehrerin Kathrin Weiß.

Das - mehr oder weniger - ersehnte "Giftblatt" wurde am Freitag ausgehändigt. Danach konnte NRW in die Ferien starten.

Das - mehr oder weniger - ersehnte "Giftblatt" wurde am Freitag ausgehändigt. Danach konnte NRW in die Ferien starten.

Schon am Vormittag waren die Warteschlangen am Düsseldorfer Flughafen lang. Manch ein Reisender machte sich Sorgen, seinen Flieger zu verpassen. Ab dem Nachmittag beruhigte sich die Lage aber. Allerdings wurden in Düsseldorf am Nachmittag auch Flüge abgesagt.

Gewartet werden musste auch am Bahnsteig. Im NRW-Nahverkehr kam es zu mehreren Zugausfällen.

Sylvia Nolden aus Rheinbach ist auf dem Weg an die Nordsee - mit ihren Kindern und vielen Koffern. Auf den Straßen war es besonders auf klassischen Staustrecken wie der A1oder der A3 voll. Insgesamt ging es aber noch gemäßigt zu, so das WDR-Verkehrsstudio. Der Hauptreisetag ist allerdings Samstag. Dann könnte es chaotischer werden.

Wohl dem, der es schafft, sich da selbst aus dem Verkehr zu ziehen - und einfach mal ein Picknick auf dem Rastplatz in Remscheid einlegt.

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