Nach Attacke in Frankfurt: Diskussion über Sicherheit

Nach Attacke in Frankfurt: Diskussion über Sicherheit

  • Tödliche Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof
  • Debatte über Bahnsteige
  • Wie kann Sicherheit erhöht werden?

Ein Mann stößt am Montag (29.07.2019) einen achtjährigen Jungen vor einen einfahrenden ICE in den Tod - und schweigt. Die zweite tödliche Tat dieser Art an einem Bahngleis in nur zehn Tagen. Die Diskussion über die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen nimmt Fahrt auf.

"Wer jetzt mit schnellen Lösungen kommt, muss sich fragen lassen, warum diese Lösung in der Vergangenheit nicht installiert wurde. Das zeigt, wie komplex und kompliziert es ist über 5.600 Bahnhöfe zu sichern bei zwei Milliarden Reisenden pro Jahr", Jörg Radek, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, im ZDF-Morgenmagazin.

"Aus Bahnsystem-Sicht ist es sehr schwierig, eine sinnvolle technische Lösung zu finden, weil ein so unabsehbares Verhalten nicht wirklich kalkuliert werden kann. Der Mann hätte auch jemanden auf die Straße schubsen können. Auch da gibt es keine absolute Sicherheit", Bahnanlagen-Experte Sven Hietzschold von der Technischen Universität Dresden im Hessischen Rundfunk.

Übrigens: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich "angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit" am Dienstag in Berlin mit den Chefs der Sicherheitsbehörden beraten. In einer Pressekonferenz kündigte er an, die Sicherheit an den 5.600 deutschen Bahnhöfen verbessern zu wollen. Dabei denkt Seehofer an mehr Polizeipräsenz, eine stärkere Überwachung durch Videokameras und Umbauten. Er will dazu nun ein Spitzengespräch mit Bundesverkehrsministerium und Deutscher Bahn führen. Auch die Zahl der Beamten bei der Bundespolizei und dem Bundeskriminalamt solle aufgestockt werden.

Stand: 30.07.2019, 16:46

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