Visionen für den Stillstand

Die Samstagskolumne: Carolyn Wißing

SamstagsKOLUMNE

Visionen für den Stillstand

Von Caro Wißing

Nach der Bundestagswahl wird alles anders. Das wäre schön, meint Carolyn Wißing in der SamstagsKOLUMNE. Doch in den Wahlprogrammen findet sie keine mutigen Ansätze.

Danach. Ein Wort, das ich gerade oft sage und denke. Danach meint nach der Bundestagswahl. Private Planungen habe ich auf danach verschoben. Ist ja noch viel zu berichten bis dahin. Ich wünsche mir die Bundestagswahl als Wendepunkt. In meinen Gedanken ist vieles anders – danach. Damit verbunden ist für mich Sehnsucht nach Neustart, Veränderung, Aufbruch.

Und so kündigen es auch alle Parteien gerade an. "Nie gab es mehr zu tun" schreibt die FDP, ein "Modernisierungsjahrzehnt" ruft die Union aus, "Zeit zu handeln" findet die Linke und die SPD hat kein Wahl- sondern ein "Zukunftsprogramm". Und ich denke mir: Na also, geht doch!

Die Sprüche der Parteien zu Bundestagswahl

Das alles klingt nach Neustart, Veränderung und Aufbruch. Doch was steckt am Ende wirklich dahinter?

Wahlplakat der FDP zur Bundestagswahl im September 2021 mit einem Foto vom Parteivorsitzenden Christian Lindner

"Nie gab es mehr zu tun" - so steht es auf einem aktuellen Wahlplakat der FDP.

"Nie gab es mehr zu tun" - so steht es auf einem aktuellen Wahlplakat der FDP.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will sich für ein "modernes Deutschland" einsetzen.

Die Linken finden es sei "Zeit zu handeln".

Und mit der SPD soll es schnurstracks in Richtung "Zukunft" gehen.

Ampel, Schwampel – ist doch egal 

Aber dann, wenn ich noch weiter an danach denke, kommt die Ernüchterung. Ich stelle mir vor, wir sind zwei, drei Jahre weiter - es regieren zum Beispiel SPD, FDP und Grüne als Ampel. Eine Koalition, die laut aktuellen Umfragen derzeit möglich wäre. Die FDP hätte wahrscheinlich erreicht, dass es weder Steuererhöhungen noch Neuverschuldung gibt. Die Grünen hätten Dächer mit Solaranlagen gepflastert und einige neue Bahnstrecken gebaut. Und die SPD hätte das Bürgergeld und einen Mindestlohn von 12 Euro durchgesetzt.

Ernsthaft?! Das soll der große Wurf sein? Nicht viel anders stelle ich es mir bei einer schwarzen Ampel (auch Schwampel oder Jamaika-Koalition genannt) vor oder unter Schwarz-Rot-Gelb.

"Egal welche Koalition: Neustart, Veränderung, Aufbruch sehe ich nicht." Caro Wißing

Den großen Parteien fehlen die großen Ideen 

Das liegt nicht allein daran, dass wahrscheinlich in den Koalitionsgesprächen jegliche Schärfe aus den Parteiprogrammen wegverhandelt werden würde. Sondern ganz einfach daran, dass die etablierten Parteien erst gar nicht mit großen Ideen antreten. Ich habe den Eindruck, keine traut sich aus der Komfort-Zone heraus, keine will die Stammwähler verprellen.

Man will lieber wählbar für eine breite Mehrheit erscheinen. Oder wie soll man sich sonst diesen "Ein schöner Land"-Wahlspot der Grünen erklären? Hört sich so gesungener Aufbruch an?

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Und genau deshalb kann ich verstehen, was in den letzten Tagen immer wieder Bekannte, Freunde, Familie zu mir sagen: "Ich habe keine Ahnung, was ich wählen soll." Oder: "Vielleicht gehe ich auch gar nicht hin." Ein Leser unserer Kolumne beschreibt es so: "Meine Lösung zur Wahl wird es sein meinen Wahlzettel ungültig zu machen, weil:  Keine Inhalte, keine konkreten Festlegungen zum Klimaschutz." Die Verzweiflung - nachvollziehbar. Fraglich, ob das am Ende der richtige Weg raus aus diesem Wahl-Dilemma ist.

