Schluss mit Werbung im Briefkasten

Schluss mit Werbung im Briefkasten

Von Karin Bensch

  • Initiative startet Bundestagspetition
  • Werbung im Briefkasten nur noch auf Wunsch
  • 780.000 Tonnen Papiermüll pro Jahr einsparen

Viele kennen das von zuhause: Der Briefkasten ist vollgestopft mit bunten Werbebroschüren, die unadressiert, ungefragt und teilweise unerwünscht eingeworfen wurden. Damit soll in Zukunft Schluss sein, geht es nach der Initiative „Letzte Werbung“. Sie hat eine Petition gestartet, die sie in den Bundestag einbringen will.

Weniger Werbung der Umwelt zuliebe

Ihr Ziel: Unerwünschte Einwurfwerbung soll in Zukunft deutlich verringert werden, um die Umwelt und das Klima zu schützen. Die Initiative sieht in den Massen-Werbesendungen in Briefkästen eine enorme Verschwendung von Ressourcen.

Sie stützt sich auf Berechnungen der Universität Gießen. Danach landen jedes Jahr rund 35 Kilogramm nicht-adressierte Werbepost in jedem deutschen Briefkasten. Das seien jährlich rund 1.200.000 Tonnen.

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Eine YouGov-Umfrage von Anfang des Jahres zeige aber, dass lediglich 17 Prozent der Bevölkerung gerne nichtadressierte Werbepost erhalte. Die Initiative „Letzte Werbung“ will mit Hilfe der Bundestagspetition rund 780.000 Tonnen Papiermüll pro Jahr vermeiden.

Im Internet kann die Petition gegen die ungewollte Werbeflut erst in einigen Wochen unterzeichnet werden, sagt Sprecherin Katharina Wallmann. Zunächst fangen die Aktivisten mit Unterschriftenlisten an.

Gute Erfahrungen in den Niederlanden

Dazu sollen solche Broschüren nur noch in Briefkästen eingeworfen werden dürfen, die mit einem Aufkleber signalisieren, dass die Bewohner mit der Werbung einverstanden sind. In Amsterdam zum Beispiel wird das schon seit knapp zwei Jahren so gemacht.

Dort gebe es gute Erfahrungen mit «Ich möchte Werbung»-Aufklebern, sagt die Initiative. Die derzeitige Praxis in Deutschland mit den «Bitte Keine Werbung»-Aufklebern erreiche ihren Zweck nicht, weil sie zu häufig ignoriert würden.

Werbung als wichtiges Geschäft für Postunternehmen

Für Postunternehmen sind unadressierte Werbesendungen dagegen ein lukrativer Markt. Bekannt ist etwa, dass die in Plastikfolien eingeschweißten Werbebroschüren „Einkauf aktuell“ der Deutschen Post wöchentlich bis zu 20 Millionen Haushalte in Deutschland erreichen – und damit viele potentielle Kunden.

Die Deutsche Post sagte dem WDR, sie wolle die unadressierte Wurfsendung "EinkaufAktuell" nicht freiwillig abschaffen, da "eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung Prospekten gegenüber positiv oder neutral eingestellt" sei.

Stand: 12.11.2019, 15:33

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