Wo besonders viele Steuern verschwendet wurden

Wo besonders viele Steuern verschwendet wurden

  • Neues Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes vorgestellt
  • Verband kritisiert öffentliche Verschwendung in NRW
  • Mehrere Projekte finanziell aus dem Ruder gelaufen

Vom überteuerten Verkehrsprojekt bis zur Kostenexplosion in der Kulturförderung: Der Bund der Steuerzahler hat am Dienstag (06.11.2018) erneut Fälle von Steuerverschwendung in NRW vorgestellt. In seinem aktuellen Schwarzbuch listete der Verband eine Reihe von Negativbeispielen auf.

Die Wehrhahnlinie in Düsseldorf wird nach Angaben des Steuerzahlerbundes noch teurer als bislang angenommen. 929 Millionen Euro werde der Bau der 3,4 Kilometer langen U-Bahn-Strecke kosten. Ursprünglich sollte das schon 2016 eröffnete Verkehrsvorhaben nur 650 Millionen Euro kosten - später dann 843 Millionen Euro.

Nach Meinung des Bundes der Steuerzahler hätte die Stadt Düsseldorf Kostenrisiken etwa für zusätzlichen Brandschutz bei dem überwiegend unterirdischen Bau von Anfang an einpreisen müssen.

Ein Hubschrauberlandeplatz schaffte es schon zum zweiten Mal auf die Negativliste: Rund 17,2 Millionen Euro kostete die Anlage auf dem Kölner Kalkberg - ob sie jemals in Betrieb gehen kann, ist eher unwahrscheinlich. Der mutmaßliche Baupfusch auf einer ehemaligen Deponie hatte noch einen unangenehmen Nebeneffekt: Jahrzehnte alter Giftmüll drohte wieder an die Oberfläche zu kommen.

Bei der Beethovenhalle in Bonn musste die Wiedereröffnung verschoben werden - und teurer wird die Modernisierung laut Steuerzahler-Lobbyorganisation auch: "Ging die Stadt anfangs von 59,8 Millionen Euro aus, ist man mittlerweile bei rund 94 Millionen Euro angelangt." Das Beethovenjahr 2020 werde ohne Beethovenhalle als Spielstätte stattfinden.

Als "Millionengrab" bezeichnet der Steuerzahlerbund das Stadtentwicklungsprojekt "The Curve" im Duisburger Innenhafen. Bei dem sichelförmigen Gebäude, das Wohnungen, Büros und ein Hotel umfassen sollte, sei der Baugrund nicht ausreichend tragfähig. In Essen steht das Sanaa-Gebäude auf Zeche Zollverein wegen hoher Sanierungsausgaben in der Kritik.

Steuerverschwendung zwischen Rhein und Weser

Der Bund der Steuerzahler hat am Dienstag erneut Fälle von Steuerverschwendung in NRW vorgestellt - eine Übersicht in Bildern.

Hannover: Das aktuelle Schwarzbuch «Die öffentliche Verschwendung» vom Bund der Steuerzahler (BdSt) in Niedersachsen und Bremen wird während einer Pressekonferenz präsentiert.

Der Bund der Steuerzahler hat am Dienstag (06.11.2018) in seinem Schwarzbuch erneut Fälle von vermeintlicher Verschwendung aufgeführt. Nordrhein-Westfalen ist - wie immer - prominent vertreten.

Der Bund der Steuerzahler hat am Dienstag (06.11.2018) in seinem Schwarzbuch erneut Fälle von vermeintlicher Verschwendung aufgeführt. Nordrhein-Westfalen ist - wie immer - prominent vertreten.

Dieser Brunnen am Kölner Kurt-Hackenberg-Platz sollte den Bürgern lieb und teuer sein: Statt 45.000 Euro kostete er 130.000 Euro.

Dieser Hubschrauberlandeplatz schaffte es schon zum zweiten Mal auf die Negativliste: Rund 17,2 Millionen Euro kostete die Anlage auf dem Kölner Kalkberg - ob sie nach diversen Baupannen jemals in Betrieb gehen kann, ist eher unwahrscheinlich.

Dieses Haus für eine Design-Akademie auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen musste bereits nach zwölf Jahren für 5,5 Millionen Euro saniert werden. Die Akademie schloss bereits 2007 mangels Nachfrage.

Düsseldorfs neue U-Bahnstrecke, die Wehrhahn-Linie, ist in der Endabrechnung noch teurer geworden: Die Baukosten stiegen zuletzt auf 929 Millionen Euro. Ursprünglich geplant: 650 Millionen Euro.

Das denkmalgeschützte Düsseldorfer Schauspielhaus entpuppt sich als Fass ohne Boden. Die Sanierungskosten sind bereits jetzt von 11,2 Millionen auf 20,9 Millionen Euro gestiegen - und die Dacherneuerung könnte weitere Millionenbeträge verschlingen.

Auch die 1959 gebaute Beethovenhalle in Bonn sollte für knapp 60 Millionen Euro saniert werden - pünktlich zum 250. Geburtstag Beethovens. Doch daraus wird nichts - die Bauarbeiten dauern an und die Kosten liegen bereits bei 94 Millionen Euro.

"The Curve" ist der klangvolle Name für diese Promenade im Duisburger Innenhafen. Das dazu geplante Gebäude von Star-Architekt Sir Norman Foster wurde nie gebaut, die Promenade musste trotzdem mittlerweile für 550.000 Euro saniert werden.

Die isländischen Geysire sind eine absolute Touristenattraktion. Ob der geplante "Geysir von Monheim" eine ähnliche Wirkung entfaltet, ist zumindest zweifelhaft. Wo einst eine Ampel durch einen Kreisverkehr ersetzt wurde, soll nun in dessen Mitte eine Wasserfontäne emporschießen. 415.000 Euro soll das Spektakel kosten. Aus Angst, die Autofahrer könnten sich erschrecken, soll der Kreisverkehr erneut mit einer Ampel versehen werden.

Stand: 06.11.2018, 15:59

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