Kein Mut zu konsequentem Klimaschutz

Aber danke für das Stichwort: Klimaschutz. Alle etablierten Parteien (bis auf die AfD) sehen den als eine der drängendsten Aufgaben. Aber keine Partei hat ein Programm mit Maßnahmen vorgelegt, die den Erkenntnissen aus der Wissenschaft entsprechen. Auch nicht die Grünen. Auf ihrem Parteitag wurden Forderungen aus der Basis nach einem höheren CO2-Preis abgewehrt. "Zu schnell, zu steil", sagt Habeck. Die Union hatte beherztere Klimaschutzpläne in erste Entwürfe ihres Wahlprogramms geschrieben. Übrig geblieben sind Worthülsen wie "Wasserstoff-Land Nr. 1".

Ich frage mich: Warum haben die keinen Mut? Denken sich die Parteien: "Konsequenten Klimaschutz machen wir später. Danach?" Nur wonach? Wir haben doch gerade erst gesehen, die Eifel versinkt in Fluten, Südeuropa brennt, der Weltklimarat veröffentlicht erschreckende Prognosen. Das wäre doch DER Aufhänger für die Parteien gewesen, das eigene Programm nachzuschärfen. Ein bisschen so wie Angela Merkel, die 2011 nach der Fukushima-Katastrophe den Atomausstieg eingeläutet hat.

Stattdessen sagt Armin Laschet nach dem Besuch im Flutgebiet im WDR-Interview: "Nur weil heute so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik." Und die Grünen schlagen diese Woche vor, den Kauf von Lastenrädern zu fördern. Das sei ein wichtiger Baustein zur Verkehrswende. Wow!

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Als wäre Corona schon vorbei 

Anderes Stichwort: Corona. Fast vergessen erscheint mir im Wahlkampf auch diese riesige Herausforderung. Doch in den Wahlprogrammen – ich habe sie alle durchgeschaut – schreiben die etablierten Parteien nur von der Zeit danach. Nach Corona. Die Pandemie habe uns dieses und jenes vor Augen geführt, daraus müsse man lernen.

Keine Partei nennt einen konkreten Ansatz, wie etwa der vierten Welle begegnet werden soll, in die wir laut Robert Koch-Institut gerade reinschlittern. Aus der Opposition kam in den vergangenen anderthalb Jahren viel Kritik am Pandemiemanagement der Regierung – andere Ideen lese ich bei Linken, FDP, Grünen und AfD aber auch nicht.

Also doch ein "Weiter so"?

Ich vermisse Visionen, kreative Ideen, mutige Forderungen in diesem Wahlkampf. Irgendetwas wirklich Überraschendes. Aber vielleicht bin ich damit recht allein. Vielleicht will die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler in Deutschland ja lieber ein "Weiter so". 

Dass Union und SPD in den Umfragen vorn liegen, könnte dafür ein Anzeichen sein. Genauso die Tatsache, dass sich gerade die Mehrheit der Deutschen Olaf Scholz als Kanzler wünscht. Der übt gerade schon die Merkelraute. Für die Zeit danach.  

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Sie sehen das ganz anders und haben in den Wahlprogrammen überzeugende Ideen gefunden? Etwa bei den kleinen Parteien wie der Klimaliste oder Volt? Oder Sie sind der Meinung, dass Veränderung nur Schritt für Schritt kommen darf, um alle mitzunehmen? Dann lassen Sie uns doch darüber diskutieren!

Stand: 28.08.2021, 06:00

Kommentare zum Thema

20 Kommentare

  • 20 Paul voss 30.08.2021, 16:19 Uhr

    Es gibt leider draengendere zukunftsprobleme wie das Klima...zb ungesteuerte migration mit all ihren Begleiterscheinungen.. Und da dies fuer mich nun mal das aktuell wichtigste Thema ist und nur eine im Bundestag vertreten Partei hier einen anderen Kurs fährt ist meine wahlentscheidung naheliegend..

  • 19 Heinz 28.08.2021, 18:35 Uhr

    Klimaschutz ist definitiv wichtig, aber mit gewissen Übergangsfristen und nicht zu Lasten der Bürger. Klimaschutz muss nicht teuer sein und das (nackte Über-)Leben darf kein Luxus werden. Die Politik hätte schon viel früher mehr tun können. Wenn Politiker jetzt Panik kriegen ist der falsche Weg.

