Die Rente ist sicher - Wahlkampf als Märchenstunde

Die Samstagskolumne: Ralph Sina

SamstagsKOLUMNE

Die Rente ist sicher - Wahlkampf als Märchenstunde

Von Ralph Sina

Wir brauchen eine Greta Thunberg für die Rente, findet Ralph Sina in der SamstagsKOLUMNE. Er sagt: Jedes "Weiter so" geht auf Kosten der Jüngeren.

"Leidenschaft kennt keine Rente", sagt mein Lieblingsfotograf. Bernhard Steinwachs will mit seinen 71 Jahren einfach kein Rentner sein, sondern gemeinsam mit seiner Frau im Fotofachgeschäft stehen. Dieser Bundestagswahlkampf kennt bisher beides nicht: weder Leidenschaft noch das Thema Rente. Weil: Die Rente ist ja sicher.

Funktioniert das noch mit der Rente?

Die Bundesrepublik weiß seit ihrem ersten Kanzler: "Das mit der Rente funktioniert. Denn Kinder kriegen sie immer.", pflegte Konrad Adenauer mit rheinischer Gelassenheit zu formulieren. Die Rente Rente sein lassen, das konnten sich Alt-Kanzler und Alte Republik leisten: Die Antibaby-Pille war nicht einmal im Embryonal-Stadium.

Norbert Blüm klebt auf dem Bonner Marktplatz ein Plakat mit der Aufschrift:"... denn eins ist sicher: Die Rente" auf eine Litfaßsäule.

Norbert Blüm klebt ein Plakat an eine Litfaßsäule

Doch selbst als der "Pillen-Knick" unübersehbar wurde, als sich die Geburtenrate im Vergleich zur Ära Adenauer fast halbierte, die Beitragszahler schwanden und immer mehr rüstige Rentner länger lebten, war immer alles beim Alten. Die Bonner Republik übte sich erfolgreich in der Kunst des gelassenen Verdrängens. In der Rolle des sympathischen Chef-Märchenerzählers profilierte sich Norbert Blüm. 16 Jahre lang war er ununterbrochen Bundesarbeitsminister. Und geschlagene 16 Jahre lang lautete sein beruhigendes Mantra: "Die Rente ist sischä."

Die Märchen der Gebrüder GroKo

35 Jahre später ist Olaf Scholz - Kanzlerkandidat der SPD - in die Fußstapfen Norbert Blüms geschlüpft. Auf den Scholz-Plakaten legen die Werbeagenturen ihm Floskeln in den Mund wie: "Stabile Renten - aus Respekt vor der älteren Generation." Waren es zu Adenauers Zeiten noch sechs Beitragszahler pro Rentner, werden 2040 auf einen Rentner nicht einmal mehr zwei Beitragszahler kommen.

Grafik zum Verhältnis weniger Beitragszahler pro Rentner

Weniger Beitragszahler pro Rentner

Die Renten-Beitragszahlungen werden auf Dauer zu hoch und die Renten dennoch zu niedrig sein, zumal die Lebenserwartung weiter steigt. Doch Scholz lehnt den naheliegenden Vorschlag, dass Renteneintrittsalter heraufzusetzen, kategorisch ab.

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Wir schaffen das vielleicht nicht

Die Herausforderung für alle politisch Handelnden dieses Jahrzehnts steht sehr klar im aktuellen Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums. Auf Seite 67 lesen wir, dass der gesetzlichen Rentenversicherung bereits in vier Jahren "schockartig steigende Finanzierungsprobleme" drohen.

Nur noch bis 2025 ist sicher, dass Rentner annährend die Hälfte ihres Durchschnittslohns ausgezahlt bekommen - nämlich etwa 48 Prozent. Danach geht es bergab: Laut Bundesbank sinkt die staatliche Rente bis 2070 auf 40 Prozent, wenn es beim Rentenalter mit 67 bleibt. Experten der Bundesbank regen an, das Rentenalter bis 2070 auf 69 Jahre und vier Monate anzuheben. Mit dem was die Politik im Moment von sich gibt, lässt sich weder Altersarmut verhindern, noch Generationengerechtigkeit herstellen.

