Streit um NRW-Schulmilch: Etappensieg für Foodwatch

Kinder trinken Schulmilch

Streit um NRW-Schulmilch: Etappensieg für Foodwatch

  • Bewegung bei umstrittener Werbung für Schul-Kakao
  • Branchen-Verband Milch NRW unterlässt kritisierte Aussagen
  • Verbraucherorganisation Foodwatch feiert Teilerfolg

Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW (Milch NRW) verzichtet auf beanstandete Werbeaussagen zu Schul-Kakao. Das teilte Foodwatch am Mittwoch (12.12.2018) mit. Nach einer Abmahnung durch die Verbraucherorganisation habe Milch NRW eine Unterlassungserklärung abgegeben.

Zu den untersagten Aussagen gehört unter anderem die Behauptung, Kakao beim Frühstück sei besser für die Zähne als Mineralwasser. Auch auf die Aussage, dass Kakao den Blutzuckerspiegel "optimal beeinflusst", wird die Vereinigung demnach verzichten.

Milch-Verband: "Abmahnung unberechtigt"

Milch NRW hält die Abmahnung zwar für unberechtigt. Aus formaljuristischen Gründen habe man die Formulierungen auf der Internetseite und in Infobroschüren aber verändert, sagte ihr Sprecher.

"Bei der Diskussion um Schulmilch vertritt die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW voll und ganz die Linie des NRW-Ministeriums. Priorisierung der Milch pur an Schulen - jedoch mit Kakao als gutem Kompromiss."

Foodwatch kritisiert auch Landesregierung

An vielen Schulen in NRW wird die Schokomilch vergünstigt angeboten - gefördert von der Landesregierung. Foodwatch wirft Milch NRW vor, die Produkte trotz ihres Zuckergehalts als gesund darzustellen. Zudem dürfe der Verband sogar Unterrichtseinheiten über Ernährung organisieren und dort auch Werbung machen.

Auch Lieferant veränderte Werbung

Das ist nicht der erste juristische Erfolg von Foodwatch: Auch der Lieferant Landliebe zog unlängst nach Kritik der Verbraucherorganisation Werbung wie "Kakao steigert die Intelligenz und Konzentration" zurück.

Ministerin Heinen-Esser: "Auch Schul-Kakao liefert Kalzium"

WDR 2 11.10.2018 04:53 Min. WDR 2

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Stand: 12.12.2018, 12:10

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