Wer zahlt für den Sperrmüll?

Ein ausgedienter Sessel steht für den Sperrmüll an der Straße

Wer zahlt für den Sperrmüll?

Von Sabine Tenta

  • Sperrmüll-Abholung regeln die Kommunen
  • Große lokale Unterschiede
  • Kostenloser Service oder Extra-Gebühr

Dieser Fall aus Siegen hat für Aufregung gesorgt: Zu einem Sperrmüll-Termin haben Unbekannte Bauschutt, Unrat, Müll vor ein Haus gekippt - alles kein Sperrmüll. Nun muss der Hauseigentümer die Entsorgung des Müllhaufens bezahlen.

Eine Frage - fast 400 Antworten

Wie ist die Sperrmüll-Abholung in NRW geregelt? Darauf gibt es 396 verschiedene Antworten, denn so groß ist die Zahl der Kommunen in NRW. Und jede hat ihre eigene Abfallsatzung. Und eigene Regeln dafür, was in welchem Umfang ab wann wohin gestellt werden darf. Die meisten Kommunen bieten online übersichtliche Informationen an.

Kostenlos oder extra zahlen?

Bei aller Unterschiedlichkeit gibt es jedoch zwei grundsätzliche Finanzierungsmodelle: Entweder die Bürger zahlen extra für den Sperrmüll oder es ist kostenlos. Wobei kostenlos nicht ganz stimmt. Denn finanziert wird es über die Abfallgebühren, die alle Bürger tragen.

Modell A: Keine Extra-Kosten

In Köln, Gelsenkirchen, Duisburg, Essen, Hamm und vielen anderen NRW-Städten ist die Abholung von Sperrmüll ohne Extra-Kosten für Privathaushalte. Die Menge und die Art des Sperrmülls sind dabei begrenzt.

Weitere Leistungen wie Express-Abholung oder Hilfe beim Rausstellen des Mülls können kostenpflichtig dazu gebucht werden. Ebenfalls kostenfrei bei den meisten ist die Möglichkeit, Müll direkt in Wertstoffhöfen abzugeben.

"Wir hätten erheblich mehr wilden Müll, wenn wir diese kostenfreien Möglichkeiten nicht hätten", sagt die Sprecherin der Kölner AWB.

Modell B: Verursacher zahlen

Die Abholung von Sperrmüll kostet hingegen in Dortmund, Bielefeld und Hamm extra. In Dortmund nimmt der Abfallentsorger EDG für 20 Euro mit, was zuvor angemeldet wurde und "in ein Zimmer passt", erklärt EDG-Sprecherin Petra Hartmann.

"Die 20 Euro sind nicht kostendeckend, das ist eine Lenkungsgebühr." Man habe einen Preis gewählt, der die Müll-Verursacher beteiligt, aber nicht zu hoch ist, damit es sich jeder leisten kann. Auch das direkte Vorbeibringen von Sperrmüll bei einem Wertstoffhof kostet in Dortmund pro Kubikmeter 10 Euro.

Was ist gerechter?

Die Stadt Hamm begründet ihren von allen mitfinanzierten Basis-Service damit, dass "die Sperrmüllabfuhr mehr oder weniger von allen Bürgerinnen und Bürgern in Anspruch genommen wird". Die Sprecherin der EDG aus Dortmund sagt hingegen, "es ist gerechter, wenn nur der zahlt, der auch wirklich Sperrmüll hat".

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Illegale Sperrmüllentsorgung 02:31 Min. Verfügbar bis 06.02.2020

Stand: 26.02.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 A.L. 26.02.2019, 13:00 Uhr

    Ich bin für kostenlose Abholung um wilde Müllkippen zu vermeiden. Ich finde es aber schwierig, dass man vorher genau angeben muss, was alles abgeholt werden soll. Normalerweise stellen die Nachbarn immer etwas dazu, da es früher so gehandhabt wurde. Man kann doch nicht erwarten, dass man den Sperrmüll vor der Tür bewacht, damit niemand etwas dazustellt.

  • 3 Tommi 26.02.2019, 12:57 Uhr

    Wissen Sie, woher das kommt? Wer da seinen Müll hinkippt, das sind irgendwelche dubiosen Kleinfirmen, die Bau- und Ausbauarbeiten oder Entrümpelungen zu Dumpingpreisen anbieten, mit denen kein normaler Betrieb mithalten kann, und die dann natürlich keine korrekte Entsorgung des angefallenen Bauschuttes und sonstigen Geraffels mehr einpreisen können. Jeder will billich, billich, und die grenzenlose (Neo-) Liberalisierung der Märkte für Dienstleistungen aller Art tut ein übriges. Die, die das verbrochen haben, wurden gewählt.

  • 2 Heinz Baranski 26.02.2019, 12:42 Uhr

    Aus den Augen , aus dem Sinn , auch hier in Oberhausen ist das kostenlose Abholen von angemeldetem Sperrmüll problemlos , die damit zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Oberhausen machen einen sehr guten Job . Das Problem ist das Clientel der Menschen , die mit Absicht ihren Müll entsorgen und das Wegräumen und Wegschaffen ihres eigenen Müll dann den anderen Mitmenschen überlassen , dabei fein säuberlich ihre Daten entfernen , um die Verursacher nicht ermitteln zu können . Ob Deutsche oder Ausländer stellt sich dabei nicht die Frage , denn Dreckschwein bleibt Dreck..... , denke ich .

  • 1 Hans Holte 26.02.2019, 11:47 Uhr

    Je schwieriger und teurer die Abholung wird, je schneller wachsen die wilden Müllkippen. Ich tendiere stark zur gebührenfreien Abholung.

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