Wo bleibt die Greta der Renten?

YouTuber Rezo bringt es in seinem neuen Bundestagswahl-Video mit dem Titel "Zerstörung" auf den Punkt: "Die über 60-Jährigen haben mehr Wahlmacht als alle unter 40. Ein Teil der Rentner entscheidet mehr über die Zukunft als alle Menschen unter 30 Jahren."

Ob Klima oder Rente: Bei beiden Themen sieht es düster aus, wenn die sehr Erwachsenen so weitermachen wie bisher. Jedes "Weiter so" geht auf Kosten der kommenden (Rentner-) Generation. Der entscheidende Unterschied: Beim Thema Klima wehren und positionieren sich die Jüngeren durch Schulstreiks oder Bewegungen wie Fridays for Future. Es fehlt eine deutsche Greta Thunberg zum Thema "zukunftsfähiges Rentenkonzept".

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Deshalb agieren viele Parteien in der Norbert Blüm-Tradition: "Die Rente ist sicher." Was als Respekt gegenüber den baldigen Rentnern daherkommt, bedeutet im Klartext, dass die Jüngeren nicht ernst genommen werden.

Für meine Kinder und Enkel wünsche ich mir nach der Klimaklage eine Rentenklage vor dem Bundesverfassungsgericht. Und ein Urteil, das die künftige Regierung zwingt, das Rentensystem so nachzubessern, dass es die Jüngeren nicht durch lebenslange, extrem hohe Beiträge und spätere Mickrig-Renten doppelt trifft.

Parolen statt Programmen

Plakat von der Partei "Die Linke" zum Thema Renten. Auf dem Plakat: "Gerecht Rente hoch, Rentenalter runter. Jetzt!"

Die Linke-Plakat am Rheinufer in Bonn

Radikal neue Ansätze muss man in den Parteiprogrammen aber weiterhin mit der Lupe suchen. Billig-Parolen hingegen nicht: "Renten statt Raketen" heißt es zum Beispiel beim Team Todenhöfer. "Gerecht: Rente hoch, Rentenalter runter. Jetzt" plakatiert die Linke.

Wer braucht schon die Realität, wenn er schöne Slogans hat? CDU und CSU würden die sichere Rente neben staatlicher Rente, Betriebsrente durch die dritte Säule der privaten Alters-Vorsorge gerne noch sicherer machen. Während Christian Lindner (FDP) vom schwedischen Modell der "Aktien-Rente" schwärmt.

Dieses Schweden-Modell der Aktien-Rente ist interessant für alle, die heute 30 oder 40 Jahre alt sind. Denn die haben genug Zeit einen Aktien-Crash buchstäblich auszusitzen. In diesem Zusammenhang ein ganz persönliches Bekenntnis:

"Im Nachhinein verfluche ich, dass ich nicht vor Jahrzehnten begonnen habe, monatlich wenigstens einen kleinen Betrag in einen international aufgestellten Aktien-Sparplan einzuzahlen." Ralph Sina

Rente-Rot-Rot-Grün?

"Gute Rente, gutes Leben", lautet die Devise der Linkspartei. Nach ihren Vorstellungen müssen alle mit einem Erwerbseinkommen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Nicht nur Arbeiter und Angestellte, sondern auch Selbstständige, also zum Beispiel Anwälte und Ärztinnen. Und vor allem auch Beamte. Ein Finanzierungskonzept das sich auch in den Programmen von SPD und Grünen findet. Rentenpolitisch steht also einer Rot-Rot-Grün Koalition wenig entgegen. Wobei es ein Geheimnis bleibt, wo die Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag herkommen soll, welche die Beamten dazu verpflichten könnte. Mit der CDU ist die Idee: Alle in eine Kasse jedenfalls nicht realisierbar.

