Starkregen: Kein Frühlingswetter in Sicht

Starkregen: Kein Frühlingswetter in Sicht

  • Unwetter über Teile von Ostwestfalen-Lippe
  • NRW-Städte passen sich dem Wetter an
  • Was Hausbesitzer tun können

Am Montagabend (20.05.2019) kam es in Ostwestfalen-Lippe zu heftigen Regenfällen. Vor allem der Kreis Lippe war stark betroffen, die Feuerwehr hatte schon nach kurzer Zeit 150 Einsätze wegen umgestürzter Bäume und vollgelaufener Keller - besonders in Extertal, Dörentrup und Kalletal. Viele Einsätze gab es auch in Detmold, Bad Salzuflen Bielefeld und Lemgo. Der Deutsche Wetterdienst sprach zwischenzeitlich eine Unwetterwarnung aus.

Meteorologen warnen vor Starkregen

Platzregen sei typisch für den Monat Mai, erklärt WDR-Wetterexperte Oliver Klein. "Das Potential ist da, da wir hohe Luftfeuchtigkeitsverhältnisse haben." In den vergangenen Tagen ist es bereits an mehreren Orten in NRW zu heftigen Regenfällen gekommen - so zum Beispiel in Arnsberg, Meschede oder Gangelt im Kreis Heinsberg. Ebenso in Leichlingen, das im vergangenen Jahr bereits von Überschwemmungen betroffen war.

Wie bereiten sich Städte auf den Klimawandel vor?

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 19.09.2018 03:28 Min. WDR 5

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Erst Mitte Mai hatte die Stadt Leichlingen ein Starkregen-Schutzprogramm vorgestellt. In den Gebieten, wo die Regenfälle nun herunterkamen, waren die Maßnahmen nach WDR-Informationen allerdings noch nicht umgesetzt. Sie sollen nun beschleunigt verwirklicht werden.

Auch in Solingen und Wuppertal werde mit Hochdruck an Schutzkonzepten gearbeitet, so der Wupperverband.

Städte müssen sich weiter anpassen

"Das Ruhrgebiet ist gut aufgestellt", erklärt Ilias Abawi vom Wasser-Wirtschaftsverband Emschergenossenschaft. "Das gilt allerdings nur für den Augenblick. Durch den Klimawandel kommen viele Herausforderungen auf uns zu." Mit der derzeitigen Technik könnte man bald an Grenzen stoßen.

Daher müssten sich die Innenstädte an die neuen Gegebenheiten anpassen: Es seien mehr Flächen nötig, die gezielt geflutet werden können. "Beispielsweise Grünflächen oder Sportplätze, auf die man Regenmassen über Notwasserwege umleiten kann."

Gefahrenstellen erkennen

"Das Thema Starkregen hat in der letzten Zeit definitiv an Bedeutung gewonnen", erklärt auch Roland W. Waniek, Geschäftsführer des IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur in Gelsenkirchen. "Viele Kommunen erstellen mittlerweile Starkregen-Karten. Mit Computersimulationen versucht man herauszukriegen, welche Gebiete bei welchem Regen wie stark betroffen sind", erklärt der Waniek. So sollen die Stellen in einer Stadt erkannt werden, die besonders anfällig für Überflutungen sind.

Das Problem: Für die Modelle müssen viele Annahmen getroffen werden. Das IKT baut deshalb derzeit eine Anlage, um die Vermutungen durch konkrete Messungen ersetzen zu können.

Stand: 20.05.2019, 21:08

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