Keine Klimakonferenz in Chile: Frust bei Umweltaktivisten

Die Klimaschützer von ''sail to the COP''

Keine Klimakonferenz in Chile: Frust bei Umweltaktivisten

Von Dominik Reinle

  • Klimaaktivisten segeln nach Chile
  • Absage der dortige Klimakonferenz löst Enttäuschung aus
  • Mit an Bord ist Lukas Kiefer aus NRW

"Es war schon eine ziemlich krasse Situation, weil unser Projekt seit einem Jahr vorbereitet wird und wir jetzt seit vier Wochen unterwegs sind", kommentiert Umweltaktivist Lukas Kiefer am Donnerstag (31.10.2019) die Absage der Klimakonferenz in Chile.

Der 23-Jährige war zusammen mit 35 anderen jungen Erwachsenen am 2. Oktober in Amsterdam mit einem Segelschiff in Richtung Chile gestartet.

Zwischenstopp auf den Capverden

Die Absage erreichte die Besatzung, als sie am Mittwoch (30.10.2019) in Küstennähe waren. "Wir hatten Glück im Unglück", sagte Kiefer dem WDR. "Aufgrund neuer Visabestimmungen für Brasilien mussten wir zu einer Insel der Capverden fahren, um dort Visa für die Crew zu organisieren."

Die Klimaschützer von ''sail to the COP''

"Großer Schock" an Bord

Auf diese Weise habe man unkompliziert nach weiteren Informationen suchen können. "Wir waren ziemlich live auf dem Laufenden", so Kiefer. Die Nachricht sei "ein großer Schock" gewesen. "Wir haben uns erstmal alle zusammengesetzt und unsere ersten Gedanken und Gefühle besprochen."

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"Wir bleiben als Gruppe zusammen"

"Uns wurde schnell klar, dass wir nichts anderes tun konnten, als auf Informationen zu warten", sagte Kiefer. Zwar hatte die NRW-Landesregierung am Mittwochabend den UN-Standort Bonn als Ausweichort ins Spiel gebracht. Doch schon am Donnerstag war nach WDR-Informationen klar, dass höchstwahrscheinlich Madrid den Zuschlag bekommen wird. Die endgültige Entscheidung soll in der ersten Novemberwoche bekanntgegeben werden.

"Wir wissen aber auf jeden Fall, dass unser Projekt 'Sail to the Cop' nicht mit der Absage in Chile aufhört", sagte Kiefer. "Wir werden als Gruppe weiter auf dem Schiff bleiben. Das motiviert und fühlt sich gut an."

Auf dem Weg nach Nordbrasilien

Er gehe davon aus, dass die abgesagte Konferenz im Januar stattfinden wird. "Das gibt uns einen zeitlichen Puffer. Der Kapitän hat gesagt, er bringt uns dahin, wo wir hin müssen."

Lukas Kiefer, Umweltaktivist aus NRW

Umweltaktivist Lukas Kiefer

Das Segelschiff brach am Donnerstagmittag nach Belem auf. "Belem liegt im Norden von Brasilien und bietet für uns einen optimalen Ausgangspunkt." Von dort könne sowohl Europa als auch Südamerika gut erreicht werden.

"Mit Forderungen und Lösungsvorschlägen"

Kiefer gibt sich kämpferisch: "Wir werden dahin gehen, wo die Entscheidungen über unsere Zukunft getroffen werden." Wo immer die Klimakonferenz stattfinde.

"Wir kommen dahin, wir werden laut sein, wir werden unsere Forderungen laut vortragen, aber auch mit Lösungsvorschlägen aufwarten."

Stand: 31.10.2019, 18:17

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