Silvester: Viel Feuerwerk trotz Feinstaub-Debatte

Silvester: Viel Feuerwerk trotz Feinstaub-Debatte

Von Jörn Kießler

  • Nur fünf NRW-Kommunen haben Verbotszonen eingerichtet
  • Umwelthilfe zieht positive Bilanz zu Böllerverboten
  • Erste Händler verkaufen keine Feuerwerkskörper mehr

Die Diskussion um Feuerwerk, Feinstaub und mögliche Verbotszonen ist mittlerweile genauso unübersichtlich wie lang. Wenige Tage vor dem Jahreswechsel wird das noch einmal deutlich, wenn sich die Beteiligten zu Wort melden.

Stolz verkündet die Deutsche Umwelthilfe, dass viele der durch Feinstaub belasteten Städte, in denen sie eine Böller-Verbotszone gefordert hatte, für diese Maßnahme sind. In insgesamt 98 Kommunen, deren Feinstaubwerte 2018 über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation lag, hatte die Organisation im Juli und Oktober entsprechende Anträge gestellt. 36 reagierten darauf positiv.

Feuerwerk - mehr Verbote in den Städten?

WDR Studios NRW 27.12.2019 03:04 Min. Verfügbar bis 27.12.2020 WDR Online


Verbotszonen aus Sicherheitsgründen

Allerdings bedeutet das nicht, dass die Kommunen solche Verbotszonen auch einrichten. Von den 27 aufgeforderten NRW-Städten, reagierten laut DUH sechs positiv – unter anderem Krefeld und Hagen. Verbotszonen gibt es in beiden Städten jedoch nicht. "Wir sind durchaus erstaunt, in der Liste in dieser Form aufzutauchen", sagte ein Sprecher der Stadt Krefeld auf Anfrage des WDR.

In Düsseldorf, Köln, Dortmund, Aachen und Bielefeld gibt es hingegen sogenannte Schutzzonen, in denen in der Silvesternacht keine Pyrotechnik gezündet werden darf. Allerdings nicht erst seit diesem Jahr. Zudem verweisen die Städte dabei ausdrücklich auf Sicherheitsgründe, nicht die hohe Feinstaubbelastung.

BUND will Schadstoffe in Feuerwerkskörpern verbieten

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch wertet dies dennoch als Erfolg und verweist auf die mittlerweile 22 Petitionen in betroffenen Städten, die von mehr als 170.000 Menschen unterschrieben wurden, "die für rauschende Silvesterfeste ohne Schwerverletzte, Häuserbrände, panisch reagierende Tiere, verlorenes Augenlicht und verstümmelte Hände kämpfen", wie Resch sagt.

Einige Einzelhändler wollen kein Feuerwerk mehr verkaufen

Unterstützung bekommt die Umwelthilfe kurz vor Silvester nicht nur vom BUND, der eine Begrenzung oder besser noch ein Verbot von Schadstoffen in Feuerwerkskörpern fordert. Auch einige Einzelhändler verzichten bereits dieses Jahr auf den Verkauf von Silvesterböllern, darunter Filialen von Rewe und Edeka.

VPI: "Feuerwerk gehört zu Silvester"

Die Baumarktkette Hornbach kündigte an, ab 2020 kein Feuerwerk mehr ins Sortiment zu nehmen. Und bekam heftigen Gegenwind vom Verband der Pyrotechnischen Industrie, der den Böller-Boykott als "Marketing-Gag" bezeichnete.

Abgesehen davon sei Feuerwerk weit weniger schädlich als oft behauptet und gehöre für viele Deutsche zu Silvester dazu, erklärte ein Verbandssprecher. Die Forderungen der Umwelthilfe und des BUND würden die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger einschränken.

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Stand: 27.12.2019, 11:30

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