Schiedsrichter-Streik in Berlin: Gewalt auch in NRW

Schild gegen Schiedsrichtergewalt

Schiedsrichter-Streik in Berlin: Gewalt auch in NRW

  • Berliner Fußball-Schiedsrichter streiken wegen Gewalt
  • Gewalt gegen Schiedsrichter auch hier großes Thema
  • In NRW-Verbänden kein Streik angestrebt

Die Berliner Schiedsrichter streiken - und legen damit an diesem Wochenende in weiten Teilen den Spielbetrieb im Amateurfußball lahm. Das verkündete am Freitag (25.10.2019) der Berliner Fußball-Verband.

Zeichen gegen Gewalt

Betroffen sind von der rigorosen Maßnahme alle Begegnungen unterhalb der sechstklassigen Berlin-Liga. Grund für den Streik: Die Schiedsrichter wollen ein Zeichen gegen die zunehmende Gewalt auf den Fußballplätzen setzen.

In der abgelaufenen Saison 2018/2019 kam es laut Deutschem Fußball-Bund deutschlandweit zu 2.906 Angriffen auf Unparteiische im Amateurfußball. In der Saison davor waren es noch 2.866 Angriffe.

Schiris - verzweifelt gesucht!

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 25.10.2019 03:34 Min. Verfügbar bis 23.10.2020 WDR 5 Von Nicole Albers

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Gewalt auch in NRW großes Thema

Gewalt auf dem Fußballplatz ist auch in Nordrhein-Westfalen ein großes Thema. Erst Mitte Oktober attackierten mehrere Spieler einer Kreisliga-Mannschaft aus Essen einen Unparteiischen, weil sie mit einer Entscheidung unzufrieden waren, berichtete die Polizei. Der Schiedsrichter flüchtete in eine Kabine, wurde dort aber weiter angegriffen.

Einen Tag später kam es in Mülheim laut Polizei zu dem weiteren Vorfall: Nach einer A-Junioren-Partie wurde der 17-jährige Schiedsrichter von einem Spieler der Gastmannschaft aus Essen getreten. Später bewarf ein Spieler derselben Mannschaft das Auto, mit dem der Unparteiische abgeholt wurde, mit Steinen.

"Häufiger im Krankenhaus"

"Gewalt gegenüber Schiris gab's auch früher", sagt Michael Liedtke vom Fußballverband Westfalen, einem der drei Landesverbände in NRW. Aber: "Heute finden sich Schiedsrichter häufiger im Krankenhaus wieder, weil die Täter nicht aufhören zu treten und zu schlagen." Auch die Verunglimpfung über die sozialen Medien ist ein stark wachsendes Phänomen.

Gewalt gegen Schiedsrichter: Problemlösung gesucht Mittagsmagazin 22.10.2019 02:58 Min. Verfügbar bis 22.10.2020 Das Erste

Verbände in NRW lehnen Streik ab

Auch Boris Guzijan vom Schiedsrichterausschuss des Fußballverbands Niederrhein bedauert, dass es immer wieder zu Aggression und Gewalt auf dem Fußballplatz komme. "Ein Generalstreik wie in Berlin wird aber nicht angestrebt", sagt er.

Im Schiedsrichterausschuss des Fußballverbands Mittelrhein sei man ähnlicher Ansicht, heißt es aus Verbandskreisen. Einen Streik lehne man ab.

Der Verein haftet mit

Stattdessen wolle man das Problem anders lösen, so Guzijan: "Es ist immer besser, Vorfälle im Einzelnen zu verfolgen, statt Mannschaften zu bestrafen", sagt er. Verfolgt werden sollten aber nicht nur die Täter. "Der einzelne Verein haftet mit."

Gewalt gegen Hobby-Schiedsrichter: "Keine Ausnahme mehr"

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 25.06.2019 01:49 Min. Verfügbar bis 23.06.2020 WDR 5 Von Doro Blome-Müller

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Stand: 25.10.2019, 20:18

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