Leidenschaft kennt keine Rente

Was ich mir wünsche? Einen flexiblen Renteneinstieg statt eines starren Renteneintrittsalters! Und wäre es nicht für viele Männer sinnvoll in der Zeit, in der die Kinder zuhause sind, mehr Zeit für sie zu haben und dafür im Gegenzug länger zu arbeiten? Ich persönlich hätte das gern gemacht. Hätte im Rückblick gern weniger Nachrichtenminuten geschrieben und kürzer im Studio gesessen, als die Windeln meiner Kinder voll waren. Doch freiwillig und mit Lust länger arbeiten, soweit reicht die Fantasie bei den meisten Parteien nicht. Weder bei Scholz noch bei Laschet oder Baerbock. Vielleicht sollten sie einmal mit meinem Lieblingsfotografen über dessen Lebensmotto sprechen: Leidenschaft kennt keine Rente. Jedenfalls nicht in jedem Fall und nicht zwangsläufig mit 67.

Sehen Sie das Thema Rente ganz anders? Oder haben Sie Ideen, wie die Politik das Problem lösen könnte? Dann lassen Sie uns darüber diskutieren!

Stand: 11.09.2021, 06:00

Kommentare zum Thema

23 Kommentare

  • 23 Anonym 15.09.2021, 15:01 Uhr

    Ich hab noch nie gearbeitet... Lebe vom Erbe..Ich brauch auch nicht viel.. Mir fehlt nichts.. Und das ist gut so..

  • 22 53er 14.09.2021, 06:58 Uhr

    Ich arbeite auch mit 68 noch. Merke aber, dass es ganz schön an die Substanz geht. Man wird tatsächlich nicht jünger. Wie geht es Arbeitern, die schon mit 60 kaputt sind? Oder viele andere, die eintönige Jobs haben? Wollen die auch gerne länger arbeiten? Alles schön mit dem länger arbeiten. Dann aber sollte es wenigstens noch etwas Spaß machen und den einzelnen einen Gewinn bringen. Ich kenne mehr, die lieber früher in Rente gehen wollen, als später. Und das hauptsächlich aus einem Grund: Die Arbeit macht keinen Spaß, es fehlt die Motivation, viele sind auch körperlich am Ende. Es ist eine Ungerechtigkeit gegenüber den Beitragszahlern und je jünger diese sind, desto ungerechter wird es. Das wird sich wohl so schnell nicht ändern, leider. Dabei gibt es wirklich genug Beispiele bei unseren Nachbarn, wie es auch gehen kann und das besser als bei uns.

  • 21 Ralph der Renten ? 13.09.2021, 10:16 Uhr

    Bei dem Beitrag vermisse ich nur noch den Namen des International aufgestellten Aktien-Sparplans, für den Herr Sina da Werbung macht. Denn nichts anderes ist dieser Artikel. WERBUNG ! - Natürlich ist dem Herrn bekannt, dass die auf privaten Aktienfonds aufgebaute Alterssicherung der amerikanischen Rentner den Bach runter gegangen ist, diese Leute stehen heute in der Schlange vor der Suppenküche und " wohnen" im Zelt. SIE SITZEN DA DEN AKTIENCRASH AUS ! Um dann im Alter von 110 steinreich zu sein. --- Mal ehrlich: Wie kann man nur so gequirte K. schreiben. Oder ist das Satire ??? -- Wie gut geht es da den Rentnern in den Niederlanden, oder in österreich. Die bekommen nicht nur sehr viel mehr Rente, sondern dies auch noch 14 mal.

    Antworten (1)
    • Michael aus Bonn 13.09.2021, 23:32 Uhr

      Was Herr Sina mit der Anlage in globale Aktien-Fonds (ETFs) vorschlägt, ist keine Werbung. Er zeigt einen Weg auf, wie die Bürger ihre private Vorsorge selber in die Hand nehmen können. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass man sich mit Diversifizierung und Ablauf-Management beschäftigt. Legen Sie doch bitte bei Ihrem Horrorbild mit der Suppenküche offen, wie diese armen Leute investiert waren (alles auf eine Aktie?) und wann sie umgeschichtet haben! Und machen Sie bitte einen Vorschlag, wie die Bürger privat vorsorgen sollten! Soll der Deutsche Michel weiterhin brav zu Allianz, Sparkasse & Co. dackeln, um sich überteuerte Rentenversicherungen von "Beratern" andrehen zu lassen? Das sind Verkäufer mit einem haushohen Interessenskonflikt. Das gesamte Provisionsmodell gehört verboten (wie in den NL und UK)! Die eigentliche "gequirlte K." - um Sie zu zitieren - ist das gegenwärtige System der privaten AV, das nicht dem Bürger sondern der Versicherungs-/Finanzindustrie dient.

