Die Samstagskolumne: Carolyn Wißing

KOLUMNE

Mobilität auf dem Land: Nichts geht ohne Auto!

Stand: 06.11.2021, 06:00 Uhr

Der ÖPNV ist keine Alternative zum Auto. Erst recht nicht auf dem Land, sagt Carolyn Wißing. Trotz guter Ideen wird sich das so schnell nicht ändern.

Von Caro Wißing

Weniger Verkehr, besseres Klima. So einfach ist die Rechnung. Und alle Staaten, die gerade an der Klimakonferenz in Glasgow teilnehmen, kennen sie. Es braucht eine echte Mobilitätswende weg vom motorisierten Straßenverkehr, der weltweit für fast 20 Prozent CO2-Ausstoß verantwortlich ist. Und während sich die Staatsdelegierten im Großen Gedanken machen, mache ich sie mir im Kleinen.

Mein Auto ist klein, rot, ein recht sparsamer Italiener, aber schon zwölf Jahre alt. Oft habe ich in den letzten Monaten überlegt: Soll ich es verkaufen? Ich wohne in Köln, arbeite in Köln - eigentlich brauche ich das Auto nur sehr selten. Viele meiner Bekannten beschäftigt die gleiche Frage. Einige haben ihr Auto schon abgeschafft. Denn hier kommt man ganz gut mit Bus, Bahn, E-Scooter, Leihrad usw. von A nach B.

Nicht günstig, nicht flexibel, nicht bedarfsgerecht

Aber dann kommen wieder so Situationen, in denen ohne Auto nichts geht. Eigentlich immer dann, wenn ich in die Heimat fahre - ins Westmünsterland. Ländlicher geht’s kaum noch in NRW. Letztens kam ich mit dem Zug. Wie so oft: Verspätung, Ausfall, die Fahrt endete anders als geplant. Als ich dann nach einer Verbindung für die letzten 40 Kilometer bis zu meiner Heimatstadt suchte, bin ich hinten rüber gekippt. Beste Verbindung: 2:09 Stunden. Aber den Zug hatte ich gerade verpasst. Der nächste kam eine Stunde später, dann aber Fahrtzeit 2:52 Stunden. Für 40 Kilometer! Also habe ich mich abholen lassen - mit dem Auto.

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Mobilität auf dem Land bedeutet in den allermeisten Fällen noch Autofahren. Anders ist es kaum möglich. Die Busse fahren vielleicht einmal in der Stunde. Die Fahrt zur nächsten Stadt dauert mit ihnen länger als mit dem Auto. Sie sind deutlich teurer. Und von flexibel und bedarfsgerecht will ich gar nicht erst anfangen. Wenn etwa meine Freundin in der Heimat ihre Kinder zum Kieferorthopäden in die nächste Stadt fahren will, wäre das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Tagesaufgabe. Natürlich nimmt sie das Auto.

Was viele Deutsche fühlen, bestätigt eine aktuelle Studie des Deutsche-Bahn-Tochterunternehmens 'ioki': Für 55 Millionen Menschen im Umland von Städten und auf dem Land ist das ÖPNV-Angebot ungenügend. Zwar müssen die meisten (93,5 Prozent) nicht weit gehen bis zur nächsten Haltestelle (durchschnittlich 400 bis 600 Meter), Bus und Bahn kommen aber viel zu selten. Klar, dass dann jeder vierte deutsche Haushalt einen Zweitwagen hat - fast alle davon befinden sich im ländlichen Raum. In den Einfamilienhaussiedlungen meiner Heimatstadt stehen in jeder Einfahrt ein bis drei Autos.

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Absurd: Buslinien enden an der Landesgrenze

Eine Leserin der SamstagsKOLUMNE hat uns kontaktiert. Am Telefon erzählt sie mir: Sie wohnt bei Hopsten im nördlichen Zipfel von NRW, der nach Niedersachsen hineinragt. Bis auf Schulbusse gibt es kaum öffentlichen Nahverkehr. Ein Taxibus, den sie bestellen kann, darf sie nur in die nächste Gemeinde innerhalb von NRW bringen, nicht aber nach Niedersachsen, wo aber beispielsweise viele ihrer Nachbarn ihren Hausarzt haben. Busse aus Niedersachsen hingegen fahren auch nach NRW rein. Wie absurd! Sowieso sei die Anbindung in den Dörfern jenseits der Grenze deutlich besser.

