Silvester in NRW weitgehend friedlich

Silvester in NRW weitgehend friedlich

  • Landesweit über 4.000 Einsätze der Polizei
  • Kaum Probleme mit großen Männergruppen zu Silvester
  • Schutzzonen haben sich bewährt

Zwei Jahre nach den schweren Übergriffen haben in der Kölner Innenstadt viele tausend Menschen friedlich den Jahreswechsel gefeiert. Auf dem Roncalliplatz am Kölner Dom zählte die Polizei rund 10.000 Menschen, die das Bühnenprogramm in einer eigens eingerichteten Sicherheitszone verfolgten. Bald nach Mitternacht löste sich die Menschenmenge wegen starker Regenböen auf.

Schutzzone ohne Feuerwerk hat sich bewährt

Blick auf das Feuerwerk über Köln von der Hohenzollernbrücke.

Blick auf das Feuerwerk über Köln von der Hohenzollernbrücke.

Unter den Feiernden in Köln befanden sich nach Polizeiangaben auch viele junge Migranten. Köln habe sich unter ihnen als Treffpunkt für Silvester offenbar herumgesprochen. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden dieses Mal aber keine nordafrikanisch oder arabisch aussehenden Männer auf dem Bahnhofsvorplatz festgehalten.

Wer in der Sicherheitszone auf der Domplatte feiern wollte, musste Schleusen passieren. Böller waren hier verboten. Oberbürgermeisterin Henriette Reker nannte diese Zone "unumgänglich". Man habe mit ihr bereits im Vorjahr gute Erfahrungen gemacht.

Ermittlungen wegen sexueller Belästigung

Menschen feiern auf dem Kölner Domplatz ins neue Jahr.

Menschen feiern auf dem Kölner Domplatz ins neue Jahr.

In Köln ermittelt die Polizei nach Angaben vom frühen Montagmorgen (01.01.2018) in neun Fällen wegen Sexualdelikten. In drei Fällen hätten die Beamten die Verdächtigen noch am Tatort gestellt. Insgesamt sei die Einsatzlage in etwa vergleichbar mit der an einem normalen Wochenendtag.

Silvester in Köln: Um Mitternacht kippte die Stimmung

WDR 2 | 02.01.2018 | 02:05 Min.

Download

Insgesamt mehr Polizei-Einsätze

Die NRW-Polizei zog am Neujahrsvormittag Bilanz: Demnach wurden landesweit rund 4.300 Silvester-Einsätze (Vorjahr: 3.800) gezählt. Es gab mehr leichte, aber weniger schwere Körperverletzungsdelikte. Während Straftaten aus großen Personengruppen heraus "verhindert werden konnten, mussten die Beamten bei vielen kleineren Einsatzanlässen einschreiten". In ganz NRW seien in der Silvesternacht 16 Straftaten angezeigt worden, die aus Gruppen von mindestens drei Personen heraus verübt wurden.

Die Polizei nahm demnach landesweit 41 Anzeigen wegen Sexualdelikten inklusive Beleidigung auf sexueller Basis auf - im Vorjahr waren es 25 gewesen. Es habe kaum Probleme mit großen Gruppen junger Männer gegeben. Insgesamt seien in NRW 25 Polizisten leicht verletzt worden.

Polizei in Köln mit 1.400 Beamten präsent

Allein in Köln waren 1.400 Beamte im Einsatz. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) verteidigte den Personalaufwand: "Die Sicherheitslage ist eben so. Überall auf der Welt steigen die Gefahren." In ganz NRW waren am Silvesterabend 5.700 der landesweit 40.000 Polizisten im Einsatz.

Stand: 02.01.2018, 07:12