    Antworten (1)
    • E.H. 29.08.2021, 00:26 Uhr

      Das Problem ist: wir haben KEINE ZEIT mehr, fuer irgendwelche 'Uebergangsfristen' - die HAETTEN wir gehabt, wenn Wissenschaftler, die frueh vor den Folgen der CO2-Problematik gewarnt haben, ernst genommen worden waeren. Zu dem nicht-teuer-sein: wir haben jahrelang billig gelebt - auf Kosten der Umwelt, auf Kosten der Arbeiter in den Billiglohnlaendern (in mehrfacher Hinsicht: billige Loehne, kein Gesundheitsschutz, kein Umweltschutz, Umweltbelastung durch lange Transportwege - obwohl 'oekonomisch sinnvoll', aber eben NICHT umwelt'freundlich'). Und (Ueber-)Leben darf kein Luxus werden: sagen Sie das mal den Leuten, die kein Wasser mehr haben, oder denen das Wasser bis zum Hals steht - nicht nur kleine Inseln; nein, schauen Sie mal nach Miami, Florida! Und frueher etwas tun: HAHAHA - Stichworte: 'broecklige' (Auto-/Eisenbahn-)Bruecken, demographischer Wandel ("Die Renten sind sicher" (Jaaa, fuer die Politiker!), Klimawandel....

  • 18 Jörg Schröder 28.08.2021, 18:22 Uhr

    Politik ist immer ein Geflecht der kleinen Schritte. Wer hier die ganz großen Würfe nach einer Wahl erwartet, der sieht zu viel Netflix. Gerade die Wählerschaft muss mutig sein. Die Forderung nach einem maßgeschneiderten Wahlprogramm verrät eher ein Anspruchsdenken. Die Parteien und PolitikerInnen werden auch mit der neuen Aufgabe wachsen. Wichtig ist nur das die Wählerschaft ein konservatives "Weiter so..." verhindert und ein deutliches Zeichen setzt. Neue und jüngere Gesichter sind notwendig im Geschäft Politik.

  • 17 Michah Weissinger 28.08.2021, 16:27 Uhr

    Verschiedene Umweltorganisationen haben die Programme der Parteien daraufhin untersucht, wer am ehesten die Klimakrise bremsen könnte, verhindern steht ja nicht mehr zur Debatte. Klares Ergebnis: Die Grünen (oder die Linke). Wer da schreibt, er wisse nicht, wen er wählen soll, ist einfach nur zu bequem, sich mal die Programme anzugucken. Dass jede Koalition den Druck der Straße braucht, um viele unbequeme Maßnahmen (z.B. Parkplätze einkassieren, Benzin teurer machen, Flüge auch, Tempolimit, ..) ist ja selbstredend klar. Aber dieser Kommentar, blasiert und eingebildet im Ton, kassiert mal eben alle Unterschiede. Damit trägt er selbst zur Beibehaltung des Status quo bei, dass nämlich der Eindruck entsteht, man könne ja doch nichts machen. Dass ist angesichts des Klimadramas unverantwortlich. Viele kleine Schritte in die richtige Richtung sind immer noch besser, als den Kopf in den Sand zu stecken.

    Antworten (2)
    • Hans 28.08.2021, 18:36 Uhr

      Flüge teurer machen? Die Grünen und die Linke sind gerade dabei, massenhaft kostenlose Flüge aus Afghanistan anzubieten. Die Migrationspolitik der Grünen und der Linken hat den Zuzug von ca. 11,4 Millionen Ausländer und noch mehr Migranten ermöglicht. Glauben Sie ernsthaft, dass die Migrationspolitik nicht für einen erheblichen Teil des CO2-Ausstoßes bzw. der Umweltzerstörung in Deutschland verantwortlich ist? Warum soll ich mich einschränken, wenn Leute wie Anis Amri mit 14 Identitäten im Land unherreisen und zusätzlich mehr CO2 erzeugen, alls ich einsparen kann bzw. soll? Warum soll ich mich einschränken, wenn gerade berichtet wird, jährlich sollen 400.000 Migranten ins Land kommen, weil es angebliche ein Fachkräftemangel gäbe, obwohl z.B bei Daimler gerda massenhaft Stellen abgebaut werden. Kann ich überhaut soviel CO2 einsparen, um den durch den Zuzug neu entsteheneden CO2-Ausstoß auszugleichen?

