Mehr Bußgelder für Schulschwänzer in NRW

Schüler schwänzen die Schule

Mehr Bußgelder für Schulschwänzer in NRW

  • 8.000 Bußgelder wegen Schulschwänzen im Jahr 2018 verhängt
  • Zahlen steigen seit Jahren
  • Ein Fünftel der Fälle betrifft "Ferienverlängerer"

In NRW wurden im Jahr 2018 rund 8.000 Bußgelder wegen Unterrichtsversäumnissen verhängt. Das bestätigten die Bezirksregierungen des Landes am Donnerstag (21.02.2019) dem WDR. So wurden im Regierungsbezirk Arnsberg 2.806 Fälle registriert, im Bezirk Düsseldorf 2.300, im Bezirk Köln 1.402 und im Bezirk Münster 800. Für den Regierungsbezirk Detmold lagen keine aktuellen Zahlen vor. 2017 gab es dort 743 Fälle.

Urlaub statt Schulbank

Die Zahl der Bußgelder steigt seit Jahren an: So wurden im Bezirk Düsseldorf 60 Prozent mehr Fälle registriert als im Jahr 2015. Die Gründe dafür sind vielfältig.

So habe man bei der Bezirksregierung Arnsberg einen "zunehmend laxeren Umgang der Erziehungsberechtigten mit der Schulpflicht" bemerkt, sagte ein Sprecher dem WDR. "Da gibt es viele Eltern, die lassen es im Zweifelsfall darauf ankommen, um einen günstigeren Urlaubsflug zu bekommen."

Rund 20 Prozent sind "Ferienverlängerer"

Der Anteil der "Ferienverlängerer" wurde von einem Sprecher der Kölner Bezirksregierung auf 25 Prozent geschätzt. In Düsseldorf sind es den Zahlen zufolge 18 Prozent. Die anderen Bezirke erheben keine gesonderten "Beweggründe" für Schulpflichtverletzungen.

In Fällen, in denen Schüler eine gewisse "Schulmüdigkeit" zeigten, könne das Bußgeld als "Signal" gelten, so der Sprecher der Arnsberger Behörde. "Hier kann es auch darum gehen, eine Situation aufzubrechen und etwa in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie Jugendämtern eine Lösung zu finden."

Maximal 1.000 Euro Bußgeld für Schulschwänzen

Im Regierungsbezirk Arnsberg beträgt das Bußgeld 80 Euro pro Tag pro Kind pro Elternteil. In Köln werden den Eltern 155 Euro pro Fehltag auferlegt.

In Detmold lässt man die Höhe bewusst offen und verweist auf den Maximalbetrag von 1.000 Euro. "Wir wollen nicht, dass die Eltern ein eventuelles Bußgeld mit der Ersparnis bei der Urlaubsbuchung gegenrechnen", so ein Sprecher zum WDR.

Schulministerin Gebauer: "Die Schulpflicht gilt"

Klassische Schulschwänzer, sparsame Eltern, Kinder, die sich wegen Mobbings nicht in die Schule trauen: Die Gründe für das Fernbleiben vom Unterricht sind unterschiedlich. "Man muss natürlich immer den Einzelfall betrachten", sagte ein Ministeriumssprecher dem WDR.

Dennoch müsse beachtet werden, was Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zuletzt im Zusammenhang mit den "Fridays for Future"-Demonstrationen betont hatte: "Die Schulpflicht gilt."

Stand: 21.02.2019, 12:59

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