  • 20 Reiner Zufall 12.09.2021, 08:09 Uhr

    An das Moderatorenteam: Zitat: Die Redaktion behält sich insbesondere vor, Beiträge ohne vorherige Information des Verfassers auszublenden oder zu löschen, deren Inhalt ehrverletzend beleidigend Persönlichkeitsrechte verletzend jugendgefährdend politisch oder religiös extrem und/oder agitatorisch rassistisch oder sexistisch fremdenfeindlich diskriminierend zu Gewalt aufrufend pornografisch strafbar ist. Warum wurde mein Beitrag gelöscht? Meiner Meinung trifft keiner der Punkte auf meinen Kommentar zu. Vielleicht ist die Lösung* zu einfach? Mfg Reiner Zufall *) Es ist genug Geld vorhanden!

  • 19 Schmitz Willi 11.09.2021, 19:12 Uhr

    Die Rente wäre sicherer, wenn alle versicherungsfremden Leistungen herausgenommen würden, wie Mütterrente, Entschädigung für Kriegsopfer, Zwangsarbeiter, nicht zu vergessen, die Wiedervereinigungskosten, die aus der Rentenkasse bedient werden. Man gewinnt den Eindruck, als wäre die Rentenkasse ein Selbstbedienungsladen, während Beamte und Selbständige natürlich nichts mit dem Nationalsozialismus und Wiedervereinigungskosten zu tun hatten. Zumal in fast allen Medien in diesem Jahr unterschlagen wurde, das die Beamten-Pensionäre am 1. April 1,2 % Erhöhung erhalten haben, während die Normalrentner in die Röhre guckten. Angesichts der Kosten allein für den Afghanistaneinsatz und die sonstige Steuerverschwendung, kann der Steueranteil des Staates meiner Meinung nach ruhig erhöht werden. Mich amüsiert vor allem der inzwischen inflationäre Begriff, Experten. Stichwort: Riester, Rürup usw. Die Folge: Lehmann, Maschmeyer, Wirecard und andere, die die Rentner über den Tisch gezogen haben.

    Antworten (1)
    • Uwe 12.09.2021, 13:53 Uhr

      Hallo Herr Schmitz, ich teile Ihre Auffassung weitgehend. Nur bin ich abweichend der Meinung, dass es von einigen sogenannten Experten (Sie haben es zutreffend beschrieben) gewollt ist die "kleinen Leute" (Rentner, Arbeitnehmer und Beamte) gegeneinander in Stellung zu bringen. Das gelingt leider schon häufig genug. Nicht jeder Beamte ist Staatssekretär oder Schuldirektor. Der beamtete Streifenpolizist oder Justizanwärter wird leider selten erwähnt. Es sollte so sein, dass sich die Renten deutlicher in Richtung der Pensionen entwickeln und nicht umgekehrt. Davon unabhängig ist es auch egal wie alt unsere Gesellschaft im Durchschnitt wird. Mit 65 und nach 45 Arbeitsjahren sollte Schluss sein. Wer länger will, der soll es rentensteigernd tun können. Das Rentenniveau könnte bei deutlich über 50 % liegen wenn Politiker endlich mal ihre Finger aus der Rentenkasse nehmen würden.

  • 18 Ole-Björn 11.09.2021, 17:34 Uhr

    Dass die Rente nur sicher ist ist im Alter oft nicht bedarfsdeckend. Viele Personen sind im Alter auf staatliche finanzelle Hilfen angewiesen weil die Rente nicht reicht. Es darf nicht sein dass nur die Arbeiter in die Rentenversicherung einzahlen. Das muss sich ändern. Alle Personen die in Deutschland Geld bekommen, egal ob Beamte, Ärzte, Rechtsanwälte, Freiberufler, Geringverdiener, oder Empfänger von Sozialleistungen sollen alle in die Rentenversicherung einzahlen. So hätten alle eine garantierte Mindestrente. Man muss nur mal in unsere europäischen Nachbarländer schauen wie es dort gemacht wird. Sicher haben diese anderen Rentensysteme sowohl Stärken als auch Schwächen. Doch haben die zukünftigen Rentnenempfänger dort auch eine Aussicht auf eine gute Grundrente. So wird das Älter werden nicht zu einer zunehmenden Angstsituation für Personen die im Alter von Altersarmut betroffen sein werden.

