Die Spinnen sind los: NRW muss sich auf krabbelnde Mitbewohner einstellen

Spinnennetz an einem Fensterrahmen

Die Spinnen sind los: NRW muss sich auf krabbelnde Mitbewohner einstellen

Von Claudia Wiggenbröker

Acht lange, dünne Beine, die blitzschnell in den Ecken huschen: Auf diesen Anblick müssen sich Menschen in NRW nun wieder häufiger gefasst machen. Grund dafür ist der Herbst.

Schreckgeweitete Augen und ein langsam einsetzender Rückwärtsgang: Wer Menschen in seinem Umfeld hat, die sich vor Spinnen ekeln, kennt diese Reaktion. Die Angst vor den Krabbeltieren, im Fachjargon Arachnophobie genannt, gilt als recht weit verbreitet.

Und es wird im Herbst nicht leichter für Betroffene.

Auch Spinnen wollen es lauschig

Sinkende Temperaturen und steigende Luftfeuchtigkeit bringen die achtbeinigen Zeitgenossen dazu, sich ein frostfreies Plätzchen zu suchen. Vorzugsweise in den Ecken von unseren Häusern und Wohnungen.

 Hauswinkelspinne

(Alb)Traumhaft lange Beine: die Hauswinkelspinne

Dort halten sich laut NABU vor allem zwei krabbelnde Vertreter auf: die Zitterspinne und die Hauswinkelspinne. Letztere fühlt sich, wie der Name schon sagt, in den Ecken unseres Heims recht wohl - vor allem in Kellern und Garagen.

Vor- und Nachteile der achtbeinigen Mitbewohner

Zitterspinne

Zittert, wenn sie sich gestört fühlt: die Zitterspinne

Und: Sie ist wohl der Inbegriff des Ekels für Spinnenphobiker. Die Hauswinkelspinne ist dicht behaart und relativ groß. Ihr Körper besteht dabei überwiegend aus Bein. Bis zu vier Jahre alt kann der insektenfressende Mitbewohner werden.

Das wiederum ist auch einer der Gründe, warum wir die Tierchen nicht von vornherein verteufeln sollten: Sie halten uns Plagegeister wie Fliegen und Mücken vom Hals. Ebenso nützlich ist Kollegin Zitterspinne. Der Name rührt übrigens daher, dass sie in ihrem Netz hin und her schwingt, wenn sie dort gestört wird.

Gefährlich sind beide Spinnen nicht - was Menschen, die sich ekeln, aber wohl kaum beruhigen dürfte. Noch weniger Anklang finden dürfte die Bitte, die Tierchen lebend - mit Glas und Papier - aus dem Heim zu entfernen. Genau das soll man mit den nützlichen Zeitgenossen laut Tierschützern allerdings machen, wenn man sie nicht im Haus haben will.

Per Smartphone sich der Angst stellen

Wenn die Angst hierfür zu tief sitzt, bleibt wohl zunächst nur die Option, nach Hilfe zu rufen. Oder man stellt sich der Panik. Das geht laut Forschenden von der Uni Basel sogar mit dem Smartphone: Sie haben die App "Phobys" entwickelt, die Betroffenen spielerisch die Angst vor den Krabbeltieren nehmen soll.

Nach zweiwöchigem Einsatz der App konnten sich Menschen mit Spinnenangst oder -ekel einer echten Spinne im Glaskasten besser nähern als Betroffene, die die App nicht genutzt hatten. Das berichtete das Team aus Basel in der Fachzeitschrift "Journal of Anxiety Disorders".

Zu stark darf die Phobie für diese virtuelle Art der Konfrontation allerdings nicht sein. In härteren Fällen hilft dann doch nur die klassische Verhaltenstherapie.

Stand: 29.09.2021, 15:17

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