Wie weit ist NRW bei der E-Mobilität?

Wie weit ist NRW bei der E-Mobilität?

Von Andreas Sträter

  • Netz der Stromtankstellen in NRW wird dichter
  • Ladeinfrastruktur in NRW unübersichtlich
  • Fragen und Antworten
Kommentare (2)

Wie viele Ladepunkte gibt es in NRW und wer darf sie nutzen?

In NRW gibt es rund 2.400 öffentlich zugängliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Dazu kommen laut dem Kompetenzzentrum Elektromobilität NRW weitere 5.200 Ladepunkte. Diese sind aber nur zum Teil öffentlich zugänglich, etwa bei Unternehmen oder auch in Parkhäusern. In Duisburg ist am Dienstag (08.01.2019) eine neuartige Schnellladestation in Betrieb genommen worden, die einen Teil des benötigten Stroms über Solarzellen produziert. Bisher sind solche Anlagen aber die Ausnahme.

Wie viele E-Autos sind in NRW unterwegs?

Mitte vergangenen Jahres waren in NRW etwa 11.400 batteriebetriebene Autos zugelassen. Außerdem waren knapp 8.800 Nutzfahrzeuge mit Batterieantrieb angemeldet. Damit belegt NRW sowohl beim Bestand als auch bei den Neuzulassungen deutschlandweit Platz 2 - vor Bayern (Platz 3) und hinter Baden-Württemberg (Platz 1). 

Was ist das Problem bei den Ladestationen?

Es gibt sehr unterschiedliche Steckersysteme. Das heißt ganz konkret: die Fahrer von E-Autos müssen stets verschiedene Kabel mit sich führen, wenn sie ihren Strom nicht immer an der gleichen Tankstelle abzapfen können. Hinzu kommt ein wildes Durcheinander beim Bezahlen. Die Fahrer müssen verschiedene Apps auf ihrem Handy haben oder mehrere Karten mit sich führen.

Das widerspreche der Grundidee von Mobilität, sagt Roman Suthold, Elektromobilitätsexperte beim ADAC Nordrhein in Köln: "Da wird man in seiner Beweglichkeit eingeschränkt.", E-Auto-Fahrer können nicht so einfach losfahren, sondern müssen schon im Vorfeld sehr viel planen.

Was muss in NRW jetzt getan werden?

"Es muss verhindert werden, dass NRW ein Flickenteppich mit verschiedenen Bezahlystemen bleibt", sagt ADAC-Elektromobilitätsexperte Roman Suthold. Es sei wichtig, einen einheitlichen Standard zu haben – am besten auf einer einheitlichen Plattform, die auch in anderen Bundesländern und im Ausland funktioniert. Zudem müsse es mehr Stationen geben, da die Anzahl der E-Auto-Fahrer weiter steigen wird, so Suthold.

Gibt es Alternativen zu Ladestationen?

Neben der Möglichkeit, das Auto auch an der normalen Steckdose aufzuladen - zum Beispiel in der Garage oder im Carport - wird auf dem Gebiet fleißig geforscht. Im Entwicklungs- und Erprobungsstadium befinden sich derzeit noch Systeme für induktives Laden. "Sie übertragen die Energie berührungslos zwischen einer im Boden eingelassenen Spule zum Fahrzeug", erläutert Hans-Peter Bauer, Professor für Antriebstechnik in Darmstadt. In Zukunft könnte sich das Auto also selbst während der Fahrt aufladen.

Stand: 10.01.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

2 Kommentare

  • 2 Michael aus Bonn 10.01.2019, 18:17 Uhr

    Anstelle von öffentlichen Stromtankstellen (, an denen man sinnlos rumsteht, ) sollten die Kommunen wohnortnahe Stellflächen für E-Autos ausweisen, für die man einen speziellen Anwohner-Parkausweis beantragen muss. Die Ladeinfrastruktur sollte der örtliche Netzbetreiber bereitstellen (während die Wahl des Stromversorgers dem Kunden überlassen bleibt). Dafür sollten die Politiker in NRW die Rahmenbedingungen und Fördermittel schaffen! Denn Elektromobilität ist gegenwärtig nur für Eigenheimbesitzer mit eigenem Stellplatz (Garage, Carport) praktikabel. Wieviele Bürger in NRW wohnen dagegen in Reihen- oder Mehrfamilienhäusern ohne eigenen Parkplatz? Das eigentliche Problem in NRW ist aber, dass wir Stauland Nr. 1 sind. Es sind zuviele Autos zur gleichen Zeit unterwegs. Und daran wird E-Mobilität überhaupt nichts ändern, weil es immer noch Individualverkehr ist! Deshalb sollte die Politik lieber das Wohnen in Arbeitsplatznähe und den ÖPNV massiv fördern.

  • 1 Horst Necker 10.01.2019, 14:23 Uhr

    Wenn ich als Laternenparker nicht an der Laterne tanken kann, ist das uninteressant. Bei gleichen Kosten und einer Garage mit Steckdose wäre ich offen; eine hohe Reichweite brauche ich nicht. Ich würde aber nicht wetten, dass die komplette Umweltbilanz, vom Lithium-Bergwerk in Südamerika über die Strom-Leitungsverluste bis zur Massenhaften Entsorgung der Batterien, wirklich so viel besser ist als kleinere Verbrennungsmotoren in der Nähe der Verbraucher.

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