Silvester-Bilanzen: Verbotszonen für Feuerwerk meist erfolgreich

Silvester-Bilanzen: Verbotszonen für Feuerwerk meist erfolgreich

  • 2.900 Polizeieinsätze in der Silvesternacht
  • Feuerwerk in Innenstädten verboten
  • Weitgehend friedlich, einige Übergriffe

Die Silvesterfeiern in Nordrhein-Westfalen sind nach einer ersten Bilanz weitgehend friedlich verlaufen - einige Übergriffe gab es jedoch. Mehrere große Städte hatten Schutzzonen eingerichtet, in denen Feuerwerk verboten war. Das hat sich größtenteils bewährt, in Dortmund ignorierten einige Gruppen das Verbot jedoch.

Die Polizei in NRW meldete insgesamt 2.900 Einsätze und damit 600 weniger als im vergangenen Jahr. 4.800 Polizisten waren im Einsatz, weniger als im Jahr zuvor.

Auch die Zahl der Verletzten ist gesunken: Zum Jahreswechsel 2019/2020 waren es 159, im Jahr davor 256. Unter Polizisten gab es 19 verletzte Beamte, im Vorjahr waren es 38. Das teilte die Landesleitstelle am Mittwoch (01.01.2020) mit. 32 Festnahmen wurden in der Nacht des Jahreswechsels gezählt.

In Köln begrüßten hunderttausende Kölner und Besucher das neue Jahr. In Düsseldorf ein ähnliches Bild: Die Stadt sei voll gewesen, sagte ein Polizeisprecher auf WDR-Anfrage. Trotzdem sei es eher eine "ruhige Silvesternacht" gewesen.

Die Umgebung des Doms in Köln war weiträumig abgeriegelt. Wer in diesen Bereich wollte, musste an Sicherheitskräften vorbei, die Taschen und Rucksäcke kontrollierten. Feuerwerk war in der Umgebung des Doms verboten. Statt Böller und Raketen gab es ein Musikprogramm und eine Lichtershow.

Am Rheinufer und in der Altstadt wurden unterdessen tonnenweise Raketen und Böller gezündet. "Wir haben einige Platzverweise erteilt, eine handvoll Randalierer in Gewahrsam genommen", sagte Thomas Held, Sprecher der Kölner Polizei dem WDR am frühen Morgen.

Silvesterfeuerwerk am Kölner Dom: Willkommen 2020 WDR 31.12.2019 22:55 Min. Verfügbar bis 31.12.2020 WDR

Köln und Dortmund gehören zu den fünf großen Städten in NRW, in denen zu Silvester Feuerwerksverbote galten. Die Verbote betrafen jeweils Teile der Innenstädte, die Polizei und Ordnungsämter zuvor als besonders gefährdet eingestuft hatten.

In Dortmund wurden die Böllerverbotszonen jedoch teilweise ignoriert. Gruppen versuchten, sich gegenseitig mit Böllern abzuschießen. Dreimal ging die Polizei gegen Männer mit Schreckschusspistolen vor, einer schoss mit seiner Waffe auf die Polizisten.

In der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs nahm die Polizei einen Mann fest, der zwei Frauen sexuell belästigt hat. Insgesamt hatte die Dortmunder Polizei rund 400 Einsätze in der Silvesternacht.

Feuerwehrleute wurden angegriffen

In Essen wurden Feuerwehrleute mehrmals nach eigenen Angaben gezielt angegriffen. An mehreren Orten in der Stadt seien die Böller und Raketen auf Einsatzfahrzeuge geworfen und die Einsatzkräfte bei ihren Löscharbeiten massiv behindert worden.

In Eschweiler haben zwei Jugendliche Raketen auf Feiernde geschossen. Als zwei Männer sie zurechtwiesen, wurden sie von den Teenagern attackiert und verletzt, wie die Polizei mitteilte. Einen der beiden Tatverdächtigen griff die Polizei wenig später auf.

Finger abgerissen

Beim Hantieren mit einem gefundenen Böller verletzte sich ein 15-Jähriger in Gelsenkirchen schwer. Bei der Detonation riss ihm ein Finger ab, außerdem zog er sich Verletzungen an Hals und Brust zu.

In Hagen-Alternhagen lösten Streitigkeiten einen Großeinsatz der Polizei aus. Rund 20 Personen hatten sich versammelt und die Polizisten bedrängt. Anfangs war von einer noch größeren Gruppe die Rede gewesen.

Feinstaub nach Silvester: Pyro-Branche misst nach

WDR 5 Morgenecho - Interview 31.12.2019 06:45 Min. Verfügbar bis 30.12.2020 WDR 5

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Stand: 01.01.2020, 21:02

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