Erste Grundschulen nach neuen Corona-Fällen schon wieder zu

Erste Grundschulen nach neuen Corona-Fällen schon wieder zu

  • In mehreren Grundschulen neue Coronainfektionen
  • "Normalbetrieb" seit Montag währte nicht lange
  • Schulen reagieren unterschiedlich

Für die Kinder an der Grundschule Peterstraße in Wuppertal-Barmen währte die Freude darüber, endlich wieder alle Klassenkameraden in der Schule zu treffen, nicht lange. Nach wochenlangem Lernen isoliert zuhause war hier am gestrigen Montag (15.06.2020), wie in ganz NRW, der Normalbetrieb wieder gestartet.

Doch seitdem bekannt ist, dass dort ein Schüler positiv auf Covid-19 getestet wurde, ist die Schule schon wieder geschlossen. Der Junge war bereits vor einer Woche zur Betreuung in der Schule gewesen. Da hatten sich seine Eltern schon infiziert.

Schule bleibt geschlossen

Da am Montag dann alle Schüler wieder im Unterricht waren, müssen auch alle 350 Kinder sowie die Lehrkräfte unter Quarantäne gestellt werden. In mehreren Testreihen sollen sie innerhalb der kommenden 14 Tage auf das Virus untersucht werden. Die Schule bleibt also dann doch bis zum Ende der Sommerferien geschlossen.

Auch an anderen Grundschulen NRWs ist der Start in die Normalität missglückt. So musste die Schulleitung der Heinrich Heine Grundschule in Düsseldorf ebenfalls am Montag bekannt geben, dass sich eine Schülerin infiziert habe.

Alle Kinder, die mit ihr Kontakt hatten, müssten bis mindestens 19. Juni in häusliche Quarantäne, heißt es in einem Schreiben an die Eltern. Sieben Familien seien betroffen. Alle anderen Kinder dürften weiterhin zur Schule kommen. Besucher müssten dagegen einen Termin vereinbaren, bevor sie die Schule besuchen.

Weitere Grundschulen betroffen

Im münsterländischen Ahlen sind laut dortigem Kreisgesundheitsamt zwei Kinder an der Barbara Grundschule positiv auf Corona getestet worden. Das war bereits am vergangenen Wochenende bekannt geworden. Die beiden Kinder sollen in zwei unabhängigen Lerngruppen gewesen sein, ihre Infektionen werden von den Behörden nicht in Zusammenhang miteinander gebracht.

Die betroffenen Lerngruppen und eine Lehrerin seien noch am Sonntagnachmittag (14.06.2020) vorsorglich vom Gesundheitsamt getestet worden, meldet die Stadverwaltung. Die Gruppe sei bis einschließlich 23. Juni unter Quarantäne.

In Nordwalde im Kreis Steinfurt sind seit Montag insgesamt zwölf Kinder der Wichern-Grundschule für zwei Wochen in Quarantäne. Dort sind zwei Schüler nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert. Auch zwei Lehrerinnen, die in direktem Kontakt mit ihnen standen, seien in Quarantäne, teilte der Schulleiter den Eltern in einem Brief mit.

Mindestabstand gegen Empfehlung des Minsteriums

An der Wichern-Grundschule gelte jetzt Maskenpflicht für alle - während des Unterrichts und in den Pausen, schreibt der Schulleiter. Und: "Auch wenn das Ministerium die Einhaltung des Mindestabstandes für nicht mehr notwendig hält, werden wir ihn an unserer Schule – bedingt durch die momentane Situation – dennoch aufrechterhalten."

Seit Montag werden 600.000 Grundschüler in NRW wieder in voller Klassenstärke unterrichtet - ohne Abstandsgebot im Unterricht. Das hatte das NRW-Schulministerium so beschlossen. NRW gehört damit zu den wenigen Bundesländern, die mit der Öffnung nicht bis nach den Sommerferien warten.

Eltern- und Lehrerverbände hatten teils heftig dagegen protestiert. Im Schulausschuss des NRW Landtags soll es dazu am Mittwoch (17.06.2020) eine "Aktuelle Viertelstunde" geben.

Stand: 16.06.2020, 18:24

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