25 Jahre Google

03:01 Min. Verfügbar bis 14.09.2023

25 Jahre: Google statt Googol

Stand: 15.09.2022, 06:00 Uhr

Vor genau 25 Jahren haben die beiden Google-Gründer die Internetadresse google.com reserviert – und damit den Grundstein gelegt. Heute ist Google ein übermächtiger Konzern. WDR-Digitalexperte Jörg Schieb über die Hintergründe.

Vor 25 Jahren haben Sergey Brin und Larry Page – die beiden Gründer von Google, die damals noch Studenten waren – die Internetadresse (Domain) google.com reserviert. Für eine Suchmaschine, die das Suchen und Finden von Inhalten im damals noch im Aufbau befindlichen World Wide Web deutlich vereinfachen sollte.

Schreibfehler: Google statt Googol

Der Legende nach war ein Vertipper der Namenspate: Statt Googol wurde Google reserviert

Sie haben die Domain reserviert, noch bevor die eigentliche Firma gegründet wurde. Glaubt man den Erzählungen, die kolportiert werden, war ein Übertragungs- oder Tippfehler bei der Reservierung der Grund, wieso Google so heißt wie es heißt. Denn Inspiration für den Namen war eigentlich "Googol: Hinter diesem mathematischen Begriff verbirgt sich die größte benannte Zahl. Ein Googol ist eine 1 mit hundert Nullen – 10100.

Doch Googol sollte dann Google heißen. Heute kennt so ziemlicher jeder Mensch auf der Welt die Suchmaschine Google. Sie ist die mit Abstand populärste und meist genutzte Suchmaschine. Es gab schon vor Google Suchdienste fürs Netz. Allerdings hat Google einiges anders gemacht: Die Macher haben erstmals die Relevanz von Webseiten berechnet. Wie relevant ist ein Inhalt im Netz, bezogen auf die eingetippten Suchbegriffe?

Suchtreffer nach Relevanz beurteilt

Das war neu – und hat funktioniert. Bis heute. Wer wie Google acht Milliarden Suchanfragen pro Tag beantwortet, hat eine ungeheure Macht. Denn so ein Suchdienst entscheidet, was die Leute zu sehen bekommen.

Google hat das früh für sich zu nutzen verstanden und gleich auch noch den Werbemarkt umgekrempelt: Werbetreibende bieten auf die begehrten Anzeigenplätze bei Google, live – und so werden maximale Erträge erwirtschaftet. Das hat Google zu einem der mächtigsten Werbenetzwerke der Welt gemacht – und Zeitungsverlagen erheblichen Kummer bereitet. Immer noch.

Google hat seine Marktmacht ausgenutzt

Google ist es gelungen, über die Suchmaschine in vielen Bereichen erfolgreich zu sein. Heute ist Google ein mächtiger Konzern, der mehr als 69,7 Milliarden EUR im Quartal umsetzt (zuletzt im zweiten Quartal 2022). Haupteinnahmequelle sind Werbeeinnahmen. Und die sprudeln um so mehr, wenn ausreichend Daten über die Menschen vorliegen. Deshalb nutzt Google alle sich bietenden Gelegenheiten, über die diversen Dienste – Youtube inklusive – an die begehrten Daten zu kommen.

Nicht immer mit geeigneten Mitteln. Gerade erst hat die EU eine Strafzahlung in Rekordhöhe über Google verhängt: 4,12 Mrd. EUR, weil der Konzern das mobile Betriebssystem Android, das auf rund 75% aller Smartphones weltweit installiert ist, missbraucht hat. Das Unternehmen hat nicht nur seine eigenen Produkte und Dienstleistungen bevorzugt, sondern darüber hinaus auch die Hersteller der Geräte bevormundet.

"Don’t be evil"

So sah die Suchmaschine Google 1997 aus – immerhin 25 Mio. Webseiten waren im Index...

Und das, obwohl das ursprüngliche Firmenmotto von Google "Don’t be evil" lautete – sei nicht böse. Während dieses Firmenmotto lange Zeit auch auf dem Firmengelände zu lesen war, ist es heute dort verschwunden – und wird auch nicht mehr zitiert. Ganz so, als ob man sich nicht mehr daran halten wollte.

Trotz aller Bedenken bleibt die Popularität von Google ungebrochen: Besonders hier in Deutschland führt fast kein Weg an Google vorbei. Rund 80% aller Suchanfragen weltweit gehen an Google. Weit abgeschlagen auf Platz 2 ist Bing mit 11%. In Deutschland sind die Zahlen aus Sicht von Google noch beeindruckender: Hier richten die Menschen sogar rund 90% aller Suchanfragen an Google, allen möglichen Bedenken zum Trotz.

Weil die Google-Suche einfach auch einen guten Job macht – und das jetzt schon seit 25 Jahren.

Über den Autor

Jörg Schieb, WDR-Digitalexperte.

Jörg Schieb, Jahrgang 1964, ist WDR-Digitalexperte und Autor von 130 Fachbüchern und Ratgebern. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf unseren Alltag.

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