Streit um die großen Ferien

Drittklässler einer Grundschule in einem Klassenzimmer vor einer Tafel mit der Aufschrift "Ferien!"

Streit um die großen Ferien

Von Sabine Tenta

  • Kultusminister-Konferenz startet am Donnerstag (05.12.2019)
  • Sommerferien-Regelung nicht auf der offiziellen Agenda
  • Arbeitsgruppe soll tragfähige Lösung finden
  • Die wichtigsten Fakten im Überblick

Bei den Sommerferien geht es nicht nur um persönliche Vorlieben, sondern um handfeste Themen wie Stauvermeidung und Kosten für den großen Familien-Urlaub. Der Ferienplan der Bundesländer bestimmt auch, wie lang ein Schuljahr ist, wie stressig der Klausurplan. Kein Wunder, dass die Debatte um die Regelung schnell so hitzig wurde wie ein Hochsommertag.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) reklamierte sogar einen Ferien-"Biorhythmus" für sein Bundesland. Nun bemühen sich die Akteure, alles auf Herbstferien-Temperatur abzukühlen. Darum steht das Thema auch nicht offiziell auf der Agenda der Konferenz der Kultusminister, die am Donnerstag (06.12.2019) beginnt. Aber im Hintergrund geht die Diskussion weiter.

Worum dreht sich der Streit?

Aktuell sind die Starttermine der Sommerferien gestaffelt, damit der Verkehr auf den Straßen und die Nachfrage nach Ferienquartieren in Deutschland verteilt werden. Es gibt fünf Ländergruppen, die jeweils gleichzeitig anfangen, wobei NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland eine eigene Gruppe darstellt. Die Gruppe mit Bayern und Baden-Württemberg genießt das Privileg, immer als Letzte in die Ferien zu starten.

Welche Rolle spielen die Pfingstferien?

Bayern und Baden-Württemberg haben einen verlässlich späten Sommerferien-Termin wegen ihrer Pfingstferien. Denn nur so bleibt zwischen den beiden Ferien genügend Zeit für Prüfungen.

Welche Haltung hat NRW?

Auch in NRW wurden jüngst die Pfingstferien entdeckt: 2018 gab es erstmals seit 1966 eine ganze Woche Pfingstferien statt nur einen Tag, wie sonst üblich. Im Sommer 2019 forderte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) eine dauerhafte Pfingst-Auszeit in NRW - angesichts der aktuellen Regelung eine Kampfansage an die Südländer.

Doch nun sagt Gebauer, deutlich zurückhaltender, jede Regelung sollte von Zeit zu Zeit daraufhin überprüft werden, ob sie "noch sachgerecht, zeitgemäß und zwischen den Ländern eine faire Lösung ist." Bei der "komplizierten Sommerferienregelung" gebe es "Gesprächsbedarf".

Wann wird es eine Entscheidung geben?

Offiziell steht die Sommerferien-Regelung erst wieder im nächsten Dezember auf der Agenda der Kultusminister-Konferenz. Bis dahin soll eine Arbeitsgruppe "eine politisch tragfähige Lösung" erarbeiten, so die KMK.

Sollte es eine Änderung geben, greift sie frühestens 2024. Denn bis zum Schuljahr 2023/24 sind die Ferientermine bereits festgelegt.

Stand: 05.12.2019, 06:00

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