"Wenn ich fünf Kilometer weiter wohnen würde, hätte ich eine bessere Infrastruktur als hier. Ich frage mich, ob den Politikern eigentlich bewusst ist, wie die Situation auf dem Land aussieht!" Eine Leserin der SamstagsKOLUMNE

Hendrik Wüst (CDU) - neuer Ministerpräsident von NRW, vorher Verkehrsminister - müsste die Situation eigentlich sehr gut kennen. Schließlich kommt er auch aus dem Münsterland. Doch während seiner Amtszeit hat er eigentlich nur den Status quo zementiert. Geld floss in die Sanierung von Straßen, Brücken, Schienennetzen. Immerhin aber hat er auch den "eTarif NRW" vorangebracht. Bald sollen alle Busse und Bahnen zu landeseinheitlichen Tarifen gebucht werden können. Wer schon mal versucht hat, im Tarifdschungel der Verkehrsverbünde klarzukommen, weiß wie erleichternd das wäre. Aus meiner Sicht aber ist das längst überfällig und wird nicht die Mobilitätswende für NRW bringen.

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Die Lösung: weniger Busse und Bahnen

Aber was braucht es denn? Steile These: weniger Busse und Bahnen. Bitte wie? Ja, so habe ich auch zuerst reagiert als ich mich mit dem Mobilitätsforscher Andreas Knie unterhalten habe. Seine Argumentation geht so: Vorhandene Busse und Bahnen werden immer weniger genutzt. Auf dem Land fahren zu 90 Prozent Schülerinnen und Schüler oder Azubis mit dem Bus. Trotzdem buttert die Politik viel Geld rein, um Linien aufrechtzuerhalten oder Angebote noch auszubauen. Aber auch die sind für die allermeisten viel zu unflexibel. Die Menschen wollen bequem, kostengünstig und ohne starren Fahrplan von ihrer Haustür bis zum Zielort kommen. "Deswegen braucht es ganz neue Formen des öffentlichen Nahverkehrs", sagt Knie.

"Multimodal" ist das Stichwort. Es würden auch weiterhin Busse und Bahnen fahren. Aber nicht bis zu jeder Milchkanne. Da kommen sogenannte on-demand-Angebote zum Einsatz. Anrufen, einsteigen, bis zum Zielort oder dem nächsten Knotenpunkt fahren. Und dort stehen dann in viel besserer Taktung Busse und Bahnen bereit, sodass die Fahrt quasi nahtlos fortgesetzt werden kann. Oder für die Kurzstrecke Leihräder und -scooter. Alles müsste natürlich intelligent digital verknüpft sein. "Ideal wäre es, wenn wir alle Verkehrsgeräte, die im öffentlichen Raum unterwegs sind, in einer einzigen App gebündelt hätten", sagt Knie. Er hat mit seinem Team durchgerechnet, dass so etwa die Hälfte der 48 Millionen privaten Autos in Deutschland überflüssig würden.

Autos mit den Nachbarn teilen

Aber ich denke mir: Nur weil sie überflüssig werden, sind sie noch lange nicht abgeschafft. Wir Deutschen hängen doch viel zu sehr am Auto. Wettergeschützt, mit der Lieblingsmucke aus dem Autoradio, im kleinen privaten Raum nur für sich fahren, wohin man will. Das werden viele nicht aufgeben wollen. Ich bin deswegen dafür, dass wir auch überlegen, wie eine kluge individuelle Autonutzung in Zukunft aussehen kann.

Vielleicht ist es nachbarschaftliches Car-Sharing. In besagten Einfamilienhaussiedlungen könnten sich immer ein paar Nachbarn zusammentun, eine Haltergemeinschaft bilden und statt fünf Zweitwagen nur noch ein Auto nutzen, um die Kinder zum Kieferorthopäden zu fahren. Das erfordert Absprachen, ok. Aber in der Regel stehen die Autos eh 90 Prozent der Zeit ungenutzt in der Einfahrt. Und als Haltergemeinschaft ist die Hürde vielleicht auch niedriger, gemeinsam ein teures aber umweltfreundlicheres E-Auto anzuschaffen.