  • 17 Werner Günther 11.09.2021, 15:56 Uhr

    Schön dargestellt,1960 haben 6 Arbeiter für ein Rentner einbezahlt,2020 wäre es dann nur noch 1,8 Beitragszahler pro Rentner. Jetzt fehlt aber noch dir Schautafel wo man sehen kann wie sich die Zahl der Milliardäre und Millionäre im Verhältnis zur Arbeitenden Bevölkerung verändert hat. 1960 ein Millionär auf eine Million Arbeiter und 2020 in etwa 1000 Millionäre auf 1. Millionen Arbeiter? Es stimmt,in diesem Land hat sich vieles zum Vorteil der Bevölkerung geändert,leider nur in Richtung der Wohlhabenden.

  • 16 Bürgerin 11.09.2021, 15:19 Uhr

    Wichtiges Thema! Ich will und kann auf keinen Fall bis 67 arbeiten. Die Belastung ist nicht nur in handwerklichen Berufen. Ich kann mir auf keinen Fall vorstellen, in meinem Job als Akademiker den Stress al 60 jährige so gut wegzustecken wie die jungen Kollegen. Dazu kommt der technische Fortschritt etc. warum sollen wir is 67 Jahre arbeiten? Und dann den Gürtel enger schnallen müssen aufgrund kleiner Rente? Die Lösung ist ganz einfach! Finanziert werden kann die höhere Rente im Grunde durch das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP). Definition und Entwicklung I den letzten 10 Jahren irre selber googeln. Die BRD lässt die Rentner am deutschen BIP teilhaben. Die BRD ist der größte Netto Zahler in der EU. Wir haben Geld für vieles! Wir Bürger müssen von den Politikern lautstarker einforderen ihren Job besser zu machen! Damit die Rentner, heute und in der Zukunft, weder Flaschen sammeln noch bis 67 oder länger schuften müssen. Alle Organisationen, DGB u. VDK usw., müssen zusamm arbeiten

  • 15 Uwe 11.09.2021, 12:42 Uhr

    Auch wenn der Virus vom "länger arbeiten, absenken des Rentenniveaus, alle werden älter, die Last künftiger Generationen etc. ..." dank der "hervorragenden Lobbyarbeit" der Vorder- und Hintermänner von Versicherungswirtschaft und Arbeitgeberverbänden inzwischen fast alle infiziert hat, so ist und bleibt die Rente sicher! Unsere RV hat zwei Weltkriege, den Pillenknick, die deutsche Vereinigung sowie die ständigen Eingriffe der Politik in den Rentenhaushalt überstanden. Das bisher höchste Rentenniveau lag bei knapp 60 % , der höchste Beitragssatz bei 20,3. Beides ist zumeist abgesenkt worden. Doch die Sprüche von Lobbyisten und bestimmten Politikern sind seit Jahrzehnten die gleichen. Als Lösung kann in Frage kommen: Das Rentenniveau auf mindestes 50 % und den Beitragssatz auf 22% anheben, Wegfall der Beitragsbemessungsgrenzen, Deckelung der Höchstrente und ein höherer aber zweckgebundener Zuschuss; dann stimmt es wieder; aber man muss es für die Menschen aber gegen Lobbyisten tun!

    Antworten (4)
    • WDR.de 11.09.2021, 13:54 Uhr

      Interessante Ansätze, Uwe. Eine weitere Möglichkeit könnte auch das schwedische Modell der Aktienrente sein, wie es zum Beispiel die FDP vorschlägt. Das schwedische Modell enthält eine staatliche Grundrente, die durch eine Betriebsrente und eine private Altersvorsorge ergänzt wird. Die Schweden müssen 2,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens in Vorsorgefonds abführen. Dabei können sie zwischen dem staatlichen AP7-Fonds und anderen Fondslösungen wählen.

