Kreis Mettmann: Graffiti-Sozialstunden für straffällige Jugendliche

Jugendliche leisten Sozialstunden im Kreis Mettmann

Kreis Mettmann: Graffiti-Sozialstunden für straffällige Jugendliche

  • Ungewöhnliche Sozialstunden im Kreis Mettmann
  • Jugendliche sollen neue Chance erhalten
  • Wuppertaler Tafel mit Betreuung überfordert

Elf straffällige Jugendliche haben am Montag (15.07.2019) an der Radtrasse in Heiligenhaus ihre Strafe angetreten. Die 15- bis 20-Jährigen müssen eine Betonwand mit Graffiti künstlerisch gestalten. Die jungen Leute sind zu Sozialstunden verurteilt worden. Mit diesem ungewöhnlichen Projekt sollen sie etwas für die Gesellschaft tun, aber auch selbst gefördert werden.

Gruppentherapie statt Gefängnis

Sachbeschädigung, Diebstahl, Drogenmissbrauch – die Kids sollen ihre kriminelle Vergangenheit überwinden. Für fünf Städte im Kreis Mettmann organisiert der Verein "Neue Wege" Sozialstunden. Dabei gehe es vor allem darum, die Jugendlichen engmaschig zu begleiten und ihnen neue Perspektiven zu bieten, sagt die Vereinsvorsitzende Silvia Böhm. Viele der Jugendlichen hätten schwerwiegende private Probleme. Einfach ein paar "Sozialstunden abzureißen", könne einen Rückfall nicht verhindern, sagt Silvia Böhm.

Disziplin und Spaß

Für diese Woche ist extra ein Graffiti-Künstler aus Spanien angereist. Die elf Jugendlichen werden richtig ausgebildet – Disziplin gehört dazu. "Ich bin zwar nicht freiwillig hier, aber ich hätte nie gedacht, dass Strafe so viel Spaß macht", sagt der 18-Jährige Jarrot. Er ist sich sicher, dass er nicht noch einmal vor Gericht landen möchte.

Tafel Wuppertal fordert mehr Betreuung

Auch bei der Wuppertaler Tafel werden Sozialstunden geleistet.

Auch bei der Wuppertaler Tafel werden Sozialstunden geleistet.

Anders ist die Situation in Wuppertal. Die Tafel als einer der größten gemeinnützigen Vereine fühlt sich mittlerweile von der hohen Zahl straffälliger Jugendliche überfordert. Mittlerweile seien es mehr als 20 pro Tag, die in der Tafel Sozialstunden leisten sollen, sagt Zülfü Polat von der Tafel. Er fordert mehr Betreuung für die Jugendlichen. Sie brächten die Probleme mit zur Arbeit, ohne dass sich jemand wirklich darum kümmern könne.

Stand: 15.07.2019, 16:05

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