Sexueller Missbrauch von Kindern in NRW angestiegen

Junge streckt ausgestreckte Hand entgegen

Sexueller Missbrauch von Kindern in NRW angestiegen

  • Zahl Missbrauchsfälle 2017 wieder angestiegen
  • Fast 80 Prozent der Fälle im Familienbereich
  • Hohe Aufklärungsquote bei Misshandlungen

Der sexuelle Missbrauch und die Misshandlung von Kindern sind in Nordrhein-Westfalen wieder angestiegen. Im letzten Jahr habe es landesweit 2.803 Opfer beim sexuellen Missbrauch und 703 Opfer bei der Misshandlung von Kindern gegeben, teilte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag (22.11.2018) auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag mit. Bei den Missbrauchsfällen habe es zwischen Täter und Opfern in etwa 20 Prozent der Fälle familiäre Beziehungen geben. Die Misshandlungsfälle seien zu fast 80 Prozent dem Familienbereich zuzuordnen.

Hohe Aufklärungsquote

2016 waren laut der Angaben 2.679 Opfer beim sexuellen Missbrauch und 660 Opfer bei der Misshandlung von Kindern registriert worden. Dagegen hatte die Polizei in dem Zeitraum zwischen 2008 und 2014 einen Rückgang dieser Übergriffe auf Kinder vermeldet. Die angezeigten Misshandlungsfälle werden demnach in NRW zu 97 Prozent und die sexuellen Missbrauchsfälle an Kindern zu 80 Prozent aufgeklärt.

"Extrem hohes Dunkelfeld"

Im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern sei "von einem extrem hohen Dunkelfeld" auszugehen, erklärte Reul. Die meisten Täter stammten aus dem Umfeld der Geschädigten und hätten zu ihnen "eine enge soziale Beziehung". Mit offenen und versteckten Drohungen wirkten die Täter meist erfolgreich auf die Geheimhaltung ihrer Straftaten ein. Dabei würden oft auch "massive Scham- und Schuldgefühle der Opfer" ausgenutzt.

Schwierigkeiten bei Bearbeitung der Fälle

Die Bearbeitung von Missbrauchs- und Misshandlungsdelikten bei Kindern stellten hohe Ansprüche an die Polizei, betonte der Innenminister. Die jungen Opfer seien durch die strafrechtlichen Ermittlungsverfahren "erheblichen zusätzlichen Belastungen" ausgesetzt. Es bestehe die Gefahr, dass ohne die notwendige Sensibilität in den Vernehmungen Verletzungen verstärkt und das Aussageverhalten beeinträchtigt werden könnten. Dies gelte vor allem für Missbrauchsdelikte "im sozialen Nahbereich". Hier ergäben sich immer wieder Probleme aufgrund einer ungewissen Familienzukunft oder durch mögliche Einflussnahme von Tatverdächtigen.

Strafverfolgung bei Kindermissbrauch im Netz - Cybergrooming WDR aktuell 12.11.2018 02:18 Min. Verfügbar bis 12.11.2019 WDR Von Anke Kutz

Stand: 22.11.2018, 16:03

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