Siegerland: Wildschweine bringen Landwirte in Not

Wildschweine bringen Landwirte in Not 02:39 Min. Verfügbar bis 28.11.2020

Siegerland: Wildschweine bringen Landwirte in Not

  • Wildschweine pflügen Wiesen im Siegerland um
  • Grünflächen können nicht mehr gemäht werden
  • Jäger und Landwirte sollen an Runden Tisch

"So schlimme Wildschäden hatten wir noch nie. Unsere Existenz ist bedroht", sagt Ralf Jung. Der Landwirt aus Wilnsdorf steht auf seiner Kuhweide, die Wildschweine am Dienstagmorgen (26.11.2019) erneut umgepflügt haben. Das Futter für seine 250 Rinder wird ihm im Frühjahr fehlen.

Landwirte fordern kreisweit mehr Abschüsse

Wildschweinschäden in Wilnsdorf

Das Werk der Wildschweine in Wilnsdorf

Es liegt in seinem Revier nicht an den Jägern. Die haben seit dem 1. April 2019 schon 75 Wildschweine erlegt. Aber das hat kaum geholfen, weil das Schwarzwild aus den Nachbarrevieren einfach nachrückt. Effektiv dezimieren ließen sich die Wildschweine nur, wenn alle Jäger in Siegen-Wittgenstein mehr schießen würden.

Der Umwelt-Ausschuss des Kreises Siegen-Wittgenstein hat deshalb einen Runden Tisch mit Landwirten und Jägern beschlossen. Sie sollen gemeinsam Lösungen finden, um die hohen Schwarzwildbestände zu reduzieren. Im Kreis Paderborn etwa gibt es für jeden erlegten Frischling eine Aufwands-Entschädigung.

Jägerschaft will keine Abschuss-Prämien

Ein Mann und eine Frau stehen vor einer von Wildschweinen umgepflügten Wiese und reden miteinander

Ralf Jung und Jutta Capito

Solche Abschuss-Prämien lehnt die Kreisjägerschaft bislang ab. Auch die Forderung, die Wildschweinjagd mit Nachtsicht-Zielfernrohren zu erleichtern, sieht sie skeptisch. Jutta Capito vom Umwelt-Ausschuss will trotzdem den Runden Tisch: "Irgendwie müssen wir das Problem ja in den Griff bekommen."

Stand: 28.11.2019, 08:35

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 Klaus Giesen 28.11.2019, 11:49 Uhr

    Das Problem als Pächter ist z.B. Das man das Wild nicht mehr verkaufen kann. Die Tiefkühltruhen sind voll mit vom Metzger gemachter Wurst und zerlegten WS. Die Bauern jammern aber ihre Maisschläge werden immer größer. Die Politik reagiert nicht es währe sinnvoll Nachtsichttechnik zu erlauben. Da auch bei Vollmond Nächte hat, die vom Licht nicht optimal sind.

  • 6 Olschofski Hans - Peter 28.11.2019, 07:49 Uhr

    Das Problem besteht nicht nur da laut meiner Pächtergemeinschaft war noch nie soviel Schwarzwild im Revier auf 1400ha ca 100Stück was mit einer Wärmebildkamera festgestellt wurde dem entsprechen sehen auch die Wiesen aus . Der Abschuss des Jahres lag nach der Hälte des Jagdjahres , schon beim gesamt Abschuss des Vorjahres.Man hat kaum Chansen ,dann spielt das Wetter eine Rolle viel Nebel ,da es sich alles auf Wiesen abspielt.

  • 5 H.Falke 28.11.2019, 07:37 Uhr

    Bei uns im Betrieb ist es auch nicht besser , die Schweine haben eine gesamt Fläche von gut 10 ha ungebrochen,das fehlt uns im Sommer auch zum mähen. Wenn die Schäden auch behoben werden ist der Futter Verlust dennoch sehr hoch .

  • 4 Heinrich Kremer 28.11.2019, 00:37 Uhr

    Ich würde gerne mit der Büchse helfen, wenn Sie nur wollen . Mobil : 0172 2630678 e-mail : heikredin@gmail.com Weidmannsheil

  • 3 Höper Ahrend 27.11.2019, 20:34 Uhr

    Gerade im Grünland sind die Wildschäden besonders teuer, denn zerstörte Grasnarbenund das verdecktes Futter sind für einen Futterbaubetrieb finanziell tödlich! Wildschweine sind zu einer echten Plage geworden und müssen massiv mit allen Mitteln bekämpft werden. Wenn die jagende grüne Zunft nicht in der Lage ist den Wildschweinbesatz im Griff zu halten müssen die Wildschäden wesentlich höher angesetzt werden. Nachsichtgläser und Lebendfallen sind heute Voraussetzung für den Kampf gegen diese Vielzahl der Schweine!

  • 2 Ranger 27.11.2019, 18:38 Uhr

    Die selben Probleme haben wir auch in Hessen . Im Hinterland Kreis Marburg Biedenkopf. Ich weiß bald nicht mehr wo ich meine Pferde hinstellen soll. Die Wiesen auf denen noch Futter stand sind komplett umgegraben. Es liegt aber wirklich nicht an den Jägern. Mit denen bin ich im engen Kontakt, und sie tun alles Mögliche um mir zu helfen. Aber es rücken immer mehr Sauen nach. Die Jäger können nichts dafür.

  • 1 Dirk Felchner 27.11.2019, 11:03 Uhr

    Hier entsteht aber noch ein weiteres Problem, die Verwertung des gewonnenen Fleisches, die Preise für Schwarzwild liegen teilweise beim Wildhandeleinkauf bei nur 50-95 Cent/kg früher lag der EK- Preis bei 3,50 bis 4,-- €/kg, einige Händler, nehmen wegen des schon jetzigen Überangebotes, kein Wildschwein mehr an und so lange immer noch jede Menge Wildschweinfleisch nach Deutschland importiert wird, ebenso wie Hirsch, haben die heimischen Jäger kaum noch die Möglichkeit einer vernünftigen Verwertung des erlegten Wildes.

    Antworten (1)
    • Raimund Piekarski 28.11.2019, 13:22 Uhr

      Sehr richtig. Ich bin ebenfalls Pächter. Nur zum Spaß totschießen geht nicht. Ich habe mittlerweile 4 Truhen voll ausgebeintem und einvakuumiertem WS Fleisch aber solange es im Handel importiertes Wildfleisch zu Schleuderpreisen gibt das einige 100km hinter sich hat, will der CO -Abgabe beifallklatschende Endverbraucher nicht das heimische Wild!!!!!! Was die landwirtschaftlichen Schäden angeht: Die Flächen des Maisanbaues explodieren. Bei Schlägen von 20, 30, 40 ha und mehr, hat der Jäger keine Chance mehr. Dann wird noch am liebsten bis in den Wald gedrillt, keine Schußschneise, kein Mindestabstand zum Wald eingehalten. An der massiven Schwarzwild Explosion ist dieser Maisanbau schuld. Die Sauen haben bis zu 3x Nachwuchs im Jahr, Frischlingsbachen haben auch schon Nachwuchs. Durch den Maiswahnsinn herrscht ein Fraß Überangebot mit ausgezeichneter Deckung. Dann fehlt den Wuzzen tierisches Eiweiß und die Wiesen sind dran!!!!! Landwirte: Problem selbst gemacht!!!!!

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