    • Maria 11.09.2021, 13:26 Uhr

      Haben Sie schon mitbekommen, dass die Rente bereits unsicher ist? Was heißt also, sie bleibt sicher????????

    • Maria 11.09.2021, 13:30 Uhr

      Die Rente ist bereits unsicher, haben Sie das schon mitbekommen? Was also heißt hier "die Rente ist und bleibt sicher?????" Ich sehe hier keine Sicherheit, ich nicht und andere auch nicht

    • Andreas Renner 11.09.2021, 20:38 Uhr

      Herzlichen Glückwunsch zur Wahlhilfe für FDP, CDU, CSU u.ä. Dabei ist wichtig, dass die kapital-orientierten Konzepte durch Negativzinsen und Spekulationen beeinflusst sind. Das Konzept von Herrn Sina ist eher Lotto! MfG Andreas Renner

  • 14 Reinhard E. Hausmann 11.09.2021, 11:20 Uhr

    Zunächst einmal finde ich die Diskussion zum Thema Rente überfällig. Ralph Sina läßt ausser Acht, dass es Menschen gibt, die ab einem Alter vor 67 Jahren nicht mehr leistungsfähig, die am Ende ihrer Kräfte sind. Schlimm ist, wenn auf deren Rentenbescheid steht: minus 10,8% (weil sie vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand gegangen sind). Das, was die CDU/CSU nicht will, dass alle Erwerbstätigen in die Rente einzahlen, also auch Beamte, Ärzte, Rechtsanwälte und andere Freiberufler, ist der Königsweg. Die CDU/CSU muß man zum Jagen tragen. Dieses System wird in Österreich praktiziert und zwar werden dort Beiträge vom tatsächlichen Einkommen abgeleitet. Das System dort ist stabil und die Renten sind höher als in Deutschland. Die Umstellung kann ja langsam, also schrittweise vorgenommen werden. Den Fachleuten würde dazu sicher ein gangbarer Weg einfallen. Sollte jemand länger arbeiten wollen, wie der benannte Fotograf, dann sollte ihm eine höhere Rente gezahlt werden.

  • 13 Wolfgang 11.09.2021, 10:39 Uhr

    "Leidenschaft kennt keine Rente" hätte ich bis vor zwei Jahren vorbehaltlos unterschrieben. Nach dem "offiziellen" Enddatum in Teilzeit weiter machen und sich vielleicht die Projekte etwas mehr aussuchen können. Jedenfalls kein Gedanke an eine plötzliche Vollbremsung. Dann habe ich mit über 60 noch mal innerhalb des Unternehmens gewechselt; berufliches Weiterkommen eben. Im neuen Betriebsteil habe ich mit Mitarbeitern zu tun, die durch kreative Personalführung komplett ausgebrannt sind. Arbeiten bis 69 wird denen niemand schmackhaft machen können. Vorzeitiger Ruhestand mit Abschlägen ist wahrscheinlicher. Für mich selbst mittlerweile auch. Der Arbeitgeber heißt übrigens Bundesland und der Betriebsteil Schule. Wer will, dass Menschen länger arbeiten, muss dafür die passenden Bedingungen schaffen. Dass das in Schulen nicht funktioniert, ist in der Seuche zum Glück offensichtlich geworden.

  • 12 Anton 11.09.2021, 09:53 Uhr

    Samstags- Kolumne: gefällt mir. Bitte nicht einstellen, weil einige sich nicht an die Spielregeln halten.

    Antworten (1)
    • WDR.de 11.09.2021, 14:32 Uhr

      Uns gefällt die auch, Anton. Danke für Ihr freundliches und positives Feedback!

  • 11 Theo 11.09.2021, 09:50 Uhr

    Zahlt anständige Löhne; schafft die Minijobs und Scheinselbstständigen ab; dann kommt auch Geld in die Kassen für Rente, Steuern und Krankenkasse. Weshalb geht wohl die Schere immer weiter auseinander? (Weshalb können einige wenige in den Weltraum fliegen?) Aber daran wird sich wohl mit/nach dieser Wahl nichts ändern. Weshalb kamen bei Adenauer 6 Beitragszahler auf einen Rentner? Korrekt: keine Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer!