Solche Modelle haben einige kleine Start-Ups oder Initiativen schon angedacht. Vieles ist noch in der Testphase. Ich habe mich dort mal angemeldet. Vielleicht wird mein kleiner roter Italiener bald auch von anderen genutzt. Die müssen dann nicht noch ein Auto in den begrenzten öffentlichen Raum stellen. Und ich habe weiterhin eine Möglichkeit, um ab und zu die 175 Kilometer in die Heimat in 1:45 statt 3:45 Stunden mit Bus und Bahn zurückzulegen. Zumindest so lange, bis wir wirklich die Mobilitätswende geschafft haben.

Sie sind leidenschaftlicher ÖPNV-Nutzer? Dann schreiben Sie mir, wo es gut klappt. Oder haben Sie bessere Ideen, wie auch auf dem Land nachhaltige Mobilität möglich werden kann? Ich freue mich auf Ihre Vorschläge hier in den Kommentaren oder auf Social Media. Lassen Sie uns darüber diskutieren!

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Kommentare zum Thema

32 Kommentare

  • 32 Robert 08.11.2021, 09:56 Uhr

    Wohne seit zwei Jahren 'ländlich' in Bayern. Kann bestätigen: ohne Auto geht auch hier recht wenig. Car-Sharing/Pooling zur Arbeit und zurück kann da bestimmt ein bisschen helfen. Zu Arzt, Einkaufen, Sport etc eher weniger, denn das sind oft individuelle Termine. Außerhalb der Schulanfangs- und Endzeiten fahren nur 3 Busse unter der Woche. MMn kann man bei uns die totale Zahl der Fahrten verringern, nicht aber die Zahl der Autos.

  • 31 Karl-Heinz Reußner 07.11.2021, 17:24 Uhr

    Herzlichen Dank für den Beitrag, leider ist es genau so! Aber auch in den Städten (Bochum) sind manche Busverbindungen erbarmungswürdig. Da muß man schon mal von einer Bahn in die andere und danach noch in einen Bus. Dieser Bus fährt auch direkt ... über eine Stunde. Trotzdem haben wir Städter es da viel besser. Dafür sind Busse und Bahnen oft so vollund eng, dass die Scheiben beschlagen und man kaum Luft bekommt. Danke Herr Wüst.

  • 30 Thorsten Schmidtke 07.11.2021, 00:00 Uhr

    Der ÖPNV auf dem Land kann deshalb nicht funktionieren, weil zwar auf der einen Seite meist sehr viele Leute in die gleiche Richtung fahren müssen, aber selten zur selben Zeit. Die Bereitschaft der Leute, länger als zehn Minuten an zugigen, meist sehr stark verschmutzten Haltestellen zu warten, dürfte allerdings sehr übersichtlich sein. Um alle mit dem ÖPNV transportieren zu können, müsste das Angebot wahrscheinlich im zehn-Minuten-Takt fahren, was den ÖPNV noch mehr verteuern würde. Die Lösung wäre vielleicht, dass man nicht die Leute über den ÖPNV zur Arbeit bringt, sondern die Arbeit ohne ÖPNV zu den Menschen.

  • 29 Coati Roux 06.11.2021, 21:49 Uhr

    Mit dem Bustakt hier kann ich sogar leben. Je nach Ziel irgendwas zwischen alle 30 und 60 Minuten. Problematisch ist nur 1. die Abstimmung der einzelnen Verkehrsmittel (Bus, S-Bahn, U-Bahn), so dass die reine Fahrzeit knappe 45 Minuten beträgt, die Umsteige-, Warte- und Verpasst-/Verspätungszeit die Gesamtfahrt aber auf über 2 h anwachsen lässt. 2. sind die vielen Verkehrsverbünde eine Katastrophe. An der Schnittstelle von dreien (AVV/VRR/VRS) ist es unverschämt teuer über die eigene Stadt und astronomisch teuer über den eigenen Verbund hinauszufahren. Also: Billiger machen und besser aufeinander abstimmen und wir können ein Auto abschaffen.