    • E.H. 29.08.2021, 00:11 Uhr

      @Hans: Es gibt soviele 'Baustellen' hier in D (Unternehmenssubventionen, Standort- und Stellenstreichungen in Unternehmen (mehr Pendelverkehr, mehr Sozialkosten (und, als zusaetzliche 'Freude' fuer die Entlassenen, Hartz IV)), Wahlgeschenke von Parteien (nach der Wahl, an 'Unterstuetzer'/Lobbyisten).... UND SIE HABEN VOR NICHTS ANDEREM ANGST, ALS VOR WEITEREN FLUECHTLINGEN? (Was glauben Sie, was im weiteren Verlauf der (auch und vor allem) von UNS(!) verursachten Klimakrise passiert? Ich verrat's Ihnen: NOCH VIEL MEHR FLUECHTLINGE! Und der Grund dafuer? WIR(!) alle in den Industrienationen! Und in Zukunft sollten Sie ihre wirren, braungefaerbten Gedanken lieber fuer sich behalten.

  • 16 Hans 28.08.2021, 15:18 Uhr

    1: Es handelt sich hier um eine Meinungsäußerung , die aus meiner Sicht entgegen § 5 Abs. 6 WDR-Gesetz unzulänglich als Kommentar gekenntzeichnet ist. 2. Aufgrund des Bevölkerungsrückganges bei den Indigenen hat sich automatisch der CO2-Ausstoß deutlich reduziert. Aufgrund der Migrationspolitik explodiert seit ca. 2014 die Bevölkerungszahl und damit auch die CO2-Belastung. Die Migranten wohnen wieterhin oft in schlecht gedämmten Unterkünften. Alleine der Wohnungsbau für Migranten zerstört massiv die Umwelt. Nur die AfD möchte das Klima durch einen Bevölkerungsrückgang retten. In Städten wie Altena hätte man viele Häuser in dem Uberschwemmungsgebiet abreisen und damit Sickerflächen schaffen können. Stattdessen hat der Bürgermeister massenhaft Migranten angesiedelt. Der Hochwasserschaden wäre bei einer anderen Migrationspolitik deutlich geringer ausgefallen. 3. Wann wird der WDR die Klimafolgen der Migrationspolitk themtisieren?

    Antworten (2)
    • Frank 28.08.2021, 19:49 Uhr

      zu 1.: Quatsch. zu 2.: bösartiger Quatsch. zu 3.: Nie? Weil Quatsch?!

    • Paul voss 30.08.2021, 16:25 Uhr

      Volle Zustimmung Hans.. Nicht ganz politisch korrekt jedoch inhaltlich richtig ihre Argumentationskette..

  • 15 VR 28.08.2021, 13:30 Uhr

    Digitalisierung Ist kein Selbstzweck. Politiker, die nicht in wenigen Sätzen sinnvoll darlegen können, was eine Blockchain ist, was eine KI ist und wo die Grenzen dieser Technologien liegen, sollten sich nicht weiter an entsprechenden Diskussionen beteiligen. Soweit ein paar Vorschläge zur Diskussion, aufgrund der Kommentarfunktion in umgekehrter Reihenfolge.

  • 14 VR 28.08.2021, 13:26 Uhr

    Religion Beendigung der Subventionierung der christlichen Kirchen. Beschränkung ihres Einflusses in Gremien und auf den sozialen Bereich. Einwanderung Wer fliehen muss soll Hilfe bekommen, solange sie benötigt wird. Im Umgang miteinander müssen aber unsere Regeln und Gesetze gelten, nicht die anderer Gesellschaften. Einwanderung darf kein Mittel sein um Löhne zu drücken bzw. niedrig zu halten. Rente Stärkung des umlagefinanzierten Systems, Finanzierung und Auszahlung analog zur Schweiz. Privatwirtschaft aus der regulären Altersversorgung heraushalten. Sollten Eltern vor erreichen des Rentenalters versterben, soll den Kindern bei der Rente ein Bonus aufgerechnet werden. Gesundheit Krankenhäuser nicht als privatwirtschaftliche Unternehmen. Private Krankenversicherung abschaffen. Mehr Personal, vernünftige Bezahlung. Den Versicherungswahnsinn bei Hebammen beenden.