  • 10 Uschi 11.09.2021, 09:40 Uhr

    Warum kann man nicht einfach hin gehen und sagen, wer 45 Jahre gearbeitet hat darf in Rente gehen. In der heutigen Zeit fangen die meisten Menschen zwischen dem 22 und 30 Lebensjahr erst an zu arbeiten. Rechnet man dann 45 Jahre aufs Alter liegt der Renten Eintritt bei 67 bis 75 Jahre. Unsere Generation hat mit 14 bis 16 Jahren angefangen zu arbeiten, das wäre heute undenkbar. Die meisten machen Abitur (sind dann ca 18 Jahre) danach wird studiert. Das Studium liegt je nachdem zwischen 3 und 5 Jahren. So verschiebt sich der Renten Eintritt automatisch. Die Diskussion um das Alter wäre damit vom Tisch.

    Antworten (2)
    • Kevin 11.09.2021, 10:57 Uhr

      Auch Studium ist Arbeit! Wie sollte Ihrer Meinung nach die Lösung aussehen? Studium weniger attraktiv machen, damit man früher in Rente gehen kann? Ich glaube nicht, dass das im Interesse unserer Gesellschaft wäre. Wie in dem Beitrag auch erwähnt wird, wenn wir Jobs haben, die unsere Leidenschaft wecken, dann arbeiten wir auch gerne freiwillig länger. Wir sollten somit versuchen der jungen Generationen besser zu ermöglich den für sie besten Job zu finden, den sie gerne ihr ganzes Leben ausüben möchten.

    • Uschi 11.09.2021, 21:52 Uhr

      Hallo Kevin, ich finde es sehr gut das heute so viele studieren können. Und es gibt bestimmt einige die gerne länger arbeiten wollen. Egal wann man anfängt zu arbeiten, ich finde 45 Jahre sind genug. So macht man den Weg für die nächste Generation frei. Und wer möchte darf gerne länger arbeiten. Mein Mann und ich haben mit 14 Jahren angefangen zu arbeiten und gehen nächstes Jahr nach 50 Jahren Arbeit (3 Schicht Betrieb incl. Sonn-und Feiertage) in Rente. Ich glaube das wir uns das verdient haben. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und das du deinen Traum Job findest.

  • 9 Maria 11.09.2021, 09:34 Uhr

    Vielleicht sollten deutsche Unternehmen ihre Firmen auch nicht nur im Ausland arbeiten lassen und lieber dafür sorgen, dass hierzulande mehr Leute arbeiten, die dann auch in das Rentensystem einzahlen. Früher jedenfalls hatten Unternehmen nicht nur im Kopf, mit möglichst billigen Arbeitskräften den großen Verdienst zu machen. Da gab es so was wie Soziale Verantwortung. Heute wird alles ausgelagert.....

  • 8 Reiner Zufall 11.09.2021, 09:26 Uhr

    Wo ist denn das Problem? Wir haben zwar nur eine Erde! Geld können wir soviel machen wie wir es wollen.

  • 7 Hans-Joachim Wächter 11.09.2021, 09:25 Uhr

    Die Zahlen zur Zukunft der Rente sind so eineindeutig, dass es schon an grobe Fahrlässigkeit grenzt, wenn Politikerinnen und Politiker aller Parteien sich weigern, klare Aussagen zu machen. Das Renteneintrittsalter muss erhöht werden, wenn wir der jungen Generation nicht noch mehr finanzielle Lasten aufbürden wollen. Natürlich nicht pauschal sondern gemäß der körperlichen Verfassung. Die Notwenigkeit, dass es eine Rentenversicherungspflicht geben muss, ist schon lange von Rentenfachleuten belegt. Aber da hat der Lobbyismus bis her seine Kraft entfaltet. Eines geht auf keinen Fall: Die Rentenhöhe zu kürzen. Dann würde der Weg in die Altersarmut noch breiter. Eine Erhöhung des Rentenbeitrages sollte das aller letzte Mittel sein, um die Rente zu sichern. Die Verantwortung der Politik liegt in Offenheit, Ehrlichkeit und dem Mut, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen und danach zu handeln.