  • 28 Peter Bötcher 06.11.2021, 21:40 Uhr

    Ich komme bei uns eigentlich sehr gut mit den ÖPNV zurecht. Ich fahre morgens um 6 Uhr 17 zum Einkaufen und dann gegen 7:30 zurück wobei der Bus natürlich sehr voll ist durch die vielen Schüler. Aber einmal im Monat fahre ins Münsterland da ist die Fahrzeit dann bis zum Hotel 3 Stunden und ich bin dann leider in meinen Bewegungradius da an Wochenenden Samstag der letzte Bürgerbus um 14 Uhr fährt und Sonntags überhaupt nicht deswegen fahre ich dann mit einem Mietwagen

  • 27 Hansjörg 06.11.2021, 20:37 Uhr

    Ich habe 2003 in Oberhausen gearbeitet und in Lünen gewohnt. Ich habe den ÖPNV genutzt, da mir als Berufseinsteiger das Auto in der Anschaffung zu teuer war. Ich hätte nur einen billigen Gebrauchtwagen nehmen können und war vorsichtig. Ergebnis: Die Fahrzeit pro Strecke war zwei Stunden und dank der Nähe des Büros zum "Centro" fuhren zumindest auf der letzten Teil-Strecke jederzeit Busse. Ich bin vorher von der vorherigen Arbeitsstelle in Lünen die Strecke ebenfalls mit dem Auto gefahren - allerdings nicht zu Stauzeiten. Da war man doppelt so schnell. Und den Arbeitsbeginn hätte ich vom Arbeitgeber locker von 8 Uhr auf 6 Uhr vorverlegen können. Dann wäre kaum Stau auf der Autobahn gewesen. Übrigens war zu Berufsverkehrzeiten nicht nur die Autobahn sondern auch der Zug extrem voll. Bequem sitzen? Und beim VRR ist aus Preisstufe C damals schnell D geworden - mit deutlichen Preissteigerungen. Leerer oder schneller sind die Züge aber eher nicht geworden.Nicht mal in der Stadt ist ÖPNV gut.

  • 26 Hansjörg 06.11.2021, 20:21 Uhr

    ÖPNV mag ökologisch sein, ABER extrem teuer. Ich hatte vor Jahren eine medizinische Behandlung einmal pro Woche in Dortmund und bin - selbst bei Schnee und Regen - mit dem Fahrrad gefahren. Das waren dann insgesamt ca. 35km per Rad. Will ich zur Bankfiliale ist es ähnlich. Interessanterweise wäre ich mit dem ÖPNV damals nicht schneller gewesen! Das frühere Monatsticket habe ich längst gekündigt. Ich vermeide Fahrten mit dem ÖPNV. Will ich die fünf Stationen mit dem Bus von mir zum Bahnhof, zahle ich bei der VKU drei Euro! Also laufe ich. Und ich vermeide ÖPNV-Fahrten generell. Ich war als Lünener schon viele Jahre nicht in Münster/Coesfeld/Lüdinghausen. Für den Preis des Zugtickets kann ich fast mit Ryanair nach London fliegen. Für 6 Euro von Lünen mit dem ÖPNV zum Flughafen und für 20 Euro mit dem Flugzeug nach London. Und nicht nur der Flieger ist etwas zu billig, der ÖPNV ist viel zu teuer. Da stehen Preis und Leistung für oft völlig überfüllte Busse/Bahnen in keiner Relation.

  • 25 Hansjörg 06.11.2021, 20:10 Uhr

    Wenn ich von Lünen mit ca. 90.000 Einwohnern mit dem Zug in meine frühere Heimatstadt mit 75.000 Einwohnern in Sachsen-Anhalt will, benötigt ich mit dem Zug ungefähr sieben Stunden. Als ich vor zwanzig Jahren mit dem Auto gefahren bin (Firmenwagen, daher keine Spritkosten) war ich in dreieinhalb Stunden da. Jetzt laufe ich zur Bushaltestelle und warte zehn Minuten auf den Bus. Da der mal ausfallen kann, nehme ich einen Bus eher. Der Bus kommt am Bahnhof an, wenn der Regionalzug abfährt. Also wartet man erneut 20 Minuten auf die Regionalbahn. Dann nimmt man bei der Regionalbahn besser eine eher, denn die fällt öfters mal aus/hat Verspätung. Dann geht es von Dortmund nach Köthen mit dem IC - der ICE wäre mit Umsteigen. Dann steigt man in Köthen um und hat 5 Minuten dafür. Oft ist der Regionalzug im Anschluß schon weg. Man wartet eine Stunde. Dann wartet man am Ziel auf den Bus und bummelt mit dem Bus. Und weder Start noch Ziel sind ein Dorf. Bahn ist ökologisch, aber zeitaufwendig!

