Wissenschaftler unterstützen Klimastreiks

Scientists for Future

Wissenschaftler unterstützen Klimastreiks

Von Nina Giaramita

  • "Scientists for Future" gehen an die Öffentlichkeit
  • Stellungnahme von vielen Wissenschaftlern aus NRW unterschrieben
  • Am Freitag bundesweit 180 Protestveranstaltungen

In ihrer am Dienstag (12.03.2018) in Berlin veröffentlichten Stellungnahme bezeichnet die Initiative "Scientists for Future" die Anliegen der Demonstrierenden als "berechtigt". Die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen seien "bei Weitem nicht ausreichend".

Bis Dienstag hatten rund 16.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Stellungnahme unterschrieben. Am Freitag standen 23.000 Namen auf der Liste, die den Umweltschützern von "Fridays for Future" übergeben wurden.

Dringlichkeit angemahnt

Einer der Erstunterzeichner ist Dirk Messner, tätig an der United Nations University in Bonn. Der Wissenschaftler hat die Stellungnahme unterzeichnet, weil ihm "in der ganzen Diskussion um den Klimawandel die Dringlichkeit fehlt".

"Der Klimawandel ist ein Menschheitsproblem, das unter Zeitdruck gelöst werden muss", sagt Messner - nur so könnten "katastrophale Ereignisse wie das Abschmelzen des Grönlandeisschildes" noch abgewendet werden.

"Weckruf" benötigt

Auch Claus Leggewie,  Direktor des "Centre for Global Cooperation Research" in Duisburg, hat sich der Initiative der "Scientists for Future" angeschlossen. Er will damit vor allem den streikenden Schülerinnen und Schülern den Rücken stärken.

Wie umgehen mit der neuen Protestkultur? Aktuelle Stunde 11.02.2019 02:51 Min. UT Verfügbar bis 11.02.2020 WDR Von Alexander Klein

"Eine solche Bewegung hatte ich mir seit Langem erhofft", so Leggewie. Der Politikwissenschaftler hat die Bundesregierung fast ein Jahrzehnt in Klimafragen beraten. Sein Befund: "Alle Prognosen bezüglich des Klimawandels sind über eingetroffen." Deshalb helfe nur noch "ein solcher Weckruf" wie der von "Fridays for Future".

"Mitten im Klimawandel"

Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar hat ebenfalls unterzeichnet. Er sieht sich in der Pflicht: "Die Jugendlichen erinnern uns daran, dass wir handeln müssen. Wenn wir nichts ändern, laufen wir in ein echtes Problem hinein."

Auch Dirk Uwe Sauer, Professor der RWTH Aachen, unterstützt das Anliegen der Schülerinnen und Schüler. "Alle Studien sagen uns, dass wir uns schon mitten im Klimawandel befinden", sagt er. "Je länger wir warten, desto heftiger werden wir auf die Veränderungen reagieren müssen."

Greta Thunberg als Vorbild

Am Freitag sind bislang nach Auskunft des Netzwerks von "Fridays for Future" weltweite Kundgebungen in mehr als 1.200 Städten geplant. In Deutschland soll es über 180 Protestveranstaltungen geben. Vorbild ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit vielen Wochen freitags für mehr Kimaschutz eintritt, statt zur Schule zu gehen.

Stand: 15.03.2019, 15:53

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