NRW schafft Klassen-Quarantäne zum Schulstart ab

NRW schafft Klassen-Quarantäne zum Schulstart ab

Künftig muss bei einem Corona-Fall nicht mehr die gesamte Schulklasse in Quarantäne. Das gab NRW-Schulministerin Gebauer bekannt. Nur noch direkte Kontaktpersonen werden isoliert.

Mit Schulbeginn am kommenden Mittwoch muss bei einem positiven Corona-Fall nicht mehr die gesamte Schulklasse in Quarantäne, sondern nur die Schülerinnen und Schüler, die in unmittelbarer Nähe sitzen, "also rechts und links, davor und dahinter". Zusätzlich müsse wegen des engen Kontakts auch das Lehrpersonal in Quarantäne, erklärte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in Düsseldorf. Diese Entscheidung sei in enger Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium und dem Robert Koch-Institut erfolgt, betonte sie.

Vollständig geimpfte Sitznachbarn seien grundsätzlich von der 14-tägigen Quarantäne ausgenommen, wenn sie ohne Symptome sind, erklärte Gebauer. Darüber hinausgehende Quarantänen könnten, so das Ministerium, vom Gesundheitsamt festgelegt werden. Wenn es weiteren engeren Kontakt mit anderen Schülerinnen und Schülern gegeben habe, könnten auch diese in Quarantäne geschickt werden.

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Lehrkräfte müssen ab Mitte Oktober Tests zahlen

Für Schülerinnen und Schüler bleiben die regelmäßigen Corona-Tests kostenlos, trotz der Abschaffung der Gratis-Tests auf Bundesebene ab dem 11. Oktober. Anders sieht es bei den Lehrerinnen und Lehrern aus: Sind sie nicht geimpft, müssen sie ihre Tests künftig selbst zahlen.

Impfoffensive für Sekundarstufe II

Gebauer kündigte eine Impfoffensive für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II an. Sie sollen Termine in den Impfzentren des Landes machen können. Zusätzlich sollen mobile Impfteams an oder in die Schulen kommen.

Gebauer appellierte erneut, vor allen Dingen an alle Erwachsenen, sich impfen zu lassen, um Kinder und Enkelkinder zu schützen.

Bekenntnis zum Präsenz-Unterricht mit Einschränkung

Gebauer sagte: "Wir müssen beim Präsenz-Unterricht bleiben und wir wollen keinen Wechsel-Unterricht mehr." Denn, so erklärte sie am Abend in der "Aktuellen Stunde": "Wir haben gesehen, was passiert, wenn Kinder nicht regelmäßig im Präsenzunterricht sind und welche Schäden da entstehen."

Das klingt nach einem ebenso klaren Bekenntnis wie dieser Satz von Yvonne Gebauer: "Wir brauchen einen Präsenz-Unterricht, der inzidenzunabhängig stattfindet." Es sei denn, die Pandemie werde wieder an Intensität zunehmen, fügte sie einschränkend hinzu. Das bedeutet unterm Strich, dass es keine Garantie für Präsenz-Unterricht im nächsten Schuljahr gibt. Sie verwies im WDR-Fernsehen aber auch darauf, dass die Inzidenz nach Ansicht der Ministerpräsidenten nicht mehr der alleinige Maßstab sein soll. "Das muss endlich geregelt werden."

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Geld für die Beseitigung von Corona-Defiziten

Die Schulministerin zog auch eine erste Bilanz der Förderprogramme, die helfen sollen, dass Schülerinnen und Schüler ihre Lernrückstände aufholen können. Bis Ende 2022 stehen laut Gebauer 430 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung, 215 Millionen Euro kommen dabei vom Bund.

Bis Ende Juli seien bereits 15,6 Millionen Euro für über 8.100 Gruppen und 300 Einzelmaßnahmen genehmigt worden. So werde in Kooperation mit dem Landessportbund Bewegungs-Angebote für Kinder und Jugendliche gemacht. Mit Jugendherbergen seien Ferienauszeiten organisiert worden.

Es soll - das sei ein Novum in NRW - erstmals direkt Fördergelder für Schulen und nicht nur für Schulträger geben. Die Summe ist dabei abhängig von der Anzahl der Schülerinnen und Schüler. Gebauer nannte drei Beispiele: Eine Grundschule mit 185 Kindern könne mit gut 4.000 Euro gefördert werden, eine mittlere Schule mit über 6.000 Euro und ein großes Schulzentrum mit 1.600 Schülerinnen und Schülern könne 330.000 Euro erhalten.

Aber auch die Kinder und Jugendlichen selbst sollen direkt über Bildungsgutscheine, die sie beispielsweise für Nachhilfe einsetzen können, adressiert werden.

Lehrerinnen- und Lehrermangel bleibt

Der Personalbedarf ist wegen der Corona-Pandemie noch höher als sonst, aber es bleibt unterm Strich bei einem Fachkräftemangel: 3.662 Stellen werden zum Start ins neue Schuljahr unbesetzt sein.

Die (trügerische?) Hoffnung auf Schulalltag

WDR RheinBlick 06.08.2021 32:53 Min. Verfügbar bis 06.08.2022 WDR Online


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Schulen in den Flutkatastrophen-Gebieten

Nach Informationen des Schulministeriums sind 171 Schulen von Flutschäden betroffen. Bei vier von ihnen sei der Schulstart am 18. August noch offen: Eine Realschule in Erftstadt, eine Schule in Liblar, und in Königswinter ein Gymnasium und eine Realschule.

Stand: 13.08.2021, 20:23

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