NRW-SPD: Verjüngungskurs eingeleitet - Hartmann neuer Chef

NRW-SPD: Verjüngungskurs eingeleitet - Hartmann neuer Chef

Ein Jahr nach der Pleite bei der Landtagswahl hat der mitgliederstärkste SPD-Landesverband NRW mit der Verjüngung seiner kompletten Parteispitze einen Neuanfang eingeleitet.

Der neue Vorsitzende ist der 40 Jahre alte Bornheimer Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann, der beim Bochumer Landesparteitag am Samstag (23.06.2018) 80,3 Prozent der Stimmen bekam. Hartmann, der seit 2013 im Bundestag sitzt, war von einer als intransparent kritisierten Findungskommission für den Parteivorsitz nominiert worden. Hartmann folgt auf das SPD-Urgestein Michael Groschek (61), der die NRW-SPD seit der Niederlage bei der Landtagswahl und dem Rücktritt von Hannelore Kraft geführt hatte.Hartmann wird weiter auch Bundestagsabgeordneter in Berlin bleiben.

Zur neuen Generalsekretärin der NRW-SPD wurde die Dortmunder Unterbezirkschefin Nadja Lüders (47) mit 77,5 Prozent gewählt. Bei der Wahl der fünf Stellvertreter Hartmanns kam Dörte Schall aus Bonn mit 89,6 Prozent auf das beste Ergebnis. Der Landtagsabgeordnete Marc Herter aus Hamm erreichte mit 67,6 Prozent das schlechteste Ergebnis. Herter war im Kampf um den Fraktionsvorsitz im Landtag kürzlich dem ehemaligen Justizminister Thomas Kutschaty unterlegen. Der Altersdurchschnitt der SPD-Führung liegt bei jetzt bei rund 40 Jahren.

Hartmann kündigte eine "New Deal" für soziale Investitionen und Innovationen in NRW. Vor allem reiche Menschen müssten dazu ihren Beitrag leisten.Die SPD müsse auch Antworten auf die digitalisierte und globalisierte Arbeitswelt bieten. Hartmann sprach sich auch für eine "Bad Bank" aus, die verschuldete Kommunen von ihrer drückenden Kreditlast befreien solle. Zugleich attackierte er die AfD: "Hass und Hetze bauen keine Wohnungen, Spaltung sichert keine Arbeitsplätze."

Stand: 23.06.2018, 17:47

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