Sperrstunde in Bonn wackelt: Altstadt-Wirte klagen

Ein Wirt mit Maske zapft in einer Kneipe Bier in ein Glas.

Sperrstunde in Bonn wackelt: Altstadt-Wirte klagen

In Bonn haben sich zwei Altstadt-Wirte erfolgreich gegen die Sperrstunde gewehrt. Sie dürfen vorerst bis Dienstag länger öffnen als 23 Uhr und auch weiter Alkohol ausschenken. Weitere Wirte wollen klagen.

Von 23 bis 6 Uhr müssen Gastronomen in NRW ihre Gaststätte schließen. Eigentlich. Für Tobias Epping und Ragnar Fleischmann aus Bonn gilt die Sperrstunde nicht. Beide sind Altstadt-Wirte.

Epping betreibt "Die Wache", Fleischmann das "Nyx". Direkt nachdem die Stadt Bonn die Sperrstunden-Regel präsentiert hat, haben sie dagegen vor dem Verwaltungsgericht geklagt und dürfen vorerst bis kommenden Dienstag 24 Uhr weiter nachts öffnen und Alkohol ausschenken. Die Sperrstunden-Regel ist bis dahin ausgesetzt.

Kein Urteil des Verwaltungsgerichts

Dabei hat das Verwaltungsgericht Köln gar nicht entschieden. Die Mitteilung des Gerichts vom Samstagnachmittag, die dem WDR vorliegt, zeigt deutlich: Die Aufhebung der Sperrstunde für die beiden Gastronomen war eine Reaktion der Stadt Bonn auf die Klage vor dem Verwaltungsgericht. Die Kläger wollten per Eilantrag die Verordnung aussetzen. Weil die Stadt aber anbot, die Sperrstunde für die beiden Kläger auszusetzen, entfiel die Eilbedürftigkeit und somit die Notwendigkeit einer richterlichen Entscheidung.

Weitere Klagen sind in Vorbereitung

Dabei hatte die Stadt Bonn noch am Freitag erklärt, dass ihre Verordnung rechtssicher sei. Christine Dolt betreibt in der Altstadt das "Cafe Pawlow". Sie freut sich für ihre Kollegen vom "Nyx" und der "Wache", findet die Regelung aber nicht nachvollziehbar. Warum gilt die Aufhebung nur für die beiden Kläger und nicht für alle?

Dolt will jetzt mit anderen Gastronomen ebenfalls klagen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis sich Gerichte mit der Sperrstunde befassen müssen.

Stand: 18.10.2020, 20:18

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