  • 13 Scholten 28.08.2021, 13:21 Uhr

    In einigen Jahren wird man das CO2 (Kohlendioxid)-Ziel einfach neu definieren als O2C (Oxid des vierwertigen Kohlenstoffs) und dafür einen neuen Grenzwert kreieren, den man dann bestimmt (!) halten kann. Solange die Parteien den bürokratischen Sozialismus mit der Maxime "Soziale Gerechtigkeit" flankiert von der Gendergerechtigkeit nicht hinter sich lassen, haben wir keine Chance gegen die robusten Volkswirtschaftlichen wie China. Weder die soziale Marktwirtschaft noch der anglo-amerikaische Kapitalismus werden überleben. Das Spaltungspotential des Kapitalismus wird die EU zerfressen. Eine düstere Prognose. Aber ich befürchte, unsere alles schön redenden Politiker werden die Entwicklung leider nicht aufhalten

  • 12 VR 28.08.2021, 13:10 Uhr

    Geld: In NL können alle Parteien ihre Vorschläge/Wahlprogramme daraufhin überprüfen lassen, ob sie finanzierbar sind (unabhängig aber staatlich). Das will ich hier auch. Beendigung der Subventionen für die Autoindustrie und sonstige klimaschädliche Branchen. Generationengerechtigkeit als verpflichtende Voraussetzung bei Entscheidungen und Gesetzen. Finanzämter sollen schärfer bei größeren Firmen und Großverdienern (ab 100000e) kontrollieren. In D erwirtschaftete Internetumsätze müssen hier voll versteuert werden. Politik Begrenzung auf 2 Amtszeiten, nicht nur beim Kanzleramt. Nebentätigkeitsverbot für Abgeordnete, starke Lobbykontrolle. Bildung Bildungshoheit auf Bundesebene. Pädagogische Versuche an Kindern (z.B. Schreiben nach Gehör) müssen unterbunden werden. Flächendeckende Investitionen in Unterricht und Gebäude, unsere Schulen sind eine Schande. Wirtschaft Abkehr vom Wachstumsgedanken, wir können ihn uns schlicht nicht mehr leisten. Gesellschaftliche Diskussion darüber.

  • 11 VR 28.08.2021, 12:55 Uhr

    Ich mach mal ein paar Vorschläge: Klima: Die echten Kosten von Nahrungsmitteln von sonstwo, Mobilität, Kommunikation usw. müssen im unmittelbaren Preis spürbar sein, also eine Umweltschmutz- und CO2- Bepreisung, die den Namen verdient. Das eingenommene Geld kann u.a. verwendet werden um soziale Härten auszugleichen. Gemeinsam mit den kleineren (!)Bauern Direktvermarktung von Lebensmitteln vorantreiben. Gift und Gülleimporte auf Äckern verbieten. Wasserentnahme(Grundwasser) besonders von Konzernen (z.B. Coca Cola) stark begrenzen. Pflicht für Solardächer und Mieterstrom, Förderung von z.B. Energiegenossenschaften. Innerorts Tempo 30, Autobahn 120. Ausbau ÖPNV, auch auf dem Land. Ende der Braunkohle (ohne Vergoldung für Konzerne). Windkraft förden. Dezentrale Strukturen fördern, damit Pendeln und Fahrten begrenzt werden (auch auf dem Land). Jedes Gesetz und jede Verordnung und jede Subvention muss auf ihre Wirkung für das Klima hin überprüft werden. Kein positiver Effekt=außer Kraft

  • 10 Peter 28.08.2021, 12:53 Uhr

    Liebe Caro Wißing, ich möchte von keiner der Parteien abgeholt werden, denn Politik ist ein sehr schmutziges Geschäft, denn es geht den meisten Politikern um Geld und Macht. und dies nicht entsprechend ihrem Auftrag "zum Wohle des Volkes", sondern um die Lobbyisten zu bedienen und der Schleimspur der Industrie zu folgen. - mir liegen schlicht die nachfolgenden Generationen am Herzen, dass Diese in einer lebenswerten Umwelt leben können. denn, wenn wir heute nichts an unserer Art zu leben radikal verändern, werden die nächsten Generationen dafür sehr teuer bezahlen. Wir müssen jetzt handeln und wer dies nicht tut versündigt sich an der Natur und an der Menschheit

