Durchwachsenes Wetter am Wochenende in NRW

Durchwachsenes Wetter am Wochenende in NRW

  • Frühling macht erstmal Pause
  • Durchwachsenes Wetter bleibt vorerst bestehen
  • Landwirte sind erleichtert

Das Wetter in Nordrhein-Westfalen wird am Wochenende wechselhaft und kühl. Bereits am Freitagnachmittag (05.06.2020) ziehen laut WDR-Wetterdienst von Westen her kompakte Wolken über das Land, die zum Teil kräftige Schauer mit sich bringen. Auch Gewitter und starke bis stürmische Böen sind möglich. Die Temperaturen liegen zwischen 13 und 16 Grad, in höheren Lagen zwischen 8 und 12 Grad.

Am Samstag soll es ähnlich durchwachsen werden. Vormittags scheint zeitweise die Sonne, allerdings muss immer wieder mit Schauern und Gewittern gerechnet werden. Die Temperaturen bleiben unter 20 Grad. Zum Start in die neue Woche wird es voraussichtlich ein bis zwei Grad wärmer, Schauer sind aber weiterhin möglich.

Mancherorts nur noch 4 Grad

Der Kaltlufteinbruch mit viel Regen sei für diese Jahreszeit nichts Außergewöhnliches, sagt WDR-Meteorologe Jürgen Vogt. "In diesem Zusammenhang sprechen wir von einem 'europäischen Sommermonsun'. Monsun meint hier eine regelmäßige wiederkehrende Wetterlage."

  • Monsun (aus der Arabischen "Jahreszeit") ist eine jahreszeitlich wechselnde, großräumige Windströmung. Auf dem indischen Subkontinent sind damit vor allem die wiederkehrenden Monsunregen gemeint.
  • In Mitteleuropa bezieht sich der Begriff Sommermonsun auf eine regemäßig auftretende kalte Lufströmung vom Atlantik zu Beginn des Sommers. Dabei kommt es oft zu Einbrüchen kühlerer Luft ("Schafskälte") und zu feuchterem Wetter.
  • Unser Klima ist – im Gegensatz zu Indien – dadurch geprägt, dass es eben keine ausgeprägte Trocken- und Regenzeit gibt – sondern Niederschläge übers Jahr verteilt fallen.

Lokal bis zu 40 Liter Starkregen

Gewitterwolke und Blitz über einem Feld mit Windrad

Für manche Landwirte dürften die angekündigten Niederschläge eine Erlösung sein. Im Kreis Kleve zum Beispiel werden von Donnerstag bis Sonntag 15 bis 20 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. Zum Vergleich: Von Mitte März bis jetzt waren es insgesamt weniger als 20 Liter.

Mit ähnlichen Regenmengen wie im Kreis Kleve ist auch im nördlichen Münsterland und am nördlichen Niederrhein zu rechnen. Deutlich mehr wird im Sauerland erwartet: Örtlich sind es dort 35 bis 40 Liter pro Quadratmeter.

Nötig wären vier Wochen Nieselregen

Karte für NRW, welche sich in die Bereiche "moderate Dürre", "schwere Dürre", "extreme Dürre" und "außergewöhnliche Dürre" gliedert

Dennoch reichen die Niederschläge bei weitem nicht aus, um die Folgen der Trockenheit in NRW auszugleichen: "Eigentlich bräuchten wir vier Wochen Nieselregen", sagt WDR-Wetterexperte Vogt. "Nötig ist langanhaltender, moderater Regen, der in den Boden eindringen kann."

Das Problem bei Starkregen: "Es bilden sich Sturzbäche und nur ein Bruchteil des Regens kann von den Pflanzen genutzt werden." Stattdessen könne es in den nächsten Tagen zu lokalem Hochwasser in Bächen kommen. Mit Überschwemmungen rechnet Vogt aber nicht.

Heißester Tag in NRW

Bereits Mitte kommender Woche soll es mit 25 Grad und mehr wieder wärmer werden. Am Dienstag (02.06.2020) war der bisher wärmste Tag des Jahres in NRW gemessen worden. In Sankt Augustin wurden 31 Grad erreicht, in vielen anderen Städten wie Duisburg, Köln, Düsseldorf, Neuss, Marl, Bergisch Gladbach und Weilerswist waren es 30 Grad.

Hinweis: In einer früheren Version des Textes haben wir Temperaturwerte anderer Messnetze genutzt. Daher ist es zu leicht anderen Angaben der Höchsttemperatur gekommen. Wir haben die Angabe für Köln von 31 auf 30 Grad korrigiert.

Stand: 05.06.2020, 10:58

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