  • 24 Radler 06.11.2021, 18:30 Uhr

    Wohne am Rand einer Stadt mit über 200.000 EW. Zum Bus 7 Min. Fußweg, fährt stündlich und benötigt zum Hbf. ca. 17 Min. Kommt man mit dem Zug an, ist der Bus gerade weg. Also 1h warten oder 45 Min. laufen. Das geht schon über 40 Jahre unverändert so. Fährt man 4 km in einen anderen Ortsteil, ist das schon die nächste höhere Tarifstufe. Zudem geht es nicht ohne Umsteigen. Also nehme ich fast immer auch zur Arbeit das Rad (geht am schnellsten). Verwandtenbesuch mit dem Auto 1h 15 Min., mit den Öffis 3h eine Richtung. Späte Rückfahrt nicht möglich. Fazit: auch als Großstädter bleibt für außerhalb nur das Auto und innerorts das Rad. In der Stadt ist das Auto Freiheitsberaubung, weil man mehr steht als fährt.

  • 23 Stephanie 06.11.2021, 18:02 Uhr

    Ich wohne mitten im Ruhrgebiet und komme mit den Öffis sehr gut zurecht. Nie gab es einen ernsthaften Gedanken daran einen Führerschein und ein Auto zu brauchen. Die Leute, die hier meckern, haben keine Geduld und checken nicht, dass sie immer 5 Minuten Verspätungen einplanen müssen. Mittlerweile sind die Fahrpreise aber so sehr angezogen, dass es finanziell eine bessere Lösung wäre eine alte Klapperkiste zu kaufen, die nicht viel Benzin schluckt, als das Monatsticket oder gar Einzeltickets zu bezahlen. Ich gebe mittlerweile viel Geld für das Paketporto von Onlinebestellungen aus, weil es günstiger ist, als das Ticket in die Nachbarstadt. 6€ für Porto oder 12€ für die Bahn? Die logische Entscheidung ist natürlich mit dem Hintern zu Hause sitzen zu bleiben. Hier ist es, wie im Artikel beschrieben, übrigens auch schlimm mit den Grenzen der Tarifstufen. Ich kann 20 Min mit der Bahn nach links fahren für 2,90€ und nach rechts (Nachbarstadt) zahle ich 6€ für die 3 Minuten Fahrt.

  • 22 Radler 06.11.2021, 17:30 Uhr

    Als Bewohner einer Stadt mit über 200000 Einwohnern komme ich mir im Neubaugebiet vor wie auf dem Land. Nächste Bushaltestelle 7 Min. Fußweg. Der Bus fährt stündlich. Bis zum Hauptbahnhof benötigt er etwa 15 Min. Mit dem Rad brauche ich dorthin ebenfalls 15 Min. Kommt man mit dem Zug an (Taktfahrplan), ist der Bus gerade Weg. Der nächste fährt erst in 1 Stunde. Also 45 Min. Fußmarsch. Die Radstation schließt zu früh. In Bahnhofsnähe kann man das Rad nicht sicher abstellen. Diese Nichtabstimmung der Verkehrsmittel besteht so schon über 40 Jahre. Also nutze ich innerörtlich fast nur das Rad. Geht am schnellsten, ist am billigsten und ich kann vor dem Laden oder der Arztpraxis parken. Bei weiteren Fahrten kommt das Auto möglichst außerhalb der Stauzeiten zum Einsatz. Spart sehr viel Zeit. Besuch in der Heimat: 1 Stunde mit dem Auto, 3 Stunden mit den Öffis in eine Richtung. Übrigens zur Arbeit nur mit dem Rad (15 Min.). Bedeutet aber teureres Wohnen am Stadtrand.

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