Viele Schlaglöcher trotz des milden Winters

Strassenschaden: Schlaglöcher

Viele Schlaglöcher trotz des milden Winters

Von Jörn Kießler

  • ADAC kritisiert viele Schlaglöcher
  • Straßen.NRW kann erst im Mai Bilanz ziehen
  • ADAC: "Kommunen sollen nachhaltiger ausbessern"

Obwohl der Frühling in NRW in den Startlöchern steht, sind die Auswirkungen des Winters nach Meinung des ADAC noch gut sichtbar. "Die Lage auf den kommunalen Straßen ist katastrophal", kritisiert der Automobilclub die vielen Schlaglöcher, die es trotz des milden Winters gibt.

Das sieht Christoph Dröge, Leiter des Referats Bau des Landesbetriebs Straßenbau NRW, anders. Gerade in den niedrigeren Lagen wie dem Rheinland seien im vergangenen Winter nicht viele Straßen in Mitleidenschaft gezogen worden.

"Wie viele neue Schlaglöcher in unseren Straßen in NRW entstanden sind, können wir erst in zwei Monaten genau sagen", erklärt er. Schließlich herrsche in höher gelegenen Regionen wie dem Sieger- und Sauerland noch Winter.

Schlaglöcher durch gefrorenes Wasser

Schlaglöcher entstehen, wenn Wasser durch Risse in den Asphalt eindringt. Fällt im Winter die Temperatur unter 0 Grad Celsius, friert das Wasser und dehnt sich aus. Dadurch platzt der Belag entweder sofort auf oder es entstehen Hohlräume darunter. Fahren dann im Frühjahr Fahrzeuge darüber, gibt der Straßenbelag an diesen Stellen nach.

Duisburg: Zustand der Straßen immer noch schlecht 02:40 Min. Verfügbar bis 12.03.2020

"Asphaltdeckschichten haben eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren", erklärt Dröge. "Dann fängt das Material an zu ermüden." In der Folge bildeten sich kleine Risse, in die Flüssigkeit eindringen könne. Beim großporigen Flüsterasphalt könne dies bereits nach zehn Jahren passieren. "Dann entstehen aber keine Schlaglöcher, sondern es werden durch die Verkehrsbelastung Asphaltkörner abgerieben", sagt Dröge.

Milder Winter in niedrigeren Lagen

Dass in einigen kommunalen Bereichen der Zustand der Straßen so schlecht ist, hat laut Dröge aber noch einen anderen Grund. "Viele Kommunen haben nicht die finanziellen Mittel, um die Schlaglöcher nachhaltig auszubessern", erklärt er.

Schuld daran ist nach Meinung von Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt des ADAC Nordrhein, das Fehlen eines nachhaltigen Konzepts. "Wenn man den Abschnitt richtig saniert, fallen natürlich höhere Kosten an", erklärt der Verkehrsexperte. Dadurch könne aber in Zukunft erheblich gespart werden. "Die schlampige Flickschusterei fällt den Städten und Gemeinden jedes Jahr wieder auf die Füße", sagt Suthold.

Kaltasphalt zur Gefahrenabwehr

Darauf verzichten kann man laut Dröge aber nicht. "Im Rahmen der Gefahrenabwehr müssen größere Schlaglöcher schnell aufgefüllt werden", erklärt er. Auch mit Kaltasphalt, der nicht das optimale Füllmittel sei. "Zudem ist es nicht wirtschaftlich, wegen eines Schlagloches eine ganze Straße zu erneuern."

Stand: 20.03.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Lutz Brück 21.03.2019, 13:52 Uhr

    Klar,das die verantwortlichen Kommunen kein Geld haben, für das was nötig ist. Vermögen ist ungleich bei einigen wenigen angehäuft. Aber die Verwalter und Planer sollten mal hinter ihrem Schreibtisch hervorkommen und sich den Zustand in Deutschland anschauen.

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