  • 9 Peter Havers 28.08.2021, 11:49 Uhr

    Einfach nur peinlich: Merkel habe nach Fukushima den Atomausstieg eingeläutet. Das hat doch wohl Rot-Grün getan. Merkel und Schwarz-Gelb haben das dann nach 2009 gekippt! Ehe sie nach Fukushima dies wieder änderten. Gibt‘s beim WDR keinen Faktenscheck? Die Journalistin sollte sich erst informieren, bevor sie ihre Meinung kundtut.

  • 8 Peter 28.08.2021, 11:24 Uhr

    Lieber WDR, liebe Frau Wißing, herzlichen Dank für diese Kolumne. Ich fände es super, wenn Sie diese seit langem bekannten Erkenntnisse und dem seit Jahrzehnten bekannten Handlungsdruck bzgl. Klima-/Artenschutz endlich in angemessener Weise in Ihre Programme, bspw. durch einen täglichen Brennpunkt nach der Tagesschau, einbringen würden, um das bisherige Versagen der Medien zu lindern. Die Welt brennt, es ist Alarmstufe Rot. Bitte berichten Sie entsprechend.

  • 7 Wolfgang aus DIN. 28.08.2021, 11:15 Uhr

    Einen Rechtschreibkurs kann ich der Autorin dringend anraten, dann müßte man nicht manche Sätze mehrmals lesen, um sie zu verstehen.

    Antworten (1)
    • Caro Wißing 28.08.2021, 11:23 Uhr

      Lieber Wolfgang, Rechtschreibfehler finde ich in meinem Text keine. Aber ich kann mich gern bemühen, in den nächsten Texten verständlicher zu schreiben.

  • 6 HerrKarl 28.08.2021, 11:04 Uhr

    Wo sind die innovativen, mutigen, handlungsfähigen Politiker??? Wenn wir alle so arbeiten würden...armes Deutschland... Wenn das so weiter geht, bedeutet DANACH der Zerfall...

  • 5 Peter 28.08.2021, 10:59 Uhr

    Manchmal reicht es über den Tellerrand zu blicken: In Paris gilt Tempo 30km/h und breite Spuren für das Fahrrad. Dazu wäre auch ein günstiger ÖPNV-Tarif ein Angebot, um das Umsteigen vom Auto auf andere Verkehrsmittel zu fördern. und vier Verkehrsverbünde in NRW müssen nicht sein, einer reicht das ist eine Kostensenkung, plus Ausbau des ÖPNV weiter ein sofortiger Stopp des Braunkohletagebaus und die Abschaltung aller Kohlekraftwerke ohne Entschädigung an die Betreiber, denn die haben sich schon mit dem Atomausstieg ihre Fehlplanungen vergolden lassen. und gebt den Bächen und Flüssen wieder ihren Raum, sonst kommt die nächste Hochwasserkatastrophe schneller als wir glauben. Eine Bebauung in Flussnähe ist schön, doch bitte mit mindestens 1km Abstand zum Schutze der Natur. endlich rebelliert die Jugend wieder gegen das Festhalten an überholten Strukturen der Politik. weiter so

    Antworten (1)
    • Caro Wißing 28.08.2021, 11:13 Uhr

      Wow. Das ist ja fast ein vollständiges Parteiprogramm. ;) Holt Sie eine der Parteien da ab?

  • 4 Egonia 28.08.2021, 10:25 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 3 Florian 28.08.2021, 10:13 Uhr

    Es muss sich gewaltig was ändern. Das wird auch nicht schmerzlos passieren können. Jedes Jahr, um das verzögert wird, wird es nur noch schmerzhafter. Ich erläutere dies mal am Beispiel Zähne: Man hat sich jahrelang nicht drum bekümmert, obwohl man es weiß, das man es tun müsste. Fast alle Zähne sind krank. Man hat schon Schmerzen, geht aber nicht zum Zahnarzt vor Angst vor Schmerzen. Mit jedem weiteren Jahr warten, werden die Maßnahmen des Zahnarztes krasser und schmerzhafter sein, um das Überleben des Patienten zu gewährleisten. Noch hat Deutschland Geld, um die Zähne zu retten oder zu ersetzen. Wenn noch lange gewartet wird, ist Deutschland bald zahnlos und Schmerzen hat man dann mehr, als wenn man zuvor gehandelt hätte. Fühlen Sie sich frei, das Beispiel in einem Artikel zu verwenden.