    Antworten (2)
    • WDR.de 11.09.2021, 13:29 Uhr

      Auch unser Kolumnist Ralph Sina sieht dringend Handlungsbedarf. Bis zum Jahr 2050 werden auf eine Person, die Rente bezieht wohl nur noch 1,3 Beitragszahlende kommen. Radikal neue Ansätze für ein funktionierendes Rentensystem suche man in den Parteiprogrammen bislang aber vergeblich.

    • Kathryn 17.09.2021, 08:54 Uhr

      Für Menschen ab Jahrgang 1960 (Baby Boom) gelten die meisten Reformen: Kürzungen (Leistung) und Erhöhung (Beiträge). Darauf hat die jüngere Generation keine Lust. Warum nicht die Generation BB länger arbeiten lassen? Bis 70? Praktisch: diese Menschen werden jetzt bis 67 Jahre arbeiten müssen. Kürzungen ihrer Leistungen und Erhöhungen ihrer Beiträgen. Das bringt ihnen nichts. Wie immer. Diese Generation bis 70 Jahren arbeiten lassen zu wollen? Das ist mehr als zynisch.

  • 6 Maria 11.09.2021, 09:14 Uhr

    Egal, was jetzt beschlossen wird, ich werde nach 49 Jahren Arbeit nur die Hälfte von dem bekommen, was ich sonst bekommen hätte und nur dürftig leben können. Es ist eine Schande, wie die Politik damit umgeht, aber die Damen und Herren haben ja auch ihr gutes Einkommen und brauchen sich keine Sorgen machen. Für mich sieht es so aus, als hätten die von uns bezahlten Politiker ihre Arbeit nicht gut gemacht. Von mir jedenfalls werden sie gekündigt!!!! Einfach zu erklären, die Riester-Rente gilt als gescheitert ist für die nur ein Satz, für andere ein Unglück.

  • 5 Ben 11.09.2021, 08:49 Uhr

    Ich kann nur mit Kurt Tucholsky antworten: Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten.

    Antworten (1)
    • Albert 11.09.2021, 09:59 Uhr

      Siehe Automatismus der Parlamentserweiterung auf dem Weg zur größten Versammlung der Welt. Da ist schon auch die baulich größte "Lenkungszentrale" der Welt erforderlich.

  • 4 Frank Herrmann 11.09.2021, 08:29 Uhr

    Meiner Meinung nach liegt die einzige mögliche Lösung für eine Stabilisierung des Rentenniveaus in einer Aktienrente, die gemeinsam vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer als Teil der bisherigen Versicherungsleistung angespart wird. Die Verwaltung dieser Aktienrente muß eine staatliche Institution (Bundesbank) übernehmen, die keine eigenen Renditeinteressen verfolgt. Riester- und sonstige Verlustrenten müssten eingestellt werden. Sonst blieben nur die drei klassischen Wege, die Rente zu retten: Heraufsetzen des Eintrittsalters, Erhöhen der staatlichen Zuschüsse oder Absenken des Rentenniveaus - das kann niemand ernsthaft wollen.

    Antworten (1)
    • WDR.de 11.09.2021, 14:29 Uhr

      Die Rente nach dem skandinavischen Vorbild fordern auch Politiker der FDP. In Norwegen spielt der Aktienmarkt eine wichtige Rendite bei der Absicherung der Bevölkerung. Hier sorgt ein staatlicher Aktienfonds dafür, dass Norweger eine garantierte Rente von derzeit umgerechnet 1600 Euro monatlich erhalten. Das schwedische Modell dagegen enthält eine staatliche Grundrente, die durch eine Betriebsrente und eine private Altersvorsorge ergänzt wird. Die Schweden müssen 2,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens in Vorsorgefonds abführen. Dabei können sie zwischen dem staatlichen AP7-Fonds und anderen Fondslösungen wählen. Die Fondsprodukte investieren zu hohen Anteilen in die globalen Aktienmärkte.

  • 3 Anonym 11.09.2021, 08:27 Uhr

    Ich frage mich warum sich immer Menschen über die Rente auslassen die nichts in die Rentenkassen einzahlen. Ich bin für eine allgemeine Rentenpflicht für alle.

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