Schwimmbad-Sanierung: Die meisten gehen leer aus

Zwei Mädchen sitzen am Beckrand eines Schwimmbades

Schwimmbad-Sanierung: Die meisten gehen leer aus

  • 50 Badbetreiber in NRW müssen ohne Fördermittel auskommen
  • Bund stellt 110 Millionen Euro zur Verfügung
  • Hemer erhält 4,2 Millionen Euro für das Hademarebad

Der Bund stellt Finanzmittel für die Sanierung von zehn Schwimmbädern in NRW zur Verfügung. 60 Bäder hatten einen Antrag auf Förderung gestellt – 50 gingen leer aus und müssen ohne Fördermittel auskommen.

Im Rahmen des Programms "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" stellt die Bundesregierung seit 2016 Geld für Schwimmbadsanierungen zur Verfügung. So wurde im April beschlossen, bis Ende des Jahres 67 Schwimmbadprojekte mit rund 110 Millionen zu fördern. Zehn dieser Bäder liegen in NRW.

4,2 Millionen Euro fließen nach Hemer

Über eine Finanzspritze freuen können sich unter anderem Badbetreiber in Wuppertal, Tönisvorst und Bad Oeynhausen.

Die größte Fördersumme streicht Hemer im Sauerland mit rund 4,2 Millionen Euro für einen Ersatzneubau des Hallenbades Hademarebad ein, während Schlangen im Naturpark Teutoburger Wald für die Sanierung seines Freibades mit Bundesmitteln in Höhe von 162.000 auskommen muss.

Geld ist in diesem Jahr laut einem Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Nachfrage des Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, noch keines geflossen. Die Förderprojekte befänden sich momentan in der Antragsphase.

Bartsch kritisierte das Vorgehen des Bundes gegenüber der ARD: "Hier gibt es ein Verantwortung des Bundes. Er sollte die Wünsche der Länder alle akzeptieren."

Schwimmbad-Sterben in NRW

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beklagt, dass in Deutschland immer mehr Bäder schließen. Auch deshalb seien fast 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Allein von Anfang 2016 bis Mitte 2018 wurden laut DLRG in NRW insgesamt 36 Schwimmbäder dichtgemacht.

Die Rettungsgesellschaft fordert daher einen bundesweiten Masterplan zum flächendeckenden Erhalt und der Sanierung von Schwimmbädern. Der Finanzbedarf betrage etwa 14 Milliarden Euro, den je zu Hälfte der Bund und die Länder sowie Kommunen übernehmen sollen.

Kommentar: Schwimmen lernen

WDR 4 Zur Sache 25.06.2019 01:51 Min. Verfügbar bis 24.06.2020 WDR 4

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Stand: 28.06.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Knut 28.06.2019, 18:54 Uhr

    Achja, richtig. Für sowas ist ja wieder einmal gar kein Geld da. Kennt man ja mittlerweile. Für jede Menge Unsinnig- und Überflüssigkeiten wird die Kohle üppigst zum Fenster rausgeworfen. Aber bei solch wichtigen Themen ist kein Geld vorhanden. Lernen die Kinder eben nicht schwimmen und es gibt noch mehr Todesfälle durch Ertrinken hierzulande. Schämen sollte sich Deutschland für so eine beschissene Haushaltsplanung. Wenigstens werden die Diäten regelmäßig großzügig angepasst. Man fragts sich nur, wofür eigentlich...!

  • 2 linux 28.06.2019, 13:07 Uhr

    "60 Bäder hatten einen Antrag auf Förderung gestellt – 50 gingen leer aus " Da legt der Bund das Geld lieber in Beraterverträge an........da scheint ja Geld keine Roll zu spielen ist ja auch gut beim eigen Klientel angelegt.

  • 1 Bernd Tölske 28.06.2019, 10:29 Uhr

    Immer mehr Kinder können nicht schwimmen. Zuerst wurde der Schwimmunterricht in der Schule gestrichen - dabei haben die meisten Kinder hier das Schwimmen gelernt. Dann wurden den Vereinen die Schwimmzeiten in den Bädern gekürzt. Auch die Vereine haben viel geleistet, damit die Kinder schwimmen können. Jetzt werden immer mehr Schwimmbäder wegen der Kosten geschlossen - auf Kosten der Kinder. Dann folgt zwangsläufig die Statistik: Wie oben zu lesen steigt die Zahl der Badetoten. War das so geplant? Oder gibt es da keinen Zusammenhang)

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