    Antworten (2)
    • Elisabeth 28.08.2021, 11:06 Uhr

      Ja sicher. Aber was? Jeder redet darüber, aber mir fehlen konkrete Beispiele. Wie wäre es mit der Bepreisung der PS-Stärken, damit diese Pseudo/Landrover auf den Straßen wieder verschwinden und das Fördern von Kleinstwagen, statt nur E-Mobilität zu fördern, welche sich der „kleine Mann“ in der Mietwohnung nicht leisten kann, weil seine Heizung noch teurer wird? Alles lässt sich auch nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr lösen. Warum brauchen wir inländische Flüge? Warum gibt es keine bezahlbaren Bahnreisen mit Auto? Usw. Und Lebensmittel, die eingeflogen werden oder der Umwelt schaden wie Avocados gehören schlichtweg so verteuert, wie sie Schaden verursachen.

    • Florian 28.08.2021, 11:34 Uhr

      @Elisabeth Alle klimaschädlichen Subventionen innerhalb von z.B. 4 Jahren auf Null runterfahren. Damit bekommen viele Produkte, die aktuell zu günstig sind, einen realen Preis und müssen sich dann auch mit klimafreundlichen Produkten messen. Die eingesparten Subventionen als Kopfpauschale auf jeden einzelnen Bürger jährlich z.B. 1000 EUR, auszahlen. Für ärmere die wenig Konsum haben, sind die 1000 EUR viel Geld und haben am Ende mehr raus, reiche zahlen durch ihren hohen Konsum deutlich drauf. Die klimafreundlichen Produkte werden im Preis auch sinken, da die Mengen steigen, so dass die Kopfpauschale nach einer Übergangszeit stark gekürzt oder ganz entfallen können.

  • 2 Elisabeth Schmidt 28.08.2021, 10:12 Uhr

    Solange uns die Politik beim Klimaschutz mit erhöhten Heizkosten und Einschränkungen der persönlichen Mobilität „beglücken“ wollen, sehe ich keine Chance. Ich höre nichts von saisonal, regional und/oder bezahlbarem Wohnraum. Es geht bei den Grundbedürfnissen los über die Wirtschaft und den Autobahnrennstrecken für LKWs. Es gäbe viel zu tun. Und es geht bei jedem Einzelnen und in vielen Kleinigkeiten viel zu erreichen. Auch bei der Jugend, die heute in Werbespots der vorhergehenden Generation Vorwürfe machen und selbst den Lieferdienst, jeden Modetrend mitmachen und die Streamingprogramme nutzen und kurz vergessen, dass ein benutzter Pizzakarton nicht in den Papiermüll gehört.

    Antworten (1)
    • Caro Wißing 28.08.2021, 11:20 Uhr

      Liebe Elisabeth, aus meiner Sicht sollte man die Jugend nicht pauschal verurteilen. Wie in jeder Generation gibt es da mit Sicherheit diejenigen, die sich verhalten wie Sie beschreiben. Aber andere junge Menschen zeigen doch gerade sehr deutlich, dass sie bereit sind, ihr Verhalten, ihren Konsum im Sinne des Klimaschutzes zu verändern.

  • 1 Manuela 28.08.2021, 09:24 Uhr

    Danke für die Kolumne, sie haben es perfekt auf den Punkt gebracht!

    Antworten (3)
    • WDR.de 28.08.2021, 09:33 Uhr

      Danke für das Lob, Manuela. Das freut uns zu lesen!

    • WDR.de 28.08.2021, 09:54 Uhr

    • Caro Wißing 28.08.2021, 09:56 Uhr

      Liebe Manuela, zu welchen Themen würden Sie sich Ideen und Visionen der